Neue Veranstaltungsreihe des Weltladens „Kolumbien“ im Herbst/Winter 2017

Im Oktober startet die neue Veranstaltungsreihe des Weltladens. Sie widmet sich mit verschiedenen Vorträgen und einem Film dem Land Kolumbien.

Das komplette Programm steht hier zum Download bereit.

Die Veranstaltungsreihe ermöglicht spannende Einblicke in die komplexe politische und soziale Dynamik Kolumbiens. Es ist weltweit das Land mit der zweitgrößten Anzahl an internen Vertriebenen, Folge des über 50 Jahre währenden Bürgerkriegs.
Die Regierung hat mit der linken Guerilla FARC im Jahr 2016 nach jahrelangen Verhandlungen ein Friedensabkommen unterzeichnet. Trotzdem stehen hinter diesem Prozess noch große Fragezeichen. Denn die eigentlichen Ursachen des Bürgerkriegs, wie die extrem ungerechte Landverteilung und die Marginalisierung weiter Teile der ländlichen, indigenen oder afro-kolumbianischen Bevölkerung, dürften auch nach dem Friedensschluss bestehen bleiben. Welche Perspektiven eröfnen sich für Kolumbien nach diesem Abkommen? Beinhaltet es Elemente, die das Land sozial und politisch tiefgreifend verändern können? Und welche Rolle spielen die in Kolumbien traditionell starken sozialen Bewegungen im Friedensprozess?
Die rechtsradikalen Paramilitärs sind gar nicht erst in den Friedensprozess einbezogen, aber eng mit Drogenhändlern und Großgrundbesitzern sowie teilweise auch dem Militär verbunden. Sie tragen Verantwortung für einen großen Teil der Vertreibungen sowie die endemische Gewalt gegen die Landbevölkerung, soziale Bewegungen, Gewerkschaften oder
Menschenrechtsaktivisten. Landgrabbing und Vertreibungen haben aber auch mit einem Wirtschaftssystem zu tun, das einseitig auf den Export agrarischer und mineralischer Rohstofe setzt. So ist Kolumbien zu einem der größten Steinkohleproduzenten weltweit geworden. Dieses exportorientierte Wirtschaftsmodell wird auch gestärkt durch den Freihandelsvertrag,
den die EU 2013 mit Kolumbien abgeschlossen hat.

Faire Woche 2017 vom 15.09. bis 29.09.

Die Faire Woche ist die größte Aktionswoche zum Fairen Handel in Deutschland. Sie fand 2001 zum ersten Mal statt und wird seit 2003 jedes Jahr in der zweiten Septemberhälfte durchgeführt. Die Faire Woche 2017 findet vom 15. bis 29. September zum Thema „Wirtschaftliche Perspektiven für die Produzent*innen im Globalen Süden“ statt. Die Faire Woche informiert bei ihren jährlich 2.000 bis 2.500 Veranstaltungen über den Fairen Handel in Deutschland und weltweit.

Der Weltladen Marburg beteiligt sich an der Fairen Woche!

19. September: Der Regenwaldladen zu Besuch im Weltladen

22. September: 10jähriges Jubiläum des Elisabeth-Kaffees, Vortrag „Das Leben und die Arbeit der Kaffeeproduzentinnen im Hochland von Honduras im Zeichen des Klimawandels“ von Marta Dalila Aguilar Banegas und Cruz Dolores Benitez Espinoza von APROLMA, die zum Jubiläum und zur Fairen Woche zu Gast in Marburg sind.

29. September: Kaffeestand der Steuerungsgruppe Fairer Handel am Marktplatz mit Elisabeth Kaffee zum International Coffee Day

 

 

Neue Veranstaltungsreihe des Weltladens „Wasser – Menschenrecht oder Ware“ im Frühjahr 2017

Im April startet die neue Veranstaltungsreihe des Weltladens. Sie widmet sich mit verschiedenen Vorträgen und einem Filmen dem Thema Wasser.

Das komplette Programm steht hier zum Download bereit.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Aber während uns eine ausreichende Wasserversorgung in Deutschland noch selbstverständlich erscheint, wird Wasser global immer mehr zu einer knappen Ressource. Verantwortlich dafür sind der Klimawandel, die Verschmutzung von Süßwasserreserven, die Übernutzung durch industrielle Landwirtschaft
oder das Abholzen von Wäldern. Dies führt schon heute vor allem in vielen Ländern des Globalen Südens zu einem permanenten Wassermangel – sowohl für den menschlichen Bedarf als auch für die Landwirtschaft. Vielerorts ist die Produktion von Lebensmitteln dadurch zunehmend gefährdet. Damit entsteht ein wachsendes Potential für Krisen und gewalttätige Verteilungskämpfe sowie ein immer stärker werdender Druck zur Migration. So bedroht beispielsweise die schwere Hungersnot in Teilen Afrikas, mitverursacht durch Klimawandel und Dürre, laut UN aktuell 20 Millionen Menschen. Die Vollversammlung der UN hat 2010 den Zugang zu sauberem Wasser und eine sanitäre Grundversorgung als Menschenrecht anerkannt. Dies stellte einen großen Erfolg für zivilgesellschaftliche Organisationen weltweit dar, die für den gleichberechtigten Zugang zu Wasser kämpfen. Auch in den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN (Sustainable Development Goals) ist die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle enthalten. Gleichzeitig gibt es aber auch Bestrebungen, die Ressource Wasser zu privatisieren, denn gerade durch die
wachsende Knappheit wird Wasser als Ware und Investitionsobjekt interessant. Die Veranstaltungsreihe thematisiert darüber hinaus auch soziale Bewegungen und fragt nach konkreten entwicklungspolitischen Projekten und Lösungsansätzen im Globalen Süden. Diese streben nach nachhaltigen, sicheren und gleichberechtigten Zugängen zu Wasser für alle.

Süß & Bitter. Wie schmecken Kakaobohnen und wer bekommt das größte Stück Schokolade?

In welchem Land werden 100 Tafeln Schokolade pro Kopf im Jahr vertilgt? Wer bekommt das größte Stück von jeder Schokolade ab? Und warum essen Kakaobauern und -bäuerinnen keine Schokolade?

Diese und andere Fragen beantwortet die Ausstellung „Süß & Bitter” der Kampagne Make Chocolate Fair! von Inkota und beleuchtet gleichzeitig spannend wie kritisch, die Hintergründe der viel geliebten Schokoladentafeln.
Besucher und Besucherinnen können die Schale von getrockneten Kakaoschoten fühlen und den Geschmack der aromatischen Kakaobohnen testen. Zu entdecken gibt es auch, wie daraus mit anderen Zutaten Schokolade wird.
Eine Videostation zeigt die Anforderungen, denen Kakaobauernfamilien bei ihrer Arbeit täglich begegnen. Dazu berichtet Afia Owusu aus Ghana in einer Hörstation, warum immer mehr junge Menschen die Kakaoplantagen ihrer Eltern nicht übernehmen wollen.

Eröffnung am 26. April 2017 um 19 Uhr

Als gemeinschaftliches Projekt des Weltladens Marburgs, der Micha Gruppe Marburg und der Steuerungsgruppe Fairer Handel der Fairtrade Stadt Marburg wird die Ausstellung am 26. April 2017 um 19 Uhr mit einem Fachvortrag von Inkota in der Lutherischen Pfarrkirche eröffnet. Sie ist anschließend bis zum 14. Mai 2017 täglich von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr zu sehen.

Führungen und Workshops

Kostenlose Führungen durch die Ausstellung finden am 30.04., 07.05. und 14.05.2017 nach den Gottesdiensten, um 11:30 Uhr statt. Weitere Termine für Führungen (ab 10 Personen) oder Schul-Workshops (mit Schokomuffins-Backen) sind auf Anfrage möglich.

Kontakt

Doreen Thieke, Bildungsreferentin des Weltladen Marburg
Tel.: 06421/686244
Mail: epa@marburger-weltladen.de

P.S. Eine Roll Up Ausstellung mit den gleichen Inhalten ist zeitgleich im 1.OG der Mensa am Erlenring zu sehen.

Bildungsurlaub: Zukunftsfähig leben und arbeiten!?

Das Prinzip der Nachhaltigkeit am Beispiel Landwirtschaft und Ernährung

Stadtgärten, lokale Molkereien oder Solidarische Landwirtschaft: In Marburg gibt es vieleInitiativen, die Ansätze einer nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung in die Praxis umsetzen. Während des Bildungsurlaubs werden diese und andere Orte in Marburg besucht, um Nachhaltigkeit zu erleben, zu erfahren und zu erforschen.

Neben den Exkursionen werden die Teilnehmenden des Bildungsurlaubs durch Filme, Gespräche und Gruppenarbeit in die Lage versetzt, sich mit dem komplexen Themenfeld Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.

Flyer Bildungsurlaub Nachhaltigkeit

Datum: Mo, 24.04. bis Fr, 28.04.2017

Referent: Dirk Posse, ökologischer Ökonom und freiberuflicher Bildungsreferent

Ort: Volkshochschule Marburg, Deutschhausstraße 38, 35037 Marburg

Anmeldung bis Mi, 15. März 2017,  Kursnummer: I10038

Kosten: 142,50 € (ermäßigt 98,50 €)

Weitere Informationen: www.vhs-marburg.de

Die Veranstaltung ist beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration als Bildungsurlaub beantragt.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit ARBEIT und LEBEN und dem Hessischen Volkshochschulverband, in Kooperation mit dem hessischen Eine Welt-Promotor/-innen-Programm.