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Kindheit und Schule im Senegal – Impressionen

„Ein leerer Bauch hat keine Ohren“ (senegalesisches Sprichwort)

Kindheit und Schule im Senegal – Impressionen

Der Senegalverein Marburg e.V. lädt ein zu Vortrag und Diskussion

mit

Angela Schmidt-Bernhardt

Birte Egloff

Robert Bernhardt

Im April 2017 haben wir erneut unsere Projekte im Senegal besucht.

In dem kleinen Ort Keur Baka südlich von Kaolack unterstützen wir eine weiterführende Schule mit 476 Schülerinnen und Schülern. Die Kinder kommen aus 26 umliegenden Dörfern.

Einige haben einen Schulweg von 7 Kilometern, den sie morgens und nachmittags zu Fuß zurücklegen. Wir unterstützen die Schulleitung, die Lehrerinnen und Lehrer, die Dorfältesten bei der Einrichtung einer Schulkantine.

Im Norden des Landes, in St. Louis, arbeiten wir mit einer lokalen Initiative zusammen, die sich die medizinische Erstversorgung von Straßenkindern zur Aufgabe gemacht hat.

Ausgehend von diesen Beispielen möchten wir einen Einblick in das Bildungswesen und in die Situation der Kinder und Jugendlichen in diesem westafrikanischen Land geben.

Die großen Herausforderungen, allen Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, werden ebenso beleuchtet wie aktuelle positive Ansätze zur Verbesserung der Lebenssituation.

Der Senegalverein Marburg e.V. wurde im Jahr 2012 gegründet. Gründungsidee war die Unterstützung eines Straßenkinderprojektes, das von jungen Senegalesen geleitet wird. Wir unterstützen die medizinische Erstversorgung und die Beschaffung von Kleidung und Spielgeräten. Mehrfach haben wir Reisen in den Senegal unternommen, um uns vor Ort ein Bild von der Situation zu machen und mit den senegalesischen Partnern die Möglichkeiten zur
Unterstützung zu besprechen.

Der Senegal liegt im äußersten Westen Afrikas im Übergang der Sahelzone zu den
Tropen. Östliches Nachbarland ist Mali. Im Norden bildet der Senegalfluss die Grenze
zu Mauretanien, Nachbarländer im Süden sind Guinea, Guinea-Bissau und Gambia. Dakar, die Hauptstadt, liegt auf der Kap-Verde-Halbinsel an der Atlantik-Küste. Sie ist die größte Stadt des Landes und die am weitesten westlich gelegene Stadt Kontinentalafrikas. Saint-Louis, die alte Kolonialhauptstadt, liegt im Nordwesten an der Mündung des Flusses Senegal. Im Senegal leben 14,3 Mio. Menschen. Im Jahr 1960 erlangte das Land die Unabhängigkeit von Frankreich.

St. Louis: Hier leben die so genannten Talibés, Jungen im Alter von 4-18 Jahren, die aus ländlichen Gegenden des Senegal kommen. Arme Familien übergeben sie an Marabouts,
selbsternannte Lehrer, die den Kindern den Koran und die arabische Schrift beibringen. Die Kinder leben in Hinterhöfen auf dem blanken Boden, meist ohne ein Dach über dem Kopf. Sie besitzen oft nur die Kleider, die sie am Leib tragen. Ihr Essen müssen sie sich tagtäglich auf der Straße erbetteln – für sich und den Marabout. Fließendes Wasser und Toiletten sind die Ausnahme, Krankheiten und Verletzungen an der Tagesordnung. Schulische Bildung und damit Zukunftsperspektiven bleiben den Kindern vorenthalten.

Globale Mittelhessen vom 20.01. bis 02.02.

Am Freitagabend, den 20. Januar, eröffnet das Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen 2017 mit dem Film „Les Sauteurs – Those Who Jump“ in der Waggonhalle Marburg.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in 10 Orten: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Heuchelheim, Saasen, Weilburg, Niederwetter und Herborn. Abgesehen vom Auftakt in der Waggonhalle finden alle Marburger Veranstaltungen im Kino Capitol in der Biegenstr. 8 statt.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.

Veranstaltungsreihe Tourismus: Film „Blickwechsel – Sichtweisen auf deutsche Freiwillige“

Dtl. 2014, OmdtU

Regie: Christian Weinert

Meistens prägen nur die persönlichen Erfahrungen, Erzählungen und Berichte von jungen deutschen Freiwilligen das öffentliche Bild von Freiwilligendiensten in afrikanischen Ländern. Aber was denken BegleiterInnen vor Ort über das Kommen und Gehen der deutschen Gäste? In der perspektivreichen Dokumentation schildern Personen in Südafrika, Ghana und Gambia ihre Sichtweisen und Erfahrungen mit deutschen Freiwilligen.

Der Film wird in Anwesenheit des Regisseurs Christian Weinert gezeigt werden, der im Anschluss an den Film für Fragen bzw. eine Diskussion bereit stehen wird.

 

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In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt und das Land Hessen.
Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

6. Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen

Zum sechsten Mal lädt das Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen zur Auseinandersetzung mit den kritischen Themen unserer globalisierten Gegenwart ein.

Das Festival eröffnet am 22. Januar 2016 mit dem Film „Auf der Seite der Braut“, der syrische Menschen auf ihrem Weg durch Europa begleitet. Er feiert Humanismus und den Widerstand gegen unhaltbare Zustände – und dass diese zuweilen phantasievolle Wege gehen müssen. In dieser Hinsicht repräsentiert er als Eröffnungsfilm das gesamte Festival in einem für uns zentralen Aspekt. Denn die präsentierten Filme stellen globale Probleme und ihre Ursachen nicht nur dar, sondern dokumentieren ebenso ein Interesse an widerständigen Menschen und sozialen Bewegungen, die in vielfältiger Art und Weise für ihre Rechte kämpfen und sich immer wieder auf die Suche nach alternativen Lösungsansätzen begeben.

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Film und Diskussion mit Katharina Oguntoye: Schwarze im Nationalsozialismus

Film und Diskussion mit Katharina Oguntoye: Schwarze im Nationalsozialismus
Film: „Black Survivors of the Holocaust“, Großbritannien 1997, Regie: M. Shewa u. D. Okuefuna, 90 Min., Englisch mit deutschen Untertiteln

Wie lebten Menschen mit afrikanischen Wurzeln im Deutschland der 1930er Jahre und was mussten sie in dieser Zeit erleiden und erdulden? Darüber ist im Lande weitgehend wenig bekannt. Die BBCDokumentation „Black Survivors of the Holocaust“ bringt diese Wirklichkeit
in Interviews und raren Originalfilmdokumenten ans Licht. Der Regisseur David Okuefuna und der Produzent Moise Shewa (Afro-Wisdom Productions) haben mit ihrer hervorragenden Recherche ein Filmdokument von unschätzbarem Wert geschaffen, in dem sie für kommende
Generationen die Stimmen von Zeitzeugen und Nachkommen der Afro-deutschen und Afrikaner*innen festgehalten haben. Der Film wird von der Berliner afro-deutschen Historikerin
Katharina Oguntoye präsentiert. Sie ist Mitautorin und Mitherausgeberin des ersten Buches über Afro-deutsche: „Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“ (Berlin 1986). Sie leitet seit 20 Jahren den von ihr mitgegründeten interkulturellen Verein „Joliba
e.V.“ in Berlin. Die Historikerin mit nigerianisch-deutschen Wurzeln veröffentlichte 1997 ihre bahnbrechende historische Arbeit „Eine afro-deutsche Geschichte. Zur Lebenssituation von AfrikanerInnen und Afro-Deutschen von 1884 bis 1950“. Im Anschluss an die Präsentation und
Vorführung des Filmes beantwortet Katharina Oguntoye Fragen des Publikums.