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Schulbildung im Senegal

Vortrag und Diskussion mit Amary Fall (Kaolack/ Senegal)

Amary Fall war senegalesischer Lehrer und Verantwortlicher in der Bezirksverwaltung von Kaolack, der zweitgrößten Stadt des Senegal. Die Situation im Senegal wird in unseren Medien selten thematisiert. Der Vortrag ermöglicht einen direkten Einblick in das Bildungswesen des westafrikanischen Landes.

Amary Fall geht im Sinne des postkolonialen Diskurses der Frage nach, welche historischen Auswirkungen der französischen Kolonialzeit bis heute im Bildungswesen des Senegals aufzuspüren sind.

Es wird auch den aktuellen Veränderungen und positiven Ansätzen der Bildungslandschaft im Senegal Raum gegeben. Hierbei wird Amary Fall auf die Alphabetisierung und die Schulbesuchsquote eingehen und auch Aspekte hinter den Statistiken ansprechen.

Als Beispiel einer positiven Entwicklung für Bildung im ländlichen Raum stellt Amary Fall das Collège in Keur Baka, einem kleinen Ort südlich von Kaolack, vor, für dessen Aufbau und Entwicklung er als Inspecteur de l’Académie mitverantwortlich war. In diese weiterführende Schule mit circa 500 Schülerinnen und Schülern kommen Kinder aus 26 Dörfern. Einige haben einen Schulweg von bis zu sieben Kilometern, den sie morgens und nachmittags zu Fuß zurücklegen müssen. Mit Unterstützung des Senegalverein Marburg war es im Schuljahr 2017/18 erstmals möglich, eine Schulkantine einzurichten, in der derzeit circa einhundert Kinder an drei Tagen in der Woche ein warmes Mittagessen erhalten. Die Bewirtschaftung der Schulkantine erfolgt durch eine Frau der Dorfgemeinschaft; ein Teil der Lebensmittel wird von den Bauern der umliegenden Dörfer geliefert.

Kindheit und Schule im Senegal – Impressionen

„Ein leerer Bauch hat keine Ohren“ (senegalesisches Sprichwort)

Kindheit und Schule im Senegal – Impressionen

Der Senegalverein Marburg e.V. lädt ein zu Vortrag und Diskussion

mit

Angela Schmidt-Bernhardt

Birte Egloff

Robert Bernhardt

Im April 2017 haben wir erneut unsere Projekte im Senegal besucht.

In dem kleinen Ort Keur Baka südlich von Kaolack unterstützen wir eine weiterführende Schule mit 476 Schülerinnen und Schülern. Die Kinder kommen aus 26 umliegenden Dörfern.

Einige haben einen Schulweg von 7 Kilometern, den sie morgens und nachmittags zu Fuß zurücklegen. Wir unterstützen die Schulleitung, die Lehrerinnen und Lehrer, die Dorfältesten bei der Einrichtung einer Schulkantine.

Im Norden des Landes, in St. Louis, arbeiten wir mit einer lokalen Initiative zusammen, die sich die medizinische Erstversorgung von Straßenkindern zur Aufgabe gemacht hat.

Ausgehend von diesen Beispielen möchten wir einen Einblick in das Bildungswesen und in die Situation der Kinder und Jugendlichen in diesem westafrikanischen Land geben.

Die großen Herausforderungen, allen Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, werden ebenso beleuchtet wie aktuelle positive Ansätze zur Verbesserung der Lebenssituation.

Der Senegalverein Marburg e.V. wurde im Jahr 2012 gegründet. Gründungsidee war die Unterstützung eines Straßenkinderprojektes, das von jungen Senegalesen geleitet wird. Wir unterstützen die medizinische Erstversorgung und die Beschaffung von Kleidung und Spielgeräten. Mehrfach haben wir Reisen in den Senegal unternommen, um uns vor Ort ein Bild von der Situation zu machen und mit den senegalesischen Partnern die Möglichkeiten zur
Unterstützung zu besprechen.

Der Senegal liegt im äußersten Westen Afrikas im Übergang der Sahelzone zu den
Tropen. Östliches Nachbarland ist Mali. Im Norden bildet der Senegalfluss die Grenze
zu Mauretanien, Nachbarländer im Süden sind Guinea, Guinea-Bissau und Gambia. Dakar, die Hauptstadt, liegt auf der Kap-Verde-Halbinsel an der Atlantik-Küste. Sie ist die größte Stadt des Landes und die am weitesten westlich gelegene Stadt Kontinentalafrikas. Saint-Louis, die alte Kolonialhauptstadt, liegt im Nordwesten an der Mündung des Flusses Senegal. Im Senegal leben 14,3 Mio. Menschen. Im Jahr 1960 erlangte das Land die Unabhängigkeit von Frankreich.

St. Louis: Hier leben die so genannten Talibés, Jungen im Alter von 4-18 Jahren, die aus ländlichen Gegenden des Senegal kommen. Arme Familien übergeben sie an Marabouts,
selbsternannte Lehrer, die den Kindern den Koran und die arabische Schrift beibringen. Die Kinder leben in Hinterhöfen auf dem blanken Boden, meist ohne ein Dach über dem Kopf. Sie besitzen oft nur die Kleider, die sie am Leib tragen. Ihr Essen müssen sie sich tagtäglich auf der Straße erbetteln – für sich und den Marabout. Fließendes Wasser und Toiletten sind die Ausnahme, Krankheiten und Verletzungen an der Tagesordnung. Schulische Bildung und damit Zukunftsperspektiven bleiben den Kindern vorenthalten.