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El Salvador vor den Präsidentschaftswahlen 2019: Was wird aus den Menschenrechten?

Vortrag und Diskussion mit

Ana Carolina Amaya Tobar (UNES El Salvador)

In El Salvador regiert seit mehr als 10 Jahren die linke FMLN. Bei den kommenden Präsi-dentschaftswahlen im Februar 2019 stellen sich ein rechter, ein ultrarechter und ein Kandidat der FMLN zur Wahl. Welche Partei auch immer gewinnen wird – die Folgen für die bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte sind gravierend. Wird die Wasserversorgung endgültig privatisiert werden? Werden die 15.000 Soldaten, die die Straßen (un)sicher machen, in die Kasernen zurückkehren? Wird es gelingen, das Ausmaß der Gewalt in El Salvador zu reduzieren?
Diese Fragen wollen wir diskutieren mit der Menschenrechtsaktivistin Ana Carolina Amaya Tobar. Sie setzt sich seit mehr als zwanzig Jahren für sozio-ökologische Anliegen ein. Sie begleitet und berät Gemeinden in El Salvador, wenn es um die Themen Wasser, Territorium, Biodiversität, Klimawandel und Risikomanagement geht. Derzeit arbeitet sie für die Unidad Ecológica Salvadoreña UNES www.unes.org.sv.

In Kooperation mit Pachamama Connexion e.V., Magistrat der Universitätsstadt Marburg/ WIR-Programm, Kulturhorizonte e.V., Curupira e.V.

¡YO SOY MUJER! Kampf um Frauenrechte in El Salvador

Wie sehen die Lebenssituationen von Frauen in El Salvador aus? Wie weit ist die Emanzipation der Frauen in der salvadorianischen Gesellschaft gediehen, nach zwölf Jahren Bürgerkrieg, 20 Jahren ultrarechter ARENA-Regierung und sechs Jahren Mitte-links-Regierung der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN)?

Wir wollen nachfragen, was Frau-Sein in El Salvador heißt. Wie beschreiben Frauen ihre soziale, gesellschaftliche und ökonomische, aber auch rechtliche Situation? Können Selbstbewusstsein und politische Partizipation von Frauen dem allgegenwärtigen Machismo und der Gewalt Paroli bieten? Wir wollen hinterfragen, wie die politischen Eliten in El Salvador mit „Frau“ im Parlament, im Justizsystem oder auch bei Straßenmobilisierungen umgehen. Wir wollen erfahren, welchen Schwierigkeiten Kampagnen für reproduktive Selbstbestimmungsrechte begegnen und uns fragen: Wer verhindert die Aufhebung des absoluten Abtreibungsverbotes? Wir wollen verstehen, mit welchen traditionellen, kirchlichen und konservativen Bildern Frau in eine Rolle erzogen und ihr das Selbstbestimmungsrecht abgesprochen wird und was feministische Kämpfe in der heutigen salvadorianischen Gesellschaft bedeuten können.

Zu diesem Thema wird Azucena Ortíz im Rahmen der El Salvador-Rundreise sprechen und mit uns diskutieren.

Azucena Ortíz ist seit 2014 Geschäfts­führerin des Frauen­verbandes Mélida Anaya Montes. Die nach der Gründerin der ersten salvadorianischen Guerillaorganisation, Mélida Anaya Montes benannten Mélidas formierten sich nach dem Friedensschluß 1992 in einer Versammlung von über 1.500 Frauen. In den vergangenen 23 Jahren haben sich die Mélidas als Organisation einen Namen gemacht, die u.a Hausangestellte, Arbeiterinnen in den Billiglohn-Weltmarktfabriken (Maquilas) und Landfrauen unterstützt und mit ihnen für ihre Rechte kämpft. Heute kommen Ministerinnen und Abgeordnete der Regierungspartei FMLN aus den Reihen der Mélidas.