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Online-Seminar „Ernährungssouveränität“

Online-Seminar mit Lena Luig (INKOTA)

Die Zahl der Hungernden ist zum fünften Mal in Folge gestiegen und liegt inzwischen bei 690 Millionen Menschen weltweit. Und das, obwohl insgesamt so viele Nahrungsmittel produziert werden wie nie zuvor. Gleichzeitig zeigen sich die „Nebenwirkungen“ einer auf Ertragsmaximierung ausgerichteten industriellen Landwirtschaft immer deutlicher – die Klimakrise spitzt sich zu, die Artenvielfalt schwindet zunehmend und immer mehr Menschen leiden an Pestizidvergiftungen. Im Online-Seminar erläutert Lena Luig, warum wir neben der Ernährungssicherung ein ganzheitliches Konzept wie das Prinzip der Ernährungssouveränität brauchen, das die Erzeuger*innen sowie die Konsument*innen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt, anstatt vorrangig die Interessen börsennotierter Konzerne zu bedienen. Außerdem wollen wir mit euch diskutieren, wie der Faire Handel mit dem Konzept der Ernährungssouveränität zusammenpasst.

Lena Luig arbeitet seit 2017 als Referentin für globale Landwirtschaft und Welternährung bei INKOTA. Aktuell arbeitet sie vorrangig zu den Folgen des Einsatzes (hoch)gefährlicher Pestizide für Menschen im globalen Süden und koordiniert die Kampagne „Giftexporte stoppen“ (siehe www.inkota.de/giftexporte-stoppen). Sie hat Lateinamerikanistik studiert und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den negativen Auswirkungen der brasilianischen Agrarindustrie.

 

Neue Ausgabe unserer Zeitschrift Weltsicht erschienen: Ernährungssouveränität

Die neue Weltsicht des Weltladen Marburg ist da, bereits die zweite in diesem Jahr!

Die aktuelle Ausgabe greift das Thema Ernährungssouveränität auf, mit dem sich der Verein zuletzt viel beschäftigte. Dabei ist es uns wichtig, nicht nur in das Thema einzuführen, sondern auch vorzustellen, inwieweit uns dies als Verein mit unseren Partnerinnenorganisationen APROLMA in Honduras und FEM in Nicaragua verbindet. Denn Ernährungssouveränität geht uns auch im Globalen Norden sehr viel an.

Eine gedruckte Ausgabe bekommt ihr kostenfrei natürlich im Weltladen. Die digitale Version könnt ihr auf unserer Webseite herunterladen oder gleich hier

Viel Erkenntnis und Freude bei der Lektüre!

Medienkoffer neu erschienen: Unsichtbar? Hinter den Kulissen globaler Waren. Inklusive Methoden für den Förderschwerpunkt „Sehen“

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern! So lautet das SDG 4 (Sustainable Development Goal).

Sowohl die Nachhaltigen Entwicklungsziele als auch die UN-Behindertenrechtskonvention verdeutlichen, wie wichtig inklusive Bildung ist. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, allen Kindern und Jugendlichen diese Bildung zu ermöglichen.

Das vorliegende Konzept für Fachkräfte in der pädagogischen Arbeit mit Kindern (7 – 12 Jahre) bietet Methoden und Materialien des Globalen Lernens an, die es sehenden und nichtsehenden Kindern gleichermaßen ermöglichen, an diesem Bildungsangebot teilzuhaben.

Die Konzeption gliedert sich in drei thematische Module: Modul 1: Kakao, Modul 2: Textil und Modul 3: Fairer Handel.  Dabei beinhalten die einzelnen Module jeweils unterschiedliche Methodenvorschläge und sind so gestaltet, dass es auch nicht sehenden Lehrkräften, Pädagog*innen oder anderen anleitenden Personen ermöglicht wird, diese Materialien barrierearm anzuwenden.

Ausleihmodalitäten:

  • kostenfreie Ausleihe vor Ort im Infozentrum des Weltladens Marburg
  • bei Versand: 25 Euro plus Rückversand auf eigene Rechnung
  • max. Zeitraum: 2 Wochen

Download Begleitheft

Anfragen an die Bildungsreferentin unter epa@marburger-weltladen.de

Vortrag „Wir haben es satt! Wege zu einer zukunftsfähigen Agrarpolitik“

Vortrag mit Peter Schonhöffer (Attac)

2020 stehen wichtige Entscheidungen für die Landwirtschaft und für das Klima an: Bei der EU-Agrarreform entscheidet sich, ob mit den Milliarden-Subventionen die Agrarwende gestemmt und das Insektensterben gestoppt werden kann. Mit einem Veto gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen kann Deutschland mithelfen, die Feuer am Amazonas einzudämmen. Seit Jahrzehnten stemmt sich die Agrarlobby gegen jede Veränderung. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner lässt die Bäuer*innen bei den notwendigen Veränderungen allein. Sie will die Milliarden-Subventionen weiter denen geben, die viel Land besitzen – egal, wie sie wirtschaften. Die industrielle Landwirtschaft hat fatale Auswirkungen: Flächendeckender Pestizideinsatz tötet massenhaft Insekten. Zu viel Gülle verschmutzt unser Wasser. Für das Gensoja-Futter in deutschen Tierfabriken werden Regenwälder abgebrannt. Dumping-Exporte überschwemmen die Märkte im globalen Süden und berauben unzählige Bäuer*innen ihrer Existenz. Das haben wir satt: Für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für insektenfreundliche Landschaften und globale Solidarität!

In dem Vortrag wird Peter Schonhöffer unter anderem auf die folgenden Fragen eingehen: Welche Probleme verursacht die Agrarpolitik auf nationaler, europäischer und globaler Ebene? Wie sähe eine zukunftsfähige Agrarpolitik aus? Wie können wir Veränderungen in der Agrarpolitk erstreiten?

Peter Schonhöffer arbeitet bei Attac unter anderem zu den Themen Globalisierung, soziale Gerechtigkeit und Ökologie.

Bus zur Demo nach Berlin
Abfahrt: Sa. 18.1. 4:30 Uhr, Krummbogen
Ankunft: Sa. 18.1. ca. 21 Uhr
Preis: Selbsteinschätzung (Richtwert 32€)
Anmeldung: jannik.schestag@googlemail.com
Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de

Permakultur in Kenia, Vortrag von Philip Munyasia

PERMAKULTUR IN KENIA – (ER)LEBE DIE ERNÄHRUNGSREVOLUTION

Philip Odhiambo Munyasia aus Kenia kommt im Sommer & Herbst 2019 nach Europa um sein Projekt „OTEPIC“ vorzustellen.

Philip wuchs im Slum „Mitume“ in Kitale, einer Stadt im Westen Kenias, auf. Hunger, Gewalt, Arbeitslosigkeit und ethnische Konflikte sind dort an der Tagesordnung. Bereits als Jugendlicher hat er seine große Vision der Ernährungsrevolution formuliert: Nachhaltige Selbsternährung, Weitergabe des Wissens und Leben in Frieden und im Einklang mit der Natur.

Nach Studien in den USA und Portugal kehrte er zurück nach Kenia zurück und fand Gleichgesinnte. So konnte OTEPIC vor 11 Jahren gegründet und damit begonnen werden die Vision zu verwirklichen.

Seit dem Beginn sind Workshops und Schulungen, sowie nachhaltige Nahrungsproduktion und Permakultur Inhalt des Projektes.

Viele Hürden wurden in den vergangenen Jahren überwunden. Heute bewirtschaftet das Projekt vier Gärten auf 11 ha Fläche. Es gibt ein Waisenhaus, eine Tanzgruppe und viele Helfer und Unterstützer. Unter anderem ermöglichen zwei solarbetriebene Grundwasserpumpen 3.000 Menschen einen kostenfreien Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Zur Weiterentwicklung und Weitergabe des Know-Hows soll ein ökologisches und autarkes Friedenskulturdorf mit Seminarzentrum entstehen.

OTEPIC, „Organic Technology Extension and Promotion of Initiative Centre” (Initiativzentrum zur Förderung und Ausweitung ökologischer Technologien), wurde 2008 als „Community Based Organization“ (CBO) registriert.

OTEPIC bringt Hoffnung und Perspektive in die ärmsten Regionen Kenias und Ostafrikas. Viel wurde bereits erreicht, es gibt aber auch noch viel zu tun bis die ganze Vision Wirklichkeit wird.

Die ausschließlich kenianische OTEPIC-Organisation besteht aus 5 Vorstandsmitgliedern, 11 festen Mitarbeitern und saisonabhängig bis zu 50 ehrenamtlichen Helfern.