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Frauenbewegungen in Nordafrika: Wir wollen alles – oder doch nur die Hälfte?

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Vortrag und Diskussion mit Dr. Ingrid El Masry
(feministische Transformationsforscherin)

Die Staaten Nordafrikas sind hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und politischen Strukturen sehr heterogen. Zugleich sind sie vielleicht mehr denn je mit ähnlichen entwicklungspolitischen Herausforderungen konfrontiert, die sich auf die Formel eines starken, teils von außen erzwungenen Modernisierungsdrucks bringen lassen.
Im Vortrag wird es darum gehen, die rechtliche, politische und sozioökonomische Lage der Frauen und die politischen Motivationen ihrer jeweiligen Bewegungen exemplarisch zu beleuchten und zu diskutieren.

Dr. Ingrid El Masry ist eine feministische Transformationsforscherin mit dem Schwerpunkt
Nordafrika am Institut für Politikwissenschaft der Philipps-Universität Marburg.

Das komplette Programm der Veranstaltungsreihe Nordafrika zum Download

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

¡YO SOY MUJER! Kampf um Frauenrechte in El Salvador

Wie sehen die Lebenssituationen von Frauen in El Salvador aus? Wie weit ist die Emanzipation der Frauen in der salvadorianischen Gesellschaft gediehen, nach zwölf Jahren Bürgerkrieg, 20 Jahren ultrarechter ARENA-Regierung und sechs Jahren Mitte-links-Regierung der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN)?

Wir wollen nachfragen, was Frau-Sein in El Salvador heißt. Wie beschreiben Frauen ihre soziale, gesellschaftliche und ökonomische, aber auch rechtliche Situation? Können Selbstbewusstsein und politische Partizipation von Frauen dem allgegenwärtigen Machismo und der Gewalt Paroli bieten? Wir wollen hinterfragen, wie die politischen Eliten in El Salvador mit „Frau“ im Parlament, im Justizsystem oder auch bei Straßenmobilisierungen umgehen. Wir wollen erfahren, welchen Schwierigkeiten Kampagnen für reproduktive Selbstbestimmungsrechte begegnen und uns fragen: Wer verhindert die Aufhebung des absoluten Abtreibungsverbotes? Wir wollen verstehen, mit welchen traditionellen, kirchlichen und konservativen Bildern Frau in eine Rolle erzogen und ihr das Selbstbestimmungsrecht abgesprochen wird und was feministische Kämpfe in der heutigen salvadorianischen Gesellschaft bedeuten können.

Zu diesem Thema wird Azucena Ortíz im Rahmen der El Salvador-Rundreise sprechen und mit uns diskutieren.

Azucena Ortíz ist seit 2014 Geschäfts­führerin des Frauen­verbandes Mélida Anaya Montes. Die nach der Gründerin der ersten salvadorianischen Guerillaorganisation, Mélida Anaya Montes benannten Mélidas formierten sich nach dem Friedensschluß 1992 in einer Versammlung von über 1.500 Frauen. In den vergangenen 23 Jahren haben sich die Mélidas als Organisation einen Namen gemacht, die u.a Hausangestellte, Arbeiterinnen in den Billiglohn-Weltmarktfabriken (Maquilas) und Landfrauen unterstützt und mit ihnen für ihre Rechte kämpft. Heute kommen Ministerinnen und Abgeordnete der Regierungspartei FMLN aus den Reihen der Mélidas.