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Schmutzige Brühe, harte Geschäfte, blaues Gold

Veranstaltungsreihe „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“

Vortrag und Diskussion mit

Prof. Dr. Petra Dobner, Universität Halle-Wittenberg

Theoretisch reicht das grundsätzlich verfügbare Dargebot an Frischwasser in der Welt für alle Menschen und alle Bedarfe aus. Aber eben nur theoretisch: Nicht immer ist das Wasser da, wo es gebraucht wird, und oftmals ist es dann nicht da, wenn es gebraucht würde. Neben örtlichen und saisonalen Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage von Wasser stellen Verschmutzung, Versalzung, Verluste von Trinkwasser in schadhaften Leitungssystemen bzw. das Fehlen von technischer Infrastruktur sowie Konkurrenzkämpfe zwischen verschiedenen Nutzungsinteressen zentrale Probleme dar.
Zahlreiche ökologische, vor allem aber politische und ökonomische Hürden wären zu überwinden, um das Weltentwicklungsziel zu erreichen, in den nächsten anderthalb Jahrzehnten alle Menschen weltweit mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Der Vortrag zeigt ausschnitthaft wasserbezogene Konflikte und Herausforderungen auf – und lädt dazu ein, über Lösungen und eigene Beiträge nachzudenken und zu diskutieren.

Die Referentin Prof. Dr. Petra Dobner wurde im Jahr 2008 habilitiert, Ihre Arbeit trug den Titel „Wasserpolitik“. Heute ist sie Professorin für Systemanalyse und Vergleichende Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist bzw. war Mitglied verschiedener Arbeitsgruppen deutscher Wissenschaftsakademien zu wasserbezogenen Fragestellungen.

 

In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Steueroase Deutschland, Vortrag von Markus Meinzer (Tax Justice Network)

In Deutschland sieht man sich gerne als Opfer seiner europäischen Partner. Peer Steinbrück wollte die Kavallerie in die Schweiz schicken, um dort die Finanzsümpfe trocken zu legen. Doch im Kampf um Investoren und im Buhlen um das internationale Finanzkapital wird auch hierzulande bei den Steuertricks der Konzerne weggeschaut, rollt man Schwarzgeld den roten Teppich aus und bleiben die Aufsichtsbehörden zu schwach, um dem Treiben Einhalt zu gebieten. In diesem Vortrag erklärt Markus Meinzer, wie Deutschland nicht bloß Opfer der Steueroasen, sondern längst selbst Teil des Problems ist. Er skizziert, wie eine faire Finanzarchitektur für das 21. Jahrhundert aussehen kann und welche Rolle Deutschland bei ihrer Durchsetzung spielen könnte.

Markus Meinzer arbeitet für das Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network), das sich für eine am Gemeinwohl orientierte Finanzpolitik einsetzt. Zum Thema des Vortrags hat Markus Meinzer Anfang September ein Buch im Beck Verlag veröffentlicht, das große Aufmerksamkeit erregt und in überregionalen Medien wie Spiegel, Deutschland – Radio und Tagesspiegel ein Echo fand.

Veranstalter: Micha-Initiative Marburg, attac Marburg, Buchhandlung Roter Stern, Kulturelle Aktion Marburg Strömungen, DGB Marburg-Biedenkopf, GEW, Weltladen Marburg