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Wege aus der Rüstung: Konversionsinitiativen vs. Rüstungslobbyismus

Veranstaltungsreihe Waffenhandel

Vortrag und Diskussion mit
Malte Meyer (Autor und Historiker)

Vor dem Hintergrund von Aufrüstungstendenzen hat es auf den linken Flügeln von Gewerkschaften und Friedensbewegung bereits in den 1980er Jahren Bestrebungen für Rüstungskonversion, also die Umstellung der Rüstungsproduktion auf die Fertigung ziviler Güter, gegeben. Friedensbewegte Techniker*innen beim britischen Luftwaffenausrüster „Lucas Aerospace“ wurden auch für betriebliche Arbeitskreise in westdeutschen Rüstungs-unternehmen zum Vorbild, um „Produkte für das Leben, statt Waffen für den Tod“ zu fordern.

Der Vortrag geht auf die Geschichte, Wirkung und Aktualität dieser Konversionsbemühungen ein, erklärt aber auch, warum gewerkschaftlicher Rüstungslobbyismus, etwa in Gestalt des IG Metall-Arbeitskreises „Wehrtechnik und Arbeitsplätze“, politische Siege davontrug.

Malte Meyer hat vor zwei Jahrzehnten in Marburg Politikwissenschaft und Geschichte studiert und unterzog seine gewerkschaftliche Orientierung u.a. in dem 2017 veröffentlichten Buch „Lieber tot als rot. Gewerkschaften und Militär in Deutschland seit 1914“ einer kritischen Überprüfung.

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

       

   

Südafrika nach dem Marikana Massaker

Vortrag und Diskussion mit

Carmen Ludwig (Institut für Politikwissenschaft der Uni Gießen)

Es waren schockierende Bilder, die um die Welt gingen: Im August 2012 wurden 34 Bergleute einer Platin-Mine in Marikana bei Rustenburg von der Polizei mit Schnellfeuergewehren während eines Streiks erschossen und 78 Streikende verletzt. Der spontane Arbeitskampf wurde sowohl gegen das Unternehmen als auch gegen die etablierte Bergarbeitergewerkschaft NUM geführt. Nach nahezu sechs Wochen waren die Streikenden erfolgreich und sie erreichten eine Lohnerhöhung von bis zu 22%. Daran schloss sich in 2014 der längste Streik in der Geschichte Südafrikas im Platin Sektor an.

Das Marikana Massaker hat die politische Landschaft im Post-Apartheid Südafrika drastisch verändert. Die größte Einzelgewerkschaft Südafrikas, die Metallarbeitergewerkschaft NUMSA, hat den Bruch mit der verbündeten Regierungspartei ANC verkündet und sich auf den Weg gemacht, eine sozialistische Alternative zu gründen. Bedeutung und Folgen von Marikana für Südafrika und insbesondere für die dortige Gewerkschaftsbewegung sind Gegenstand des Vortrags.


 

Der ursprünglich für den 27.10. vorgesehene Vortrag „Umweltbewegungen und die Suche nach Alternativen“ von Melanie Müller fällt leider aus