Schlagwort-Archive: Globalisierung

EPAs – Partnerschaft mit Afrika? Wie die EU-Handelspolitik Afrika auspresst

Vortrag von Dr. Franziska Müller (Universität Kassel)

EPAs sind sogenannte Economic Partnership Agreements (Wirtschafts­partnerschafts­abkommen) die von der Europäischen Union mit Ländern im afrikanischen, karibischen und pazifischen Raum, den sogenannten AKP-Staaten, ausgehandelt werden.

Die Märkte dieser Länder sollen unbegrenzt für Importe geöffnet und der Zugang zu Rohstoffen, vom Erdöl über Holz bis hin zu Metallen, gesichert werden. Dienstleistungskonzerne, von Finanzen über Wasser bis zu Tourismus, bekommen über die Verträge Zugang zu lukrativen öffentlichen Aufträgen und zu zu privatisierenden Dienstleistungen.

Bisherige Handelsliberalisierungen in afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP-Staaten)  vergrößerten die Armut immens, die EPAs werden diesen Trend fortsetzen. Ein Großteil der Bevölkerung in diesen Ländern lebt von der Landwirtschaft. Schon jetzt entledigt sich die EU in den AKP-Staaten ihrer landwirtschaftlichen Überproduktion und zerstört damit die lokalen Märkte. Auch die wenigen Industriebetriebe und das Kleingewerbe werden einer vernichtenden Konkurrenz ausgesetzt. Ausländische Investoren werden kaum Auflagen erhalten. Dadurch wird die soziale und ökologische Verwüstung weiter vorangetrieben.

Die EPAs fixieren in allen Wirtschaftsbereichen die Regeln neu: demokratische Spielräume für eine eigenständige Wirtschafts- und Sozialpolitik werden mit den EPAs stark eingeschränkt

Dr. Franziska Müller forscht und lehrt an der Universität Kassel unter anderem zu den Themen EU-Afrika – Beziehungen und Entwicklungs-zusammenarbeit. Sie ist Teil der „Glocalpower – Nachwuchsgruppe“ in der über Werkzeuge und Netzwerke für eine Transformation der Energiesysteme in Afrika geforscht und gearbeitet wird.

Veranstalter: attac Marburg, Marburger Bündnis gegen TTIP, ver.di und GEW Marburg, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen, Buchladen Roter Stern, Weltladen Marburg

Globale Mittelhessen startet am 26. Januar

Am Freitagabend, den 26. Januar, eröffnet das Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen 2018 mit dem Film „Grünes Gold – Dead Donkeys Don’t Fear Hyena“ in der Waggonhalle Marburg.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in diesem Jahr an 11 Orten und bis zum 10. Februar: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Saasen, Weilburg, Niederwetter, Dillenburg, Lohra-Damm und Biebertal-Königsberg.

Abgesehen vom Auftakt und den Filmen am Samstag 27.01., die  in der Waggonhalle stattfinden, laufen alle Marburger Filme im Kino Capitol in der Biegenstr. 8.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.

Gift, Gentech, Großmacht – Bayer& Monsanto, Vortrag von Thomas Dürmeier (Goliathwatch)

In rasantem Tempo treiben Konzerne die Globalisierung des Agrar- und Ernährungssystems voran. Sechs der weltweit 16 größten Fusionen der letzten Jahre fanden in diesem Sektor statt.

Derzeit tun sich Saatgut- und Chemiekonzerne zusammen. Aus drei Megafusionen von Bayer und Monsanto, Chemchina und Syngenta sowie Dow und Dupont würden Giganten hervorgehen, die zusammen über 60 % des weltweiten Saatgutmarktes und über 70% des globalen Pestizidmarktes kontrollieren würden.

Auch im Lebensmitteleinzelhandel, bei den großen Lebensmittelverarbeitern und beim Handel mit Agrarrohstoffen dominieren ganz wenige große Konzerne. Und die Landmaschinen-Hersteller schwingen sich derzeit zu Digitalisierungskonzernen auf. Ergebnis sind tiefgreifende Auswirkungen vor allem auf die Bäuer*innen und Arbeiter*innen entlang der Produktionsketten.

Aber auch die tägliche Ernährung liegt immer stärker in Konzernhand.

Kartellämter und die EU-Wettbewerbskommissarin stoppen die Großkonzerne nicht.

Wird das Gift „Glyphosat“ aus dem Hause Monsanto trotz seiner Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt genehmigt? Schafft Monsanto es erneut, Bedenken einfach mit fragwürdigen Gutachten vom Tisch zu wischen und dabei seine Marktmacht als Druckmittel auf die Behörden zu nutzen? Können multinationale Großkonzerne mit ihrer Macht die Demokratie und damit den Schutz der Bürger vor Gesundheitsgefahren aushebeln?

Der Vortrag stellt aktuelle Trends im Fusionsfieber der Großkonzerne dar, erläutert die negativen Folgen und Ursachen dafür und diskutiert politische Auswege. Insbesondere die Möglichkeiten und Grenzen der Marktaufsicht und Fusionskontrolle stehen im Vordergrund.

Ein strategischer Hebel für den Umbau des globalen Ernährungssystems wäre eine Politisierung des Wettbewerbsrechts. Die Kampagne „Konzernmacht begrenzen“ arbeitet zusammen mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen an gemeinsamen Forderungen.

Referent: Dr. Thomas Dürmeier, Volkswirt und Campaigner bei Goliathwatch, Hamburg; Mitautor der „Fusion von Bayer und Monsanto – Streitschrift gegen die Ohnmacht der Wettbewerbskontrolle“ (April 2017), download unter:

https://www.aktion-agrar.de/streitschrift-konzernmacht/

Veranstaltende Organisationen: Aktion Agrar, Arbeitskreis Marburger WissenschaftlerInnen für Friedens-  und Abrüstungsforschung (AMW), Attac Marburg, Goliathwatch, Humanistische Union Marburg, Marburger Weltladen

Globale Mittelhessen vom 20.01. bis 02.02.

Am Freitagabend, den 20. Januar, eröffnet das Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen 2017 mit dem Film „Les Sauteurs – Those Who Jump“ in der Waggonhalle Marburg.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in 10 Orten: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Heuchelheim, Saasen, Weilburg, Niederwetter und Herborn. Abgesehen vom Auftakt in der Waggonhalle finden alle Marburger Veranstaltungen im Kino Capitol in der Biegenstr. 8 statt.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.

Indiens Weg zur Supermacht: Chancen und Fesseln für Indiens Entwicklung

Veranstaltungsreihe „Indien – Kontinuität und Wandel“

Vortrag und Diskussion mit

Pearly Walter, Pastorin der Madras Diözese der Südindischen Kirche

Indien wird gegenwärtig mit großen sozialen und ökonomischen Veränderungen konfrontiert. Einerseits verzeichnet das Land große Erfolge als globale Wirtschaftsmacht und stabilisiert somit den wirtschaftlichen Wert Indiens, selbst in der Finanzkrise. Andererseits existieren große Armut, Korruption, religiöser Fundamentalismus, Menschenrechtsverletzungen und kastenbasierte Formen von Diskriminierung.
Stellen die Slogans ‚incredible India‘ und ‚India shining‘ nur Trugbilder für die nach sozialer und ökonomischer Gleichheit strebenden Menschen dar, oder kann ihre Hoffnung auf ein würdiges und selbstbestimmtes Leben wahr werden?

Pearly Usha Walter kommt aus Tamil Nadu in Indien. Sie ist ordinierte Pastorin der Madras Diözese der Südindischen Kirche (CSI). Nach ihrem Theologiestudium in Indien hat sie mit
ihrer Promotion im Fach Neues Testament an der Universität Hamburg begonnen.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche statt.

 

BMZ_CMYK_de aul logo land hessen logo LOGO Katholischer Fonds farbig III

In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.