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Indiens Weg zur Supermacht: Chancen und Fesseln für Indiens Entwicklung

Veranstaltungsreihe „Indien – Kontinuität und Wandel“

Vortrag und Diskussion mit

Pearly Walter, Pastorin der Madras Diözese der Südindischen Kirche

Indien wird gegenwärtig mit großen sozialen und ökonomischen Veränderungen konfrontiert. Einerseits verzeichnet das Land große Erfolge als globale Wirtschaftsmacht und stabilisiert somit den wirtschaftlichen Wert Indiens, selbst in der Finanzkrise. Andererseits existieren große Armut, Korruption, religiöser Fundamentalismus, Menschenrechtsverletzungen und kastenbasierte Formen von Diskriminierung.
Stellen die Slogans ‚incredible India‘ und ‚India shining‘ nur Trugbilder für die nach sozialer und ökonomischer Gleichheit strebenden Menschen dar, oder kann ihre Hoffnung auf ein würdiges und selbstbestimmtes Leben wahr werden?

Pearly Usha Walter kommt aus Tamil Nadu in Indien. Sie ist ordinierte Pastorin der Madras Diözese der Südindischen Kirche (CSI). Nach ihrem Theologiestudium in Indien hat sie mit
ihrer Promotion im Fach Neues Testament an der Universität Hamburg begonnen.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche statt.

 

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In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Neue Veranstaltungsreihe zu Tourismus

Tourismus hat sich zu einem der wichtigsten globalen Wirtschaftszweige entwickelt, jedes Jahr mit beachtlichen Zuwachsraten. Für Menschen in den Industrieländern erscheinen vergleichsweise günstige Fernreisen als selbstverständliche Möglichkeit der Urlaubsgestaltung. Aber wie bei allen vermeintlich billigen Konsumgütern stellt sich die Frage, wer letztlich einen hohen Preis dafür bezahlt. Die Veranstaltungsreihe fragt aus entwicklungspolitischer
und postkolonialer Perspektive nach den Folgen des Tourismus für die bereisten Länder im Globalen Süden.
Trägt der Tourismus zur „Entwicklung“ bei – und vor allem zu welcher? Wer muss für die wachsende Tourismusinfrastruktur weichen? Und welche Umweltfolgen entstehen durch den Tourismus in den bereisten Ländern? Auch das Verhältnis von Reisenden und Bereisten wird hinterfragt. Denn es kommt bei den Reisen ja keineswegs zu einer voraussetzungslosen Begegnung verschiedener Kulturen, sondern es reproduziert sich in der Regel ein
bereits bestehendes hierarchisches Verhältnis. Zumal die Bilder und Erwartungen, die in Reisebüchern und Prospekten von den zu bereisenden Ländern und Menschen vermittelt werden und die viele Reisende im Kopf und Reisegepäck haben, ihre Herkunft in kolonialen Diskursen nur schwer verleugnen können.

Den Programmflyer hier herunterladen!

6. Filmfestival Globale Mittelhessen startet am 22.01.16

Vom 22.01. bis 04.02. findet das Filmfestival Globale Mittelhessen statt – mittlerweile zum sechsten Mal. Der Marburger Weltladen ist wie immer einer der Mitveranstalter. Das Festival präsentiert in diesem Jahr 36 Filme aus 23 Ländern, die sich mit globalen Themen wie Menschenrechten, Umwelt, Klimawandel, Ressourcenplünderung, Flucht, aber auch sozialem Widerstand und der Suche nach Alternativen auseinandersetzen.

In Marburg werden die Filme im Kino Capitol gezeigt. Eröffnet wird das Festival allerdings am 22.01. im Theater des G-Werks mit dem Film „Auf der Seite der Braut“.

Das komplette Festival-Programm zum Download.

Transparenz in internationalen Lieferketten: Rechte für Menschen – Regeln für Unternehmen

Vortrag von Julia Otten (Germanwatch)

Die Rechte von global tätigen Unternehmen und Investoren wurden in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet: Unternehmen sind durch verbindliche Verträge in der Lage, ihre Interessen sogar gegen Staaten durchzusetzen. Eine gleichermaßen verbindliche Regelung für menschenrechtliche, soziale und ökologische Standards gibt es nicht.

Dieses Ungleichgewicht greift auch die aktuelle Kampagne der Weltläden „Mensch. Macht. Handel. Fair.“ auf. Denn es treten insbesondere entlang der Lieferketten international tätiger Konzerne schwerwiegende Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen sowie Umweltschäden auf. Für diese Verstöße können sie bislang jedoch nicht haftbar gemacht werden.

Aktuell werden neue Weichenstellungen diskutiert: Auf internationaler Ebene geben die sogenannten „UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“ einen globalen Mindeststandard für das Verhalten vor, welches heutzutage von Regierungen und Unternehmen im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte erwartet wird. Darüber hinaus gibt es Gesetzesinitiativen für mehr Transparenz in Lieferketten und Bestrebungen im Bereich Unternehmenshaftung und Unternehmensstrafrecht.

Die Diskussionveranstaltung greift die aktuellen Entwicklungen auf und erläutert die Hintergründe zu der Kampagne „Mensch. Macht. Handel.Fair.“ der Weltläden.

Buchvorstellung mit Merle Kröger „Havarie“

In einer windigen Nacht steigen zwölf Männer in ein Schlauchboot, versuchen Spaniens Küste zu erreichen. Unter dem dunklen Himmel zieht ein gewaltiges Kreuzfahrtschiff dahin. Ein irischer Frachter verlässt den algerischen Hafen mit leeren Containern an Bord. Und in Cartagena ankert der einsatzbereite Kreuzer der Seenotrettung. Im Hafen von Oran liegt der alte Frachter Siobhan aus Dublin zum Auslaufen bereit. Der ukrainische Ingenieur überwacht das Zollprozedere. Lalita Masarangi, Security Officer auf dem Kreuzfahrtschiff Spirit of Europe, hat nicht viel Spielraum für Privatleben. Trotzdem forscht sie nach, als der Bandleader verschwindet. Sie kann das nicht einfach auf sich beruhen lassen. Plötzlich unterbricht der Luxusliner seine Fahrt und meldet der spani­schen Küstenwache ein manövrierunfähiges Schlauchboot mit Flüchtlingen. Laut Seerecht muss die Spirit of Europe bei dem havarierten Zodiac bleiben, bis der Seenotrettungskreuzer eintrifft. Passagiere drängen sich an der Reling, machen Handyfotos, filmen. Fünfzehn Decks tiefer in der Wäscherei spielt sich ein Drama ab, von dem die zahlenden Gäste an Bord nichts bemerken. Und Lalita sucht noch immer nach dem philippinischen Musiker…
Das Mittelmeer: Ferienparadies, Wiege der Kultur, Burggraben der Festung Europa. Merle Krögers Roman ist ein messerscharfes Porträt heutiger Lebensweisen und ein seetüchtiger Politthriller.

MerleKroegerweb

Merle Kröger, geb.1967 in Plön, lebt als Drehbuch- und Romanautorin in Berlin. Mit dem Filmemacher Philip Scheffner leitet sie die Produktionsfirma pong, wo u.a. die Dokumentarfilme „The Halfmoon Files“ (2007) und „Der Tag des Spatzen“ (2010) entstanden. Außerdem ist sie Dozentin der Professional Media Master Class für Dokumentarfilm in Halle. Merle Kröger ist Autorin und Produzentin des international ausgezeichneten Kinofilms „Revision“ (2012). In ihren Romanen verbindet sie historische Recherche, persönliche Geschichte und politische Analyse mit Elementen des Krimigenres: „Cut!“ erschien 2003 bei Ariadne, wurde 2007 ins Englische übersetzt und in Indien verlegt. „Kyai!“ stand 2007 auf der KrimiWelt-Bestenliste. Aus der Recherche zum Film „Revision“ entstand ihr dritter Roman „Grenzfall“, der 2012 die KrimiZEIT-Bestenliste anführte und den Deutschen Krimi Preis 2013 sowie den Stuttgarter Krimipreis gewann. Havarie ist ihr vierter Roman.