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Pestizidfreie Landwirtschaft – Ein Zukunftsmodell für Indien

Vortrag und Diskussion mit Dr. GV Ramanjaneyulu vom Zentrum für nachhaltige Landwirtschaft.

Dr. GV Ramanjaneyulu vom Centre for Sustainable Agriculture (Zentrum für nachhaltige Landwirtschaft) in Indien ist Experte für pestizidfreie Landwirtschaft. Schon im Jahr 2000 legte er zusammen mit der Landesregierung von Andhra Pradesh ein Programm mit großer Reichweite auf, das auf Beratung und Ausbildung dörflicher Gemeinschaften setzt. Dies führte zu einem 50 %igen Rückgang von chemischen Ackergiften im ganzen Bundesstaat. Mittlerweile wird das Programm in fünf indischen Bundesstaaten umgesetzt. Immer mehr Farmer und Farmerinnen wollen von den giftigen und dazu kaum finanzierbaren chemischen Pflanzenschutzmitteln loskommen.

In seinem Vortrag wird Dr. GV Ramanjaneyulu von seinen Erfahrungen in der konkreten Umstellung auf nachhaltigen Landbau berichten und in einer offenen Diskussion Fragen beantworten. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt.

Diese Veranstaltung findet innerhalb einer bundesweiten Rundreise der ASW (Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt) mit dem indischen Agrarwissenschaftler statt.

 

 

KinderKulturKarawane: Gruppe „STOP“ aus Indien

Seit 1998 kämpft die Nichtregierungsorganisation STOP in Indien gegen Zwangsprostitution und Mädchenhandel. Mehr als 1.500 Mädchen konnten bislang aus Bordellen befreit werden. Mit der Befreiung beginnt die eigentliche Arbeit: Reintegration, Rückführung in die Familien oder die Entwicklung von Perspektiven für die Mädchen.

Dies geschieht seit 2002 im „Family Home Aashray“, in dem bis zu 60 junge Frauen in Kurz- oder Langzeitbetreuung Platz finden. Dort erhalten sie psychische und medizinische Behandlung. Schulische Defizite werden aufgeholt. Außerdem gibt es Angebote in Handarbeit, Kosmetik, Kochen, Tanzen, Gesang, Dramaturgie und Kampfsport. Das Projekt hat auch ein Modelabel Azadi, das ökofaire Kleidung produziert und vertreibt.

Im Rahmen der KinderKulturKarawane präsentieren sie ihr Theaterstück Aashray-Flowers (dt.: Schutz-Blumen), indem sich klassische indische Tänze unterschiedlicher Regionen in farbenfrohen Kostümen mit Bollywood-Choreographien, Gesang und Akrobatik mischen.

Seit 17 Jahren lädt die KinderKulturKarawane jedes Jahr fünf bis sieben Kinder- und Jugendkulturgruppen aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zur KinderKulturKarawane nach Europa ein. Ihr Ziel ist es, hiesige Jugendliche anzusprechen, über andere Lebensumstände und Kulturen zu informieren und einen interkulturellen Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Die Organisation der Aufenthalte in Marburg übernimmt eine AG der Martin-Luther-Schule, bei der Schüler*innen durch Studierende der Philipps-Universität und den Marburger  Weltladens unterstützt werden. Sie kümmern sich dabei u.a. um die Unterbringung in Gastfamilien, die Organisation der Auftritte und das Freizeitprogramm.

Der öffentliche Empfang der Gruppe STOP in Marburg findet am Dienstag, 24.10. um 19 Uhr im Weltladen statt. Die öffentliche Vorstellung am Sonntag, 29.10. um 15 Uhr in der Waggonhalle schließt die KinderKulturKarawane 2017 in Marburg ab. Dort gibt es nach der Aufführung die Gelegenheit zum Gespräch mit den jungen Künstlerinnen. Karten sind für 10,- € (ermäßigt 6,- €) im Weltladen und an der Tageskasse erhältlich.

Indische Flüsse – unheilbar verschmutzt, heilig und rein

Bild: Rituelles Baden in Devprayag

Veranstaltungsreihe „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“

Vortrag und Diskussion mit

Gerrit Lange, Universität Marburg

Seit dem 20. März 2017 gelten die indischen Flüsse Ganges und Yamunā von nun an rechtlich als „living human entities“, als menschliche Lebewesen. Beide Beschlüsse sollen nicht nur religiösen Gefühlen, sondern auch ökologischen Bestrebungen Rechnung tragen. Gangā und der Yamunā sind für Hindus die heiligsten, rituell gar reinsten Flüsse, sind allerdings auch in höchstem Maße verschmutzt. Zu hoffen ist, dass diese rechtlich bekräftigten Begriffe reale Konsequenzen haben und nicht nur die Häupter rechter und hindunationalistischer Parteien zieren. Deren vorderstes Interesse ist, wie gigantomanische und intransparente Staudammprojekte in Uttarakhand zeigen, oft nicht die Vertretung anwohnender Wesen.
Als Religionswissenschaftler möchte Gerrit Lange zeigen, wie komplex religiöse, politische und ökologische Ziele und Ansichten ineinandergreifen und inwiefern die Flüsse selbst, seien sie nun empfindsame Wesen oder nicht, in diesem Gefüge mitspielen.

Der Referent Gerrit Lange promoviert an der Universität Marburg im Fachgebiet Religionswissenschaft, wo er bislang unter anderem in der Sammlung tätig war. In seiner Feldforschung im indischen Teil des westlichen Himalayas beschäftigt er sich mit den Nāgs, mit kobragestaltigen Gottheiten, die in Quellen, Bächen und Bergseen weilen und diese hüten.

 

 

In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Erst Hochzeit, dann Liebe? Bollywood-Romanzen und soziale Realität in Indien

Bild-Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Khoobsurat_(2014_film)#/media/File:Disney_Khoobsurat.jpg

Veranstaltungsreihe „Indien – Kontinuität und Wandel“

Vortrag und Diskussion mit

Prof. Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt (Universität Marburg)

Wer sich mit jungen InderInnen über Liebe und Ehe unterhält, stößt auf Vorstellungen
von idealer Liebe und ewiger Glückseligkeit à la Bollywood. Darunter verbergen sich aber auch oft Vorstellungen, die anders aussehen als das filmische Wunschbild. Wenn man genau hinsieht
und soziale Chiffren zu deuten weiß, dann ist die soziale Wirklichkeit des realen Indien in der Tiefenschicht seiner Filme genauso erkennbar wie die zuckersüße Bollywood-Traumwelt, die nur scheinbar ihre ganze Wirklichkeit ausmacht.
Der Vortrag versucht, einige dieser Chiffren zu erklären und zu deuten und aufzuräumen mit dem westlichen Vorurteil, indische Filme seien grundsätzlich oberflächlich und kitschig.

Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt ist außerplanmäßige Professorin für Religionswissenschaft an der Uni Marburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Hinduismus, Buddhismus, Religion
im Hindi-Film, Religion und Gewalt sowie indienbezogene Frauenforschung. Sie hat zahlreiche Forschungsreisen nach Asien gemacht und lebt jedes Jahr einige Monate in Indien.

 

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Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. In Kooperation mit der Kulturellen Aktion Marburg – Strömungen. Gefördert von
ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Kastenpolitik und Dalit-Antikasten-Bewegung

Veranstaltungsreihe „Indien – Kontinuität und Wandel“

Vortrag und Diskussion mit

Ghulam Hussain (Universität Bielefeld)

Ghulam Hussai wird in seinem Vortrag über das Kastensystem in Pakistan und Indien am Beispiel der Dalit sprechen. Kastenzugehörigkeit wird im heutigen Indien als irrelevant abgetan. Dies verschleiert die damit einhergehenden und andauernden Diskriminierungen.
Diesen Umgang mit einer gesellschaftlichen Strukturierung wird anhand der Anti-Kasten- Bewegung der Dalits beleuchtet. Diese stellen die ‚Unberührbaren‘ im Kastensystem
dar und sind eine der indigenen Gruppen Indiens. Es wird aufgezeigt, wie sich die Dalits organisieren, Diskriminierung entgegentreten und ihre Identität neu konstruieren, um ihre missliche Lage zu überwinden.

Die Referent Ghulam Hussain ist Doktorant an der Universität Bielefeld und beschäftigt sich insbesondere mit der Kastenpolitik in Bezug auf die Dalits in Pakistan und Indien.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche statt.

 

 

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In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.