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Gedanken unseres Süd-Freiwilligen Manuel Chavarría

Mein Freiwilligendienst in Deutschland: der Faire Handel aus verschiedenen Perspektiven betrachtet

Alles geschieht so schnell…vor fünf Monaten habe ich Abschied von meiner Familie und meinen Freunden in Nicaragua genommen, um mich auf den Weg zu einem Freiwilligendienst in Deutschland zu machen – etwas, was ich immer wollte, im Ausland sein, um neue Traditionen und die Politik anderer Länder kennen zu lernen.

Meine neuen Erfahrungen beginnen an dem Tag, an dem ich Nicaragua verlassen habe. Ich erinnere mich daran, dass ich im Flugzeug von der Dominikanischen Republik nach Frankfurt saß und Apfelsaft bestellen wollte, aber nicht wusste, was Apfelsaft auf Deutsch heißt. Am Ende habe ich nur Wasser und Kaffee getrunken, weil ich das auf Deutsch sagen konnte.

Mein Freiwilligendienst wird über EIRENE in Neuwied organisiert. EIRENE ist ein ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst, der sich gemeinsam mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika, den USA und Europa für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung engagiert. Mein Arbeitsplatz als Freiwilliger ist jedoch der Weltladen in Marburg. Dort angekommen, bemerkte ich, dass im Laden fair gehandelter Bio-Kaffee aus Nicaragua verkauft wird, genauer gesagt von Soppexcca, der Organisation für die ich in Nicaragua gearbeitet habe.

Soppexcca (Sociedad de Pequeños Productores Exportadores de Café) ist ein Kooperativenverband kleiner KaffeeproduzentInnen, der sein Büro in der Stadt Jinotega im Norden des Landes hat. Soppexcca besteht aus 15 Basis-Kooperativen, in denen insgesamt etwa 650 KleinproduzentInnen organisiert sind. Die Kooperativen liegen weit verstreut auf durchschnittlich 1200 Metern Höhe.

Meine Mutter produziert Kaffee und ist Mitglied bei Soppexcca, wo sie sich für Geschlechtergerechtigkeit engagiert. In unserer Gemeinde arbeitet sie im Gesundheitszentrum ehrenamtlich als Beraterin. Wir produzieren Kaffee im Nebenverdienst und sind darüber hinaus auf das Einkommen aus der Lohnarbeit meines Vaters angewiesen. Außerdem bauen wir Gemüse für den Eigenbedarf an. Der Kaffeeanbau hat mich seit meiner Kindheit sehr geprägt. Schon lange interessiere ich mich dafür, wie Kaffee im Gleichgewicht mit dem Ökosystem angebaut werden kann. Zugang zu Land und Grundkapital sind Voraussetzungen für die Produktion.

Soppexcca hat meinen Wunsch, in die Kaffeeproduktion einzusteigen, durch die Finanzierung meines Studiums der Landwirtschaft und weitere spezialisierte Fortbildungen unterstützt. In der Zeit meines Studiums habe ich ehrenamtlich als Berater und Qualitätsprüfer für die Kriterien des Fairen Handels gearbeitet. Die Frage, ob die ProduzentInnen umweltverträgliche Dünger nutzen, war bei meinen Besuchen der Kooperativen ebenso Thema, wie die Schätzung der Erntemenge um mögliche Kreditvergaben von Soppexcca zu kalkulieren.

In Nicaragua habe ich viel Erfahrung damit, was der Faire Handel für die ProduzentInnen auf dem Land bedeutet. In meinem Freiwilligendienst im Weltladen in Marburg, lerne ich nun den Prozess des Verkaufs von Fairen Produkten kennen. Die Wertschätzung, mit der viele Menschen fair gehandelten Kaffee trinken, ist sehr wichtig für mich. Aufgrund der ökonomischen Situation vieler Menschen in Nicaragua, ist es sehr schwer, vor Ort fair gehandelte Produkte zu einem höheren Preis zu verkaufen.

Auch in Deutschland wissen viele Menschen nicht, was Fairer Handel bedeutet und v.a. wie die Lebenssituationen kleiner KaffeeproduzentInnen aussehen. Deshalb halte ich dazu Vorträge bei Fairhandelsmessen, bei anderen Weltläden oder Partnerschaftsgruppen. Ich versuche meine Vorträge teilweise auf Deutsch zu halten, aber die deutsche Sprache ist sehr schwer.

In der kurzen Zeit, die ich nun hier bin, habe ich gelernt, die Schwierigkeiten unseres Landes klarer zu sehen. Auch die Diskussionen in den Seminaren von EIRENE waren sehr spannend. Wir sprachen darüber, was Frieden und internationale Partnerschaft für ein besseres Leben bedeuten können.

Zurzeit will ich gar nicht daran denken, dass ich nächsten Mai in mein Land zurückkehren werde. Hier geht es mir sehr gut, aber meine Familie und meine Freunde warten auf mich und ich muss zurückgehen, um weiter zu studieren und meine berufliche Ausbildung abzuschließen. Das ist mein größter Wunsch.

Manuel Chavarría, Marburg im November 2016

Zwei Kaffeeproduzentinnen von APROLMA berichten über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in Honduras

Elisabeth Kaffee – ein Kaffee mit Gesicht

Zwei Kaffeeproduzentinnen berichten über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in Honduras

Gladix Hernandez und Dilcia Vasquez (APROLMA, Honduras)

Die Mitglieder der Frauenorganisation APROLMA produzieren im Hochland von Honduras die hochwertigen Arabica-Bohnen für den Marburger Elisabeth Kaffee. Damit sind die Kaffeebäuerinnen in der Lage, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und für ihre Rechte als Frauen einzutreten. Die Partnerschaft des Marburger Weltladens mit Kaffeeproduzentinnen aus Marcala/ Honduras besteht seit 2007. Ein Ergebnis dieser Partnerschaft ist der biologisch angebaute und fair gehandelte Elisabeth Kaffee, der durch regelmäßige Besuche sowohl im Süden als auch im Norden zu einem „Kaffee mit Gesicht“ geworden ist.

Daher freuen wir uns sehr darüber,  Gladix Hernandez und Dilcia Vasquez als Vertreterinnen von APROLMA bei uns in Marburg begrüßen zu dürfen. Wir sind gespannt, von ihrer jungen Organisation, ihrem Alltag, dem Kaffeeanbau in Marcala und auch der momentanen politischen und sozialen Lage in Honduras zu hören.

Elisabeth-Kaffee in der GartenWerkStadt

Vom 8. bis 29. Juni werden Gladix Hernandez und Dilcia Vasquez den Weltladen und Marburg als Vertreterinnen von APROLMA besuchen.

Am Sonntag, 12. Juni sind Gladix Hernadez und Dilcia Vasquez in der GartenWerkStadt zu Gast und werden bei Kaffee und Kuchen über ihre Arbeit im Kaffeeanbau und ihr Leben in Honduras berichten. Zudem werden wir gemeinsam Kaffee rösten.

Mit den Kaffeebäuerinnen aus Marcala/ Honduras verbindet den Weltladen seit 2007 eine Partnerschaft mit gegenseitigen Besuchen und natürlich beziehen wir den Kaffee für den Elisabeth Kaffee von ihnen. Wir sind gespannt, von ihrer jungen Organisation APROLMA, ihrem Alltag, dem Kaffeeanbau in Marcala und auch der momentanen politischen und sozialen Lage in Honduras zu hören.

Der Weltladen bekommt Besuch aus Honduras!

Vom 8. bis 29. Juni werden uns Gladix Hernandez und Dilcia Vasquez als Vertreterinnen von APROLMA besuchen.

Mit den Kaffeebäuerinnen aus Marcala/ Honduras verbindet den Weltladen seit 2007 eine Partnerschaft mit gegenseitigen Besuchen und natürlich beziehen wir den Kaffee für den Elisabeth Kaffee von ihnen. Wir sind gespannt, von ihrer jungen Organisation APROLMA, ihrem Alltag, dem Kaffeeanbau in Marcala und auch der momentanen politischen und sozialen Lage in Honduras zu hören.

Veranstaltungsreihe Uganda: Coffee to Go – Landvertreibung zugunsten der Kaweri Kaffeeplantage

Veranstaltungsreihe Uganda

Vortrag von Gertrud Falk, FIAN Deutschland

Vom 18. bis 21. August 2001 vertrieb die ugandische Armee die BewohnerInnen von vier ugandischen Dörfern im Bezirk Mubende, nachdem die ugandische Investitionsbehörde (UIA) das Land der Firma Kaweri Coffee Plantation Ltd. für den Aufbau der ersten Kaffeeplantage in Uganda verpachtet hatte. Kaweri ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Hamburger Neumann Kaffee Gruppe. Die rund 4.000 Vertriebenen verloren ihren gesamten Besitz, einige starben an den Folgen der Vertreibung. Bis heute haben sie keine Entschädigung erhalten. In dem Gerichtsverfahren zur Vertreibung ist erst nach 11 Jahren eine Entscheidung zu ihren Gunsten gefällt worden. Doch das Berufungsverfahren läuft immer noch.

Auch 14 Jahre nach der Vertreibung leiden sie an Hunger und Mangelernährung, weil sie kein Land haben, auf dem sie ausreichend Nahrungsmittel anbauen können. Der Ausschuss der Vereinten Nationen zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten, hat sich deshalb im Juni 2015 hinter die Forderungen der Vertriebenen nach Rückgabe ihres Landes gestellt.

Gertrud Falk von der Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland wird über den Fall und seine Hintergründe berichten. Zum Auftakt wird der Dokumentarfilm zum Fall „Coffee to go“ von Michael Enger gezeigt.

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