Schlagwort-Archive: Klimawandel

Der Freihandel – Angriff auf Klimaschutz und Menschenrechte?!

Warum Freihandelsabkommen wie das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur die Klimakrise verschärfen und Menschenrechte gefährden.

Vortrag und Diskussion mit Thomas Fritz (Powershift)

CETA und TTIP waren gestern, Klima ist heute, so mag es scheinen. Doch in Wahrheit hängen beide Themen sehr eng zusammen. Wie? Der Transport ist die materielle Basis der Globalisierung. Wenn Rohstoffe, halbfertige und fertige Waren rund um den Erdball geschickt werde, tragen die Emissionen von Schiffen, LKWs und Flugzeugen zu einem nicht unbeträchtlichen Teil zur Klimaerwärmung bei.

Obwohl ausländische Konzerne häufig massiv Umwelt und Klima schädigen und die Menschenrechte missachten, erhalten sie durch die Handelsverträge oder durch separate Investitionsschutzverträge ‚oben drauf’ auch noch das Privileg, vor (Schieds-)Gerichten andere Vertragsstaaten verklagen zu können. Nämlich mit dem Argument, sie seien von diesen nicht ‚fair und gerecht’ behandelt oder ‚indirekt enteignet’ worden. Momentan wird der niederländische Kohleausstieg sowie der deutsche Atomausstieg vor derartigen Gerichten verhandelt.

In der Handelspolitik geht es schon lange nicht mehr in erster Linie um die Senkung von Zöllen oder Ein- und Ausfuhrbeschränkungen. Vorrangiges Ziel ist vielmehr der Abbau des Schutzes von Mensch und Umwelt vor der Ausbeutung und Zerstörung durch große Konzerne. Dieser massive Angriff auf die Demokratie ist keine unbeabsichtigte Nebenfolge einer bloß betriebsblinden Handelspolitik. So profitieren kanadische Erdöl-Erzeuger heute davon, dass die EU während der CETA-Verhandlungen auf eine Verschärfung der Kraftstoffqualitätsrichtlinie verzichtete, mit der Folge, dass der Import von Öl aus den besonders klimaschädlichen Teersanden in Kanada stark ansteigt. Das geplante Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay) würde durch den geplanten Abbau von Importkontrollen die Lebensmittelsicherheit gefährden und den Import von Sojabohnen und Fleisch vergrößern – auf Kosten des Regenwalds. Seine weitere Zerstörung würde dadurch beschleunigt.

Thomas Fritz arbeitet als freier Autor in Berlin mit den Schwerpunkten Wirtschaftspolitik und nachhaltige Entwicklung. Er ist Verfasser zahlreicher Studien über die Folgen von Handelsliberalisierungen und Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen.

Veranstalter: Marburger Bündnis gegen TTIP, Attac Marburg, GEW Marburg, ver.di Marburg, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen, Weltladen Marburg

Vortrag „Wir haben es satt! Wege zu einer zukunftsfähigen Agrarpolitik“

Vortrag mit Peter Schonhöffer (Attac)

2020 stehen wichtige Entscheidungen für die Landwirtschaft und für das Klima an: Bei der EU-Agrarreform entscheidet sich, ob mit den Milliarden-Subventionen die Agrarwende gestemmt und das Insektensterben gestoppt werden kann. Mit einem Veto gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen kann Deutschland mithelfen, die Feuer am Amazonas einzudämmen. Seit Jahrzehnten stemmt sich die Agrarlobby gegen jede Veränderung. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner lässt die Bäuer*innen bei den notwendigen Veränderungen allein. Sie will die Milliarden-Subventionen weiter denen geben, die viel Land besitzen – egal, wie sie wirtschaften. Die industrielle Landwirtschaft hat fatale Auswirkungen: Flächendeckender Pestizideinsatz tötet massenhaft Insekten. Zu viel Gülle verschmutzt unser Wasser. Für das Gensoja-Futter in deutschen Tierfabriken werden Regenwälder abgebrannt. Dumping-Exporte überschwemmen die Märkte im globalen Süden und berauben unzählige Bäuer*innen ihrer Existenz. Das haben wir satt: Für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für insektenfreundliche Landschaften und globale Solidarität!

In dem Vortrag wird Peter Schonhöffer unter anderem auf die folgenden Fragen eingehen: Welche Probleme verursacht die Agrarpolitik auf nationaler, europäischer und globaler Ebene? Wie sähe eine zukunftsfähige Agrarpolitik aus? Wie können wir Veränderungen in der Agrarpolitk erstreiten?

Peter Schonhöffer arbeitet bei Attac unter anderem zu den Themen Globalisierung, soziale Gerechtigkeit und Ökologie.

Bus zur Demo nach Berlin
Abfahrt: Sa. 18.1. 4:30 Uhr, Krummbogen
Ankunft: Sa. 18.1. ca. 21 Uhr
Preis: Selbsteinschätzung (Richtwert 32€)
Anmeldung: jannik.schestag@googlemail.com
Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de

Bioökonomie und Umweltgerechtigkeit

Bild: ©Anne Titor

Vortrag und Diskussion mit

Rosa Lehmann und Anne Tittor (Bioinequalities, Uni Jena)

Bioökonomie und Umweltgerechtigkeit

Angesichts des Klimawandels und der spürbaren Endlichkeit natürlicher Ressourcen, vor allem fossiler Rohstoffe, ist eine Energiewende notwendig und in aller Munde. Auch Politiker*innen haben das inzwischen erkannt und treiben den Umstieg auf Windenergie, Agrarkraftstoffe und emissionsärmere Verkehrsmittel voran.

Eine kritische Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien ist jedoch wichtig: So stellt sich zum Beispiel die Frage, woher die Biomasse und die für die entsprechende Technologie benötigten Rohstoffe für die Wirtschaft des globalen Nordens kommen. Diese Verteilungsfrage und die notwendige Diskussion um Suffizienz in den reicheren Gesellschaften blenden die Debatten um erneuerbare Energien als auch die Bioökonomiestrategien in vielen Ländern aus.

Der Vortrag problematisiert am Beispiel der deutschen, europäischen und argentinischen Bioökonomie-Strategie deren Zielsetzung und Auswirkungen vor dem Hintergrund einer notwendigen Transformation der Rohstoffbasis einerseits, und der ebenso gebotenen Umweltgerechtigkeit andererseits.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Die große Gier“ zu Ressourcengerechtigkeit in der Lutherischen Pfarrkirche (11. bis 25.11.19) statt.

Globale Mittelhessen

Das regionale Filmfestival feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen mit einer außergewöhnlich spannenden Filmauswahl. Euch erwarten 37 Filme in 70 Veranstaltungen an 16 Spielorten!
Das aktuelle Festivalprogramm kann auf der Homepage angeschaut und als pdf-Version heruntergeladen werden.

Das Festival zeigt vom 1. bis 16. November Filme aus allen Kontinenten und präsentiert seinem Publikum außergewöhnliche, alternative, widerständige oder aus Ländern des globalen Südens stammende Perspektiven.

Zum Jubiläum gleich zweimal Eröffnung!
Für den Start in Marburg und Gießen sind jeweils zwei wegweisende Filme ausgewählt worden. Filme, mit und über Menschen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sich widerständig organisieren und alternative Lösungen für globale Herausforderungen suchen.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in diesem Jahr an 16 Orten: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Weilburg, Niederwetter, Dillenburg, Lohra-Damm, Oberursel, Braunfels-Neukirchen, Rödgen, Weimar-Nesselbrunn, Herborn, Saasen und Biebertal-Königsberg. Alle Marburger Filme laufen im Kino Capitol in der Biegenstr. 8.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es in Marburg im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.

KinderKulturKarawane: Arena y Esteras aus Peru

Die KinderKulturKarawane ist ein internationales Netzwerk von Menschen und Organisationen, das mit Kreativität und Freude die Welt positiv verändert und sich für die weltweite Umsetzung der Kinderrechte einsetzt. Jedes Jahr begeistern sechs Jugendkulturgruppen aus dem Globalen Süden mit Theater, Tanz, Musik oder Zirkus das Publikum in Deutschland. Die jungen KünstlerInnen stammen aus benachteiligten Verhältnissen.

„Arena y Esteras“ eine Zirkus-Theatergruppe aus Villa El Salvador, einem durch Armut und Gewalt geprägten Vorort von Lima (Peru), bringt soziale und künstlerische Interessen mit politischem Engagement zusammen. „Arena y Esteras“ bedeutet auf Deutsch übersetzt „Sand und Strohmatten“, denn Villa El Salvador ist ein Wüstengebiet, wo die einfachen Hütten mit Strohmatten gebaut werden.

Das Ziel des Projektes ist es eine Gemeinschaft formen, in der jede/r in sozialer Verantwortung und Würde leben kann.

Die Gruppe wird in einem einwöchigen Workshop gemeinsam mit SchülerInnen der Martin-Luther- Schule eine Zirkus- und Theaterperformance zum Thema Klimagerechtigkeit erarbeiten.

Ihre Inszenierung ist von einer Geschichte des Universums (die Sonne und der Mond) und von der Legende von Oshi und Bari aus dem peruanischen Regenwald inspiriert.