Schlagwort-Archive: Kolonialismus

Europapremiere: Namibischer Film „The White Line“

Europapremiere des namibischen Films The White Line von Desiree Kahikopo

Namibia 1963. Sylvia Kamutjemo arbeitet als Hausangestellte. Sie ist schwanger, aber getrennt von der Liebe ihres Lebens durch die unsichtbare weiße Linie, die auch das ganze Land während der Apartheid teilt. Pieter de Wet, Polizeibeamter, sieht sich im Widerspruch zwischen Pflichtgefühl in seinem Job und der Liebe zu Sylvia. Die beiden sind gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen, die auch Auswirkungen für ihr ungeborenes Kind haben werden. Viele Jahre später macht sich ihr Sohn auf die Suche nach seinem Vater, den er nie gekannt hat. Er hat die Hoffnung, damit seiner Mutter eine Chance zu geben, Frieden zu schließen mit ihrem zerstörten Leben und der Vergangenheit.

Die Filmemacherin Desiree Kahikopo wird bei der Premiere anwesend sein und im Anschluss an den Film mit den Zuschauer*innen diskutieren.

Veranstalter: ICWC, Geschichtswerkstatt, Curupira, MakuFEE, Cineplex, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen, Weltladen Marburg

Land der Reisfelder: Einführungsvortrag Reihe Vietnam

Veranstaltungsreihe Vietnam

Vortrag und Diskussion mit Günter Giesenfeld
(Freundschaftsgesellschaft Vietnam)

Günter Giesenfeld hat in seinem Buch „Land der Reisfelder“ die dreitausendjährige Geschichte
Indochinas beschrieben. Sein Überblicksvortrag konzentriert sich auf Vietnam und den Kampf gegen den Kolonialismus und die Folgen des Vietnamkriegs bis in die Gegenwart. Darüber hinaus geht er auch auf die aktuelle gesellschaftliche, politische und ökonomische Situation eines Landes im Umbruch ein.

 Günter Giesenfeld ist Germanist, Film- und Medienwissenschaftler, emeritierter Hochschullehrer, Über­setzer und Filmregisseur. Er ist au­ßerdem Vorsitzender der Freund­schaftsgesellschaft Vietnam.

 Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Wissensproduktion in kolonialer Verstrickung

Veranstaltungsreihe Postkolonialismus

Wissensproduktion in kolonialer Verstrickung

Vortrag und Diskussion mit
Katrin Metzger, Jan Bartsch und Hanna Prautzsch (Studierende der Kultur- und Sozialanthropologie)

Alltäglich begegnen uns koloniale Stereotype über das ‚Fremde‘. Doch auch die Wissenschaft
hat in ihren Verstrickungen in koloniale Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu diesen
Vorurteilen beigetragen. Die Kultur- und Sozialanthropologie und ihre Vorläufer spielten dabei
eine besonders große Rolle, wie ein Blick in die Marburger Fachgeschichte zeigt. An diesem
Beispiel sollen Schlaglichter auf die Verbindungen der Disziplin mit dem Kolonialgedanken
und ihren Folgen geworfen werden. Wie kann eine Aufarbeitung stattfinden? Wie kann heute
über Kultur gesprochen werden, ohne sich kolonial geprägter Muster zu bedienen?

Drei Studierende des Masters Kultur- und Sozialanthropologie Katrin Metzger, Jan Bartsch und Hanna Prautzsch haben dazu ein Jahr lang ihr Fachgebiet erforscht.

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Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds, Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Postkoloniale Kontinuitäten im Alltag

Veranstaltungsreihe Postkolonialismus

Postkoloniale Kontinuitäten im Alltag

Vortrag und Diskussion mit
Kizito Odhiambo

 

Die Zeit der Kolonialisierung liegt hinter uns, doch postkoloniale Machtstrukturen manifestieren sich bis in unsere Gegenwart. Koloniale Herrschaftsverhältnisse haben zu massiven Umwälzungen in den betroffenen Regionen der Welt geführt und prägen (bzw. unterdrücken) die ‚Entwicklung‘ der so entstandenen Nationen bis heute. Auch in Deutschland sind diese Effekte tagtäglich spürbar. Durch die Auseinandersetzung mit der Normalität des Rassismus im Alltag, nähern wir uns dem postkolonialen Diskurs an und thematisieren verschiedene Erscheinungsformen von Rassismus, indem wir erkennen wie dieser im (Post-) Kolonialismus wurzelt. Dabei ist der Vortrag nicht darauf ausgelegt, möglichst umfassende postkoloniale theoretische Kenntnisse zu vermitteln, sondern sie als Anschauungsmaterial zu nutzen, um ihre Kontinuitäten durch das System von Rassismus wahrzunehmen und zu reflektieren.

Kizito Odhiambo ist Bildungsreferent mit den Schwerpunkten Globales Lernen und Rassismus.

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Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds, Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

 

Neue Veranstaltungsreihe des Weltladens „Postkolonialismus“ im Frühjahr 2018

Am 25. April startet die neue Veranstaltungsreihe des Weltladens. Sie widmet sich mit verschiedenen Vorträgen dem Thema Postkolonialismus.

Das komplette Programm steht hier zum Download bereit.

Der Begriff Postkolonialismus könnte in einem zeitlichen Sinne so verstanden werden, dass der Kolonialismus vorbei und abgeschlossen sei. Dem ist aber nicht so, im Gegenteil: Die langfristigen Auswirkungen, Kontinuitäten und Folgewirkungen kolonialer Strukturen und Politik prägen global immer noch nachhaltig und schwerwiegend Ökonomie, Gesellschaft, Kultur und Politik. Nicht zuletzt sind Rassismus und rassistische Stereotype und Denkmuster gerade in den Gesellschaften der ehemaligen Kolonialmächte bzw. Europas nach wie vor weit verbreitet. Postkoloniale Theorien beschäftigen sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts mit dieser Kontinuität und dem vielfältig verwendeten Begriff Postkolonialismus in ganz unterschiedlichen Wissensgebieten. Diese Theorien stehen dabei immer in Verbindung mit einem klaren emanzipatorischen Interesse an Veränderung: Immer geht es um die Dekolonialisierung sowohl des Denkens als auch der Strukturen, verstanden als ein nötiger und langer Prozess. Für uns als Weltladen, der im Wesentlichen von als Weiß konnotierten und europäischen Menschen getragen wird, kann das Ziel dieser Veranstaltungsreihe aber dementsprechend nicht primär Emanzipation lauten. Vielmehr stehen die kritische Bewusstwerdung über die eigenen Privilegien, die eigene Rolle in einem komplexen System von Privilegien und über eigene stereotype Denkmuster im Vordergrund.