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Vortrag „Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“ mit Jürgen Grässlin

Lesung und Vortrag mit Jürgen Grässlin:

Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden

 

Zum Buch:
Die Skandale zum deutschen Handel mit der tödlichsten Waffengattung unserer Zeit, den Kleinwaffen, finden kein Ende. Wie kommen deutsche Waffen in so großem Umfang immer wieder in die Hände verbrecherischer Regime, brutaler Paramilitärs und rivalisierender Bürgerkriegsparteien? Auf der Spur dunkler Geschäfte folgen Daniel Harrich, Jürgen Grässlin und Journalistin Danuta Harrich-Zandberg dem Weg der Waffen in die Krisenregionen dieser Welt. Anhand umfassender Recherchen belegen sie, wie diese fragwürdigen Waffenlieferungen zustande kommen, und entlarven die Hintermänner.Ein Politthriller, wie ihn nur die Wirklichkeit hervorbringt. Die Hintergründe des schmutzigen Geschäfts mit deutschen Waffen – mit sensationellen neuen Erkenntnissen und bisher unveröffentlichten Beweisen.

Zum Autor
Jürgen Grässlin ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Sprecher der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC), Sprecher des Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen (DAKS) und Vorstandsmitglied des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Macht von Großkonzernen. Er hat sich außerdem mit mehreren Büchern über die Automobil- und Rüstungsindustrie international einen Namen gemacht.

Veranstaltet von:

Bündnis Nein zum Krieg Marburg / Arbeitskreis Marburger WissenschaftlerInnen für Friedens- und Abrüstungsforschung (AMW) / Buchhandlung Roter Stern / Christliche Friedensinitiative Marburg / DGB Kreis Marburg-Biedenkopf / Friedenspolitischer Gesprächskreis – DGB-SeniorInnen / Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Marburg- Biedenkopf / Humanistische Union Ortsverband Marburg / Kulturelle Aktion Marburg e.V. – Strömungen /
Kulturhorizonte Marburg / Marburger Forum – Fördergemeinschaft Friedensarbeit / Marburger Weltladen / Naturfreunde Marburg / Pax-Christi Gruppe Marburg / VVN-BdA Kreisvereinigung Marburg/ Rosa-Luxemburg-Stiftung-Hessen/ Forum für Bildung und Analyse e.V.

 

Film: „Blues March“

Film: „Blues March“, Deutschland 2009, Regie: Malte Rauch, 78 Min.

Der Film erzählt die Geschichte des mittlerweile 87-jährigen Jazz-Musikers Jon Hendricks, der als Mitbegründer des Gesangstrios Lambert, Hendricks & Ross Weltruhm erlangte. Hendricks stand mit Jazzgrößen wie Louis Armstrong, Duke Ellington und Miles Davis auf der Bühne und sein unvergleichlich swingender Gesangstil beeinflusste auch die Beatles und die Rolling Stones. Der Film erzählt jedoch nicht nur von dem Musiker Jon Hendricks mit entsprechend swingendem Soundtrack (von Emil Mangelsdorff und Thilo Wagner), sondern im Mittelpunkt stehen seine Erfahrungen als sog. „Negro Soldiers“ (so der Titel von Frank Capras bekanntem Film, mit dem die US-Regierung im Zweiten Weltkrieg schwarze Soldaten anwarb). Hendricks war damals bereit, für die Befreiung der Welt vom Rassenwahn der Nazis zu kämpfen, musste jedoch
feststellen, dass schwarze Soldaten auch in den US-Streitkräften „wie Sklaven auf der Plantage“ behandelt wurden. Als schließlich weiße US-Militärpolizisten auf ihn und andere schwarze US-GIs schossen, desertierte Hendriks aus der Armee und führte fortan seinen ganz eigenen Krieg.

Film: „Frankreich und seine Befreier“

Film: „Frankreich und seine Befreier“, Originaltitel: „La France et ses liberateurs“,
Frankreich 2009, Regie: Charles Onana, 90 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Auch wenn es sich hier um den Einsatz von Kolonialsoldaten durch Frankreich im Zweiten Weltkrieg handelt, so beginnt er doch mit der deutschen Kolonialgeschichte und verweist damit auf die Verursacher dieses und auch des Ersten Weltkriegs. Ausgangspunkt ist die Berliner
Konferenz von 1884, auf der die europäischen Kolonialmächte den Kontinent Afrika untereinander aufteilten und ihre Interessen dort anschließend mit brutaler Gewalt militärisch durchsetzten. Deutschland schreckte dabei auch nicht vor Massenmorden wie dem gegen die Herero zurück, an dem auch der Vater des späteren Nazi-Feldmarschalls Göring beteiligt war. Mit diesen und ähnlichen Verweisen z.B. auf die rassistische Hetze gegen afrikanische Kolonialsoldaten auf Seiten Frankreichs im Ersten Weltkrieg und die als „Rheinlandbastarde“ denunzierten Kinder, die aus Beziehungen von Afrikanern mit deutschen Frauen hervor gingen, steckt Onana den historischen Rahmen ab, der in den von Nazideutschland zu verantwortenden Zweiten Weltkrieg und den Einsatz Hunderttausender afrikanischer Kolonialsoldaten auf Seiten der Alliierten führte. Das Kollaborationsregime von Vichy und De Gaulles Aufruf zur „Verteidigung der Freiheit“ mit Hilfe der Kolonien, die Landung der Alliierten
in Nordafrika Ende 1942 und die Rekrutierung weiterer 250.000 Soldaten aus dem Maghreb für die Befreiung Europas werden ebenso chronologisch von Zeitzeugen geschildert, wie das Massaker von Thiaroye 1944 im Senegal und die Diskriminierung der Veteranen.

Vortrag Afrikanische Kolonialsoldaten Frankreichs + Film: „Blutsbrüder – Soldaten des Empires“

Vortrag von Cheikh Djibril Kane: „Tirailleurs Sénégalais“ (Senegalschützen) Afrikanische Kolonialsoldaten Frankreichs
+ Film: „Blutsbrüder – Soldaten des Empires“ Originaltitel: „Frères de sang – Tirailleurs de l’Empire“, Frankreich 2008, Regie: Bernard Simon, 90 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Der Film erzählt die Geschichte der Rekrutierung von Soldaten in Afrika durch die Kolonialmacht Frankreich, die schon vor 150 Jahren unter Napoleon III. begann. Aus
dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung „Tirailleurs Sénegalais“, mit der die Franzosen seitdem all ihre Kolonialsoldaten aus Ländern südlich der Sahara titulierten, auch wenn diese – wie Hunderttausende im Ersten und Zweiten Weltkrieg – nicht aus dem Senegal stammten. In abgelegenen Gegenden West- und Zentralafrikas hat der Regisseur Veteranen aufgespürt, die für Frankreich Kriegsdienste leisteten – in Tunesien, in Italien, auf der Insel Elba sowie bei der Befreiung Europas vom Faschismus. Dazu referiert auch Cheikh Djibril Kane aus dem Senegal
über das Thema „Tirailleurs Sénégalais“: Militärische Einsätze, Ausgrenzung und Ausbeutung, Hoffnung auf Unabhängigkeit, Erinnerungen von Zeitzeugen, etc. Er schrieb seine Bachelorarbeit über dieses Thema und sein aktuelles Forschungsgebiet lautet „Frühe und neuste Zeitgeschichte und Kultur Afrikas“. Der 36-jährige lebt seit ca. 10 Jahren in Wuppertal, wo er momentan ein Masterstudium im Fachbereich Geschichte absolviert. Sein Vater leistete im Zweiten Weltkrieg Kriegsdienste.

Filme „Eine Frage der Ehre“ und „63 Years on …“

Film „Eine Frage der Ehre“ Originaltitel: „Baroud d’honneur“, Frankreich 2006, Regie: Grègoire Georges-Picot, 54 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Bild 1-Eine Frage der Ehre
60 Jahre nach Landung der alliierten Truppen in der Provence (1944) sind erstmals auch 15 afrikanische Veteranen, die daran teilgenommen hatten, zu den Gedenkfeierlichkeiten nach Frankreich eingeladen. Sie stehen stellvertretend für Zehntausende Afrikaner, die Europas vom Faschismus mitbefreiten. Die Kamera folgt zwei von ihnen, den Marokkanern El Ghazi Amnaye und Hammou Lhedmat. Es ist ihr erster Besuch in Frankreich seit dem Kriegsende und dabei erfahren sie, dass sie als Kriegsteilnehmer das Recht auf französische Pensionszahlungen hätten, wenn sie mindestens neun von zwölf Monaten im Jahr in Frankreich leben. So landen sie schließlich in einem der trostlosen Heime in Südfrankreich, in dem Dutzende alte Kämpfer aus Nordafrika verbittert und isoliert die Zeit totschlagen, um ihren Familien zu Hause mit den – nur in Frankreich ausgezahlten – Kriegsrenten das Überleben zu sichern. Der Film zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht nur Interviews mit seinen Protagonisten präsentiert, sondern die Kamera auch unaufdringlich die Gespräche der Veteranen untereinander aufzeichnet, die ihre Zerrissenheit zwischen dem französischen Exil und der afrikanischen Heimat eindrucksvoll dokumentieren.

Film „63 Years on …“ Südkorea 2008, Regie: Kim Dong-Won, 60 Min, Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Bild 2-63 Years On
Mit bewegenden Interviews und beeindruckendem Archivmaterial dokumentiert der Film die sexuelle Versklavung Hunderttausender Frauen durch die japanischen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs in Asien und der Pazifikregion. Beispielhaft werden fünf Betroffene aus China, Korea, den Philippinen und den Niederlanden vorgestellt. (Die indonesischen Inseln waren bis zum japanischen Einmarsch eine niederländische Kolonie.) Die von den japanischen Besatzern zynisch als „Comfort Women“ („Trostfrauen“) titulierten Opfer berichten von ihrer Verschleppung, ihrem qualvollen Alltag in den Militärbordellen und ihrem Leben in den 63 Jahren danach. Der Film wurde 2008 mit dem „Asia Pacific Screen Award“ als beste Dokumentation ausgezeichnet und erhielt weitere Auszeichnungen auf internationalen Festivals.