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Veranstaltungsreihe Waffenhandel des Weltladen Marburg

Neue Veranstaltungsreihe „Waffenhandel“

Weltweit werden permanent für den legalen wie illegalen Kauf von Waffen unfassbare Summen ausgegeben. Diese Ausgaben übersteigen bei Weitem diejenigen, die für die Lösung globaler entwicklungspolitischer Probleme wie Hunger, Armut oder Klimawandel nötig und ausreichend wären. Schon allein wegen dieser Ressourcenverschwendung stellt der globale Waffenhandel ein zentrales Hindernis für die Lösung existentieller globaler Probleme dar. Und das ist nicht nur ein theoretischer Zusammenhang: Der größte Waffenimporteur der Welt ist mit Indien ein Land, das zugleich auch die höchste Zahl an Hungernden weltweit aufweist. Einer der wichtigsten Waffenexporteure ist nach wie vor Deutschland. Es verstößt dabei ständig gegen den eigenen Grundsatz, keine Waffen in Spannungsgebiete zu liefern. Banken sind ein weiterer Faktor beim internationalen Waffenhandel. Sie sind einerseits zentral für die Finanzierung von Rüstungsproduktion und -handel. Ebenso wichtig ist aber auch ihre Rolle für die Geldwäsche von Gewinnen aus dem illegalen Waffenhandel. Denn Waffen verbleiben häufig nicht an dem Ort und bei den Empfängern, denen sie offiziell geliefert werden. Vielmehr blühen halblegale und illegale Märkte. Zusätzlich überschneiden sich die Strukturen des Waffenhandels häufig mit denen anderer illegaler Märkte. Ohne diese Strukturen von illegalem Waffenhandel könnten Kriege niederer Intensität von Warlords oder bewaffneten Gruppen oder sogenannte Drogenkriege gar nicht geführt werden. Das Erreichen zentraler entwicklungspolitischer Ziele wie die Stärkung von Demokratie, Menschenrechten und Partizipation wird dadurch erheblich erschwert.
Die Reihe fragt aber auch nach Alternativen zu Rüstung und Waffenhandel und stellt Ansätze wie Konversionsprojekte oder zivile Friedensarbeit zur Diskussion.

Das komplette Programm zum Download

Lesung „Marielas Traum“ mit der Autorin Alexandra Huck

Im Rahmen der 12. SEMANA LATINA

„Eher fließt das Wasser flussaufwärts, als dass ein Vertriebener sein Land zurückbekommt – oder dass ein General für seine Verbrechen ins Gefängnis geht“, sagt der alte Eugenio, Marielas Vater.

Mariela und die Menschen in ihrem Dorf stehen einer erdrückenden Übermacht gegenüber. Doch sie sind entschlossen, den Kampf um ihr Land aufzunehmen.  

Der Roman erzählt nicht nur die Geschichte von Marielas persönlichem Kampf für Gerechtigkeit sondern erzählt auch davon, wie Menschen inmitten des Krieges in Kolumbien die Hoffnung aufrecht erhalten.

Mariela wächst an den Ufern des Chitandó auf, wo ihre Eltern im kolumbianischen Dschungel ein Stück Land urbar gemacht haben. Immer weiter dringen indes Paramilitärs in die Region vor. Sie haben auch Marielas Vettern Jhon und Alexis im Visier. Brutal vertreiben die bewaffneten Männer die Menschen aus Marielas Dorf. Und Oberst Montenegro und sein Verbündeter Héctor setzen alles daran, dass die Dorfbewohner niemals an den Chitandó zurückkehren.

Doch Mariela und die Ihren sind nicht allein. Der erfahrene Anwalt Felipe hilft ihnen, ihr Recht auf das Land am Chitandó einzuklagen. Felipe will die Verantwortlichen für Mord und Vertreibung vor Gericht bringen – und fordert damit mächtige Interessen heraus.
Wie gefährlich das ist, lernt schnell auch die junge Deutsche Beata. Sie war  eigentlich nur für ein Praktikum bei Felipe und seinen Kollegen nach Kolumbien gekommen. Aber die Menschen vom Chitandó wachsen Beata ans Herz, und ihr wird klar, dass die Plantagen, die auf dem geraubten Land angelegt werden, auch für den europäischen Markt produzieren werden.

Der Roman erzählt nicht nur die Geschichte von Marielas persönlichem Kampf für Gerechtigkeit sondern erzählt auch davon, wie Menschen inmitten des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien die Hoffnung aufrecht erhalten. Nicht nur Mariela, sondern viele Kleinbäuer_innen weltweit sind von „Landgrabbing“ betroffen und in ihrer Existenz bedroht.

Alexandra Huck wurde 1969 in Baden-Württemberg geboren und hat Politikwissenschaft, Romanistik und Volkswirtschaftslehre studiert. In Kolumbien war sie 1999 zum ersten Mal als Freiwillige mit Peace Brigades International (PBI) und ist seither vielfach dorthin gereist, u.a. zu Recherchen für Marielas Traum.
Seit mehr als zehn Jahren lebt Alexandra Huck in Berlin und hat in dieser Zeit verschiedentlich Sachtexte zu Kolumbien verfasst. Mit Marielas Traum legt sie ihren ersten Roman vor. Sie arbeitet bei der Organisation kolko – Menschenrechte für Kolumbien e.V.

 

Vortrag „Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“ mit Jürgen Grässlin

Lesung und Vortrag mit Jürgen Grässlin:

Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden

 

Zum Buch:
Die Skandale zum deutschen Handel mit der tödlichsten Waffengattung unserer Zeit, den Kleinwaffen, finden kein Ende. Wie kommen deutsche Waffen in so großem Umfang immer wieder in die Hände verbrecherischer Regime, brutaler Paramilitärs und rivalisierender Bürgerkriegsparteien? Auf der Spur dunkler Geschäfte folgen Daniel Harrich, Jürgen Grässlin und Journalistin Danuta Harrich-Zandberg dem Weg der Waffen in die Krisenregionen dieser Welt. Anhand umfassender Recherchen belegen sie, wie diese fragwürdigen Waffenlieferungen zustande kommen, und entlarven die Hintermänner.Ein Politthriller, wie ihn nur die Wirklichkeit hervorbringt. Die Hintergründe des schmutzigen Geschäfts mit deutschen Waffen – mit sensationellen neuen Erkenntnissen und bisher unveröffentlichten Beweisen.

Zum Autor
Jürgen Grässlin ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Sprecher der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC), Sprecher des Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen (DAKS) und Vorstandsmitglied des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Macht von Großkonzernen. Er hat sich außerdem mit mehreren Büchern über die Automobil- und Rüstungsindustrie international einen Namen gemacht.

Veranstaltet von:

Bündnis Nein zum Krieg Marburg / Arbeitskreis Marburger WissenschaftlerInnen für Friedens- und Abrüstungsforschung (AMW) / Buchhandlung Roter Stern / Christliche Friedensinitiative Marburg / DGB Kreis Marburg-Biedenkopf / Friedenspolitischer Gesprächskreis – DGB-SeniorInnen / Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Marburg- Biedenkopf / Humanistische Union Ortsverband Marburg / Kulturelle Aktion Marburg e.V. – Strömungen /
Kulturhorizonte Marburg / Marburger Forum – Fördergemeinschaft Friedensarbeit / Marburger Weltladen / Naturfreunde Marburg / Pax-Christi Gruppe Marburg / VVN-BdA Kreisvereinigung Marburg/ Rosa-Luxemburg-Stiftung-Hessen/ Forum für Bildung und Analyse e.V.

 

Film: „Blues March“

Film: „Blues March“, Deutschland 2009, Regie: Malte Rauch, 78 Min.

Der Film erzählt die Geschichte des mittlerweile 87-jährigen Jazz-Musikers Jon Hendricks, der als Mitbegründer des Gesangstrios Lambert, Hendricks & Ross Weltruhm erlangte. Hendricks stand mit Jazzgrößen wie Louis Armstrong, Duke Ellington und Miles Davis auf der Bühne und sein unvergleichlich swingender Gesangstil beeinflusste auch die Beatles und die Rolling Stones. Der Film erzählt jedoch nicht nur von dem Musiker Jon Hendricks mit entsprechend swingendem Soundtrack (von Emil Mangelsdorff und Thilo Wagner), sondern im Mittelpunkt stehen seine Erfahrungen als sog. „Negro Soldiers“ (so der Titel von Frank Capras bekanntem Film, mit dem die US-Regierung im Zweiten Weltkrieg schwarze Soldaten anwarb). Hendricks war damals bereit, für die Befreiung der Welt vom Rassenwahn der Nazis zu kämpfen, musste jedoch
feststellen, dass schwarze Soldaten auch in den US-Streitkräften „wie Sklaven auf der Plantage“ behandelt wurden. Als schließlich weiße US-Militärpolizisten auf ihn und andere schwarze US-GIs schossen, desertierte Hendriks aus der Armee und führte fortan seinen ganz eigenen Krieg.

Film: „Frankreich und seine Befreier“

Film: „Frankreich und seine Befreier“, Originaltitel: „La France et ses liberateurs“,
Frankreich 2009, Regie: Charles Onana, 90 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Auch wenn es sich hier um den Einsatz von Kolonialsoldaten durch Frankreich im Zweiten Weltkrieg handelt, so beginnt er doch mit der deutschen Kolonialgeschichte und verweist damit auf die Verursacher dieses und auch des Ersten Weltkriegs. Ausgangspunkt ist die Berliner
Konferenz von 1884, auf der die europäischen Kolonialmächte den Kontinent Afrika untereinander aufteilten und ihre Interessen dort anschließend mit brutaler Gewalt militärisch durchsetzten. Deutschland schreckte dabei auch nicht vor Massenmorden wie dem gegen die Herero zurück, an dem auch der Vater des späteren Nazi-Feldmarschalls Göring beteiligt war. Mit diesen und ähnlichen Verweisen z.B. auf die rassistische Hetze gegen afrikanische Kolonialsoldaten auf Seiten Frankreichs im Ersten Weltkrieg und die als „Rheinlandbastarde“ denunzierten Kinder, die aus Beziehungen von Afrikanern mit deutschen Frauen hervor gingen, steckt Onana den historischen Rahmen ab, der in den von Nazideutschland zu verantwortenden Zweiten Weltkrieg und den Einsatz Hunderttausender afrikanischer Kolonialsoldaten auf Seiten der Alliierten führte. Das Kollaborationsregime von Vichy und De Gaulles Aufruf zur „Verteidigung der Freiheit“ mit Hilfe der Kolonien, die Landung der Alliierten
in Nordafrika Ende 1942 und die Rekrutierung weiterer 250.000 Soldaten aus dem Maghreb für die Befreiung Europas werden ebenso chronologisch von Zeitzeugen geschildert, wie das Massaker von Thiaroye 1944 im Senegal und die Diskriminierung der Veteranen.