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Rum oder Gemüse? Landwirtschaft in Kuba und Nicaragua zwischen Weltmarktorientierung und Ernährungssouveränität

9. Semana Latina

Bildvortrag von Ev Bischoff über eine agrarpolitische Reise nach Kuba und Nicaragua

Die Referentin verbrachte im Januar 2015 zusammen mit einer Gruppe aus dem Umfeld des Wuppertaler „Infobüros Nicaragua“ vier Wochen in Kuba und Nicaragua. Dort gab es zahlreiche Begegnungen mit VertreterInnen von Kooperativen, staatlichen AkteurInnen, MitarbeiterInnen von NGOs und privat wirtschaftenden kleinbäuerlichen LandwirtInnen sowie mit in der erfolgreichen städtischen Landwirtschaftsbewegung im Umkreis von Havanna tätigen Menschen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen folgende Fragen:

  • Wie und wo werden in diesen als arm geltenden Ländern Nahrungsmittel produziert? In beiden gab es 1959 bzw. 1979 eine Revolution mit einschneidenden Agrarreformen.
  • Welche staatlichen und nichtstaatlichen Strategien gibt es zur Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung der Bevölkerung?
  • Welche Ansätze gibt es zur Nahrungssouveränität?
  • Welche Rolle spielen Exportgüter und damit verbundene Deviseneinnahmen, wenn es zugleich eine große und mit hohen Kosten verbundene Abhängigkeit von Lebensmittelimporten gibt?
  • Welche Bedeutung haben Monokulturen oder der Aufkauf von Land durch ausländische Konzerne (Landgrabbing)?
  • Welche Folgen haben Großprojekte wie der geplante Kanal durch Nicaragua?
  • Welche Folgen haben „Feihandels“-Abkommen für die Ernährungssicherheit? Wie wirkt sich der Klimawandel und die damit verbundenen Wetterextreme aus?

Das komplette Programm der Semana Latina 2015 zum Download

Kuba: Buchvorstellung Leonardo Padura „Die Palme und der Stern“

9. Semana Latina

Buchvorstellung & Gespräch mit dem Übersetzer Hans-Joachim Hartstein zum neuen Roman des kubanischen Autoren Leonardo Padura „Die Palme und der Stern“

Nach achtzehn Jahren im Exil kehrt der Schriftsteller Fernando nach Havanna zurück, um nach einem verschollenen Manuskript des Dichters José Maria Heredia zu suchen. Die Rückkehr führt ihn nicht nur zu den Geheimnissen der Freimaurer Kubas, denen Heredia angehörte, sondern auch in die eigene Vergangenheit: Wer hat Fernando vor bald zwanzig Jahren denunziert und damit ins Exil getrieben?
Padura verwebt drei Handlungsstränge: Das Schicksal von Fernando, die Suche nach dem verlorenen Manuskript und die fiktiven Memoiren von Heredia. Gleichzeitig vermittelt er ein atmosphärisches Bild von Kubas Geschichte, vom beklemmenden Lebensgefühl im Exil und deckt erstaunliche Parallelen im Leben der beiden Schriftsteller aus zwei Jahrhunderten auf.

Informationen zum Autor:
PaduraLeonardo
Leonardo Padura, geboren 1955 in Havanna, schloss 1980 ein Lateinamerikanistik-Studium in Havanna ab und schrieb zunächst für verschiedene kubanische Zeitschriften. Bald gehörten seine Reportagen zu den meistgelesenen in Kuba. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen Romane, Erzählbände, literaturwissenschaftliche Studien sowie Reportagen und Interviews. International bekannt wurde er mit seinem Kriminalromanzyklus „Das Havanna-Quartett“. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er den Premio Café de Gijón sowie dreimal den spanischen Premio Hammett. 2009 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Premio Raymond Chandler, dem wichtigsten italienischen Noir-Preis, geehrt und 2012 mit dem kubanischen Nationalpreis für Literatur. Leonardo Padura lebt und arbeitet in Havanna.
Leonardo Padura war 2005, 2006, 2008 und 2011 in Marburg zu Gast!

Informationen zum Übersetzer:
hartsteinhansjoachim
Hans-Joachim Hartstein, geboren 1949 in Wanne-Eickel, nach dem Studium der Romanistik seit 1980 Übersetzer französisch- und spanischsprachige Literatur. Er hat u. a.Werke von Georges Simenon, Léo Malet, Luis Goytisolo, Juan Madrid, Marina Mayoral, Leonardo Padura und Ernesto Che Guevara ins Deutsche übertragen. Hans-Joachim Hartstein lebt und arbeitet in Münster. 2006, 2008 und 2011 hat er Leonado Padura bei seinen Marburg-Veranstaltungen begleitet und gedolmetscht.

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