Schlagwort-Archive: Landgrabbing

Wir haben es satt! Wege in eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Vortrag mit Dr. Philipp Weckenbrock (Uni Gießen)

Gutes Essen, eine klimagerechte Landwirtschaft und der Erhalt der Bauernhöfe – das steht gerade auf dem Spiel. Aktuell gilt: Wer viel Land besitzt, bekommt viel Geld. Schluss mit den
Steuermilliarden an die Agrarindustrie! Der Umbau zu einer bäuerlichen und ökologischeren
Landwirtschaft kann nicht mehr warten. Das Dürrejahr 2018 hat gezeigt: So geht es nicht
weiter! Wir reihen uns ein in die globale Bewegung für Klimagerechtigkeit und fordern
konsequenten Klimaschutz. Denn wir brauchen noch mehr bäuerliche Betriebe, die regionale und saisonale Lebensmittel erzeugen und mit lebendigen Böden helfen, das Klima zu schützen.
In vielen europäischen Schlachthöfen und Treibhausplantagen herrschen unwürdige
Bedingungen für Tiere und Arbeitende, damit Discounter und die Exportindustrie mit
Dumpingpreisen immer größere Profite machen können. Im globalen Süden zwingt die EU vielen Staaten Freihandelsverträge auf und ruiniert mit Billigexporten dann Millionen Kleinbäuer*innen.
Für uns ist klar: In einem solidarischen Europa sind gerechter Handel, Menschen- und
Bauernrechte nicht verhandelbar!
In dem Vortrag wird Dr. Philipp Weckenbrock unter anderem auf die folgenden Fragen eingehen: Welche Probleme verursacht die industrielle Landwirtschaft? Was sind Konzepte für eine zukunftsfähige Landwirtschaft? Wie können wir Veränderungen erreichen?

Dr. Philipp Weckenbrock ist Mitarbeiter am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung im
Bereich Ökolandbau der Uni Gießen. Er engagiert sich bei den Agronauten, die sich für
weitreichende Veränderungen im Bereich der Landwirtschaft einsetzen.

Veranstalter: attac, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen, Buchhandlung Roter Stern, Greenpeace, Gartenwerkstadt, SoLaWi, Weltladen Marburg


Bus zur Demo nach Berlin
Abfahrt: Sa. 19.1. 4 Uhr, Krummbogen
Ankunft: Sa. 19.1. ca. 23 Uhr
Preis: Selbsteinschätzung (Richtwert 32€)
Anmeldung: jannik.schestag@googlemail.com
Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de

Lesung „Marielas Traum“ mit der Autorin Alexandra Huck

Im Rahmen der 12. SEMANA LATINA

„Eher fließt das Wasser flussaufwärts, als dass ein Vertriebener sein Land zurückbekommt – oder dass ein General für seine Verbrechen ins Gefängnis geht“, sagt der alte Eugenio, Marielas Vater.

Mariela und die Menschen in ihrem Dorf stehen einer erdrückenden Übermacht gegenüber. Doch sie sind entschlossen, den Kampf um ihr Land aufzunehmen.  

Der Roman erzählt nicht nur die Geschichte von Marielas persönlichem Kampf für Gerechtigkeit sondern erzählt auch davon, wie Menschen inmitten des Krieges in Kolumbien die Hoffnung aufrecht erhalten.

Mariela wächst an den Ufern des Chitandó auf, wo ihre Eltern im kolumbianischen Dschungel ein Stück Land urbar gemacht haben. Immer weiter dringen indes Paramilitärs in die Region vor. Sie haben auch Marielas Vettern Jhon und Alexis im Visier. Brutal vertreiben die bewaffneten Männer die Menschen aus Marielas Dorf. Und Oberst Montenegro und sein Verbündeter Héctor setzen alles daran, dass die Dorfbewohner niemals an den Chitandó zurückkehren.

Doch Mariela und die Ihren sind nicht allein. Der erfahrene Anwalt Felipe hilft ihnen, ihr Recht auf das Land am Chitandó einzuklagen. Felipe will die Verantwortlichen für Mord und Vertreibung vor Gericht bringen – und fordert damit mächtige Interessen heraus.
Wie gefährlich das ist, lernt schnell auch die junge Deutsche Beata. Sie war  eigentlich nur für ein Praktikum bei Felipe und seinen Kollegen nach Kolumbien gekommen. Aber die Menschen vom Chitandó wachsen Beata ans Herz, und ihr wird klar, dass die Plantagen, die auf dem geraubten Land angelegt werden, auch für den europäischen Markt produzieren werden.

Der Roman erzählt nicht nur die Geschichte von Marielas persönlichem Kampf für Gerechtigkeit sondern erzählt auch davon, wie Menschen inmitten des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien die Hoffnung aufrecht erhalten. Nicht nur Mariela, sondern viele Kleinbäuer_innen weltweit sind von „Landgrabbing“ betroffen und in ihrer Existenz bedroht.

Alexandra Huck wurde 1969 in Baden-Württemberg geboren und hat Politikwissenschaft, Romanistik und Volkswirtschaftslehre studiert. In Kolumbien war sie 1999 zum ersten Mal als Freiwillige mit Peace Brigades International (PBI) und ist seither vielfach dorthin gereist, u.a. zu Recherchen für Marielas Traum.
Seit mehr als zehn Jahren lebt Alexandra Huck in Berlin und hat in dieser Zeit verschiedentlich Sachtexte zu Kolumbien verfasst. Mit Marielas Traum legt sie ihren ersten Roman vor. Sie arbeitet bei der Organisation kolko – Menschenrechte für Kolumbien e.V.

 

Adivasi-Bewegung für den Umweltschutz

Das Foto 1 zeigt einen Adivasi, der als Mahout (Elephantentrainer und
-pfleger) arbeitet und mit seinem zahmen Elefanten einen wilden, verirrten und verwirrten Elefanten beruhigt und ihn zurück in den Wald führt. Quelle: Adivasi Munnetra Sangam (AMS)

Veranstaltungsreihe „Indien – Kontinuität und Wandel“

Vortrag und Diskussion mit

Ramesh Maran (Shola-Trust in Gudalur)


Steigende Bevölkerungszahlen, wachsende Städte und zunehmende Monokultur-Plantagen führen zu mehr Konflikten zwischen Wildtieren und Menschen. Auch in den südindischen Nilgiris-Bergen, wo eine große Population wilder Elefanten lebt, wächst die Bevölkerung und nehmen die Konflikte zwischen Menschen und Elefanten zu. Daher fordern manche Anwohner, man solle doch die wilden Elefanten umzusiedeln. Die politische Lösung ist, menschliche Siedlungen von den verbliebenen Wäldern fernzuhalten. Für etliche der Adivasis, der indigenen Bevölkerung der Nilgiris-Berge, bedeutet dies Umsiedlung aus ihren Walddörfern und Verlust ihres bisherigen Lebensunterhalts. Dabei haben vielleicht gerade die Adivasis einiges zu einer friedlichen Koexistenz zwischen Mensch und Wildtieren beizutragen.
Der Adivasi Ramesh Maran aus den Nilgiris-Bergen gibt Einblicke in das traditionelle und heutige Leben der Adivasi mit Wald und Wildtieren.
Als Referent der lokalen Umweltorganisation The Shola Trust präsentiert er die Ideen und Strategien eines jungen Adivasi-Teams für eine friedliche Koexistenz zwischen Elefanten und Menschen, in der beide Seite ihren Lebensraum und ihre Lebensgrundlage erhalten können.

Der Adivasi Ramesh Maran aus den Nilgiris-Bergen arbeitet für die lokale Umweltorganisation
Shola Trust. 

 

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche statt.

Diese Veranstaltung findet im Lomonossow-Keller statt!
(unter dem Weltladen, Zugang über Aulgasse)

 

BMZ_CMYK_de aul logo land hessen logo LOGO Katholischer Fonds farbig III

In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Rum oder Gemüse? Landwirtschaft in Kuba und Nicaragua zwischen Weltmarktorientierung und Ernährungssouveränität

9. Semana Latina

Bildvortrag von Ev Bischoff über eine agrarpolitische Reise nach Kuba und Nicaragua

Die Referentin verbrachte im Januar 2015 zusammen mit einer Gruppe aus dem Umfeld des Wuppertaler „Infobüros Nicaragua“ vier Wochen in Kuba und Nicaragua. Dort gab es zahlreiche Begegnungen mit VertreterInnen von Kooperativen, staatlichen AkteurInnen, MitarbeiterInnen von NGOs und privat wirtschaftenden kleinbäuerlichen LandwirtInnen sowie mit in der erfolgreichen städtischen Landwirtschaftsbewegung im Umkreis von Havanna tätigen Menschen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen folgende Fragen:

  • Wie und wo werden in diesen als arm geltenden Ländern Nahrungsmittel produziert? In beiden gab es 1959 bzw. 1979 eine Revolution mit einschneidenden Agrarreformen.
  • Welche staatlichen und nichtstaatlichen Strategien gibt es zur Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung der Bevölkerung?
  • Welche Ansätze gibt es zur Nahrungssouveränität?
  • Welche Rolle spielen Exportgüter und damit verbundene Deviseneinnahmen, wenn es zugleich eine große und mit hohen Kosten verbundene Abhängigkeit von Lebensmittelimporten gibt?
  • Welche Bedeutung haben Monokulturen oder der Aufkauf von Land durch ausländische Konzerne (Landgrabbing)?
  • Welche Folgen haben Großprojekte wie der geplante Kanal durch Nicaragua?
  • Welche Folgen haben „Feihandels“-Abkommen für die Ernährungssicherheit? Wie wirkt sich der Klimawandel und die damit verbundenen Wetterextreme aus?

Das komplette Programm der Semana Latina 2015 zum Download