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Buchvorstellung „Die Verschwundenen“ von Antonio Ortunio

13. Semana Latina

Buchvorstellung und Gespräch mit Hans-Joachim Hartstein zu dem von ihm übersetzten Kriminalroman „Die Verschwundenen“ von Antonio Ortunio (Mexiko) zusammen mit dem Hörbuchsprecher Manfred Fenner

Wie ein skrupelloser Bauunternehmer mit Bestechung, Erpressung und Mord seine Ziele durchzusetzen versucht und in Kauf nimmt, dass die eigene Familie daran zerbricht: In seinem grandiosen Roman zeichnet Ortuño ein erschütterndes Sittenbild des heutigen Mexiko, in dem Korruption und Gewalt allgegenwärtig sind.

Antonio Ortuño wurde 1976 in Guadalajara geboren. Sein Debütroman wurde von der Zeitung Reforma zum besten mexikanischen Roman 2006 gewählt, 2010 kürte ihn das Magazin Granta zu einem der besten jungen spanischsprachigen Autoren der Gegenwart. Auf Deutsch erschienen bei Kunstmann bislang auch schon „Die Verbrannten“ (2015) und „Madrid, Mexiko“ (2017). Der Autor ist 2018/2019 Stipendiat des DAAD in Berlin.

Hans-Joachim Hartstein, geboren 1949 in Wanne-Eickel, nach dem Studium der Romanistik seit 1980 Übersetzer französisch- und spanischsprachige Literatur. Er hat u. a.Werke von Georges Simenon, Léo Malet, Luis Goytisolo, Juan Madrid, Marina Mayoral, Leonardo Padura und Ernesto Che Guevara ins Deutsche übertragen.  2006, 2008 und 2011 hat er Leonado Padura bei seinen Marburg-Veranstaltungen begleitet und gedolmetscht.

Manfred Fenner entdeckte bereits während seines Studiums in Germanistik und Mathematik seine Freude an der sprecherischen Gestaltung von Texten. Daraufhin machte er seine Sprecherausbildung unter anderem bei Hans Eckardt, dem Gründer des Verlags für Hörbuchproduktionen in Marburg und ist seit inzwischen über 30 Jahren Hörbuchsprecher verschiedener Blindenhörbuchreihen. Bekannt wurde er außerdem als Interpret von Kriminal- und Jugendromanen sowie durch zahlreiche Literaturlesungen.

Veranstalter: Semana Latina e.V., Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V., Marburger Weltladen und Marburger Literaturforum e.V.

Kleinwaffenexport nach Mexiko

13. Semana Latina

Vortrag und Diskussion mit Charlotte Kehne (Ohne Rüstung Leben)
Historischer Saal – Rathaus Marburg

Mit G36-Sturmgewehren der deutschen Herstellers Heckler & Koch verschleppten Polizisten und Bandenmitglieder im September 2014 43 junge Lehramtsstudenten im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Der Waffenexport in diesen krisenhaften mexikanischen Bundesstaat war illegal. Wie gelangten die deutschen Waffen trotzdem dorthin?

Kleinwaffen sind weltweit für mehr Tote und Verletzte verantwortlich als jede andere Waffenart. Dass auch deutsche Kleinwaffen bei Menschenrechtsverletzungen und Gewalttaten zum Einsatz kommen, wird am Beispiel Mexiko aufgezeigt. Dabei berichtet die Referentin auch über Erkenntnisse aus dem Heckler&Koch – Prozess wegen illegaler Waffenlieferungen nach Mexiko.

Pepenadores – Müllsammlerfamilien in Mexiko

Müllsammlerfamilien in Oaxaca

Im Jahr 2014 lebten 2,5 Millionen Bewohner_innen des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca in Armut. Besonders betroffen sind die Bewohner_innen der Slums, die unaufhörlich vor den Toren der Großstädte wachsen und sich häufig in unmittelbarer Nähe von großen Mülldeponien befinden. Nicht nur der fehlende Zugang zu Bildung und Basisinfrastruktur, sondern auch die gesundheitlichen Risiken und mangelnde Nahrungsmittelsicherheit zählen hier zu den größten Problemen. Oft ist das Sammeln und der Verkauf von verwertbaren Materialien die einzige Einnahmequelle der hier angesiedelten Familien. Da die meisten pflanzlichen Nahrungsmittel in unmittelbarer Umgebung der Müllkippe wachsen, sind diese oft stark schadstoffbelastet, was zu weiteren gesundheitlichen Risiken führt.

 Das Projekt

Um diese Menschen zu unterstützen, wird der in Marburg ansässige TERRA TECH Förderprojekte e.V. ab Sommer 2015 in Zusammenarbeit mit der mexikanischen NGO Solidaridad Internacional Kanda (SiKanda) 250 Müllsammlerfamilien unterstützen. Geplant ist das Anlegen von Gemüsegärten, um das nachhaltige Wachstum von unbelastetem Obst und Gemüse zu sichern sowie die Einrichtung einer Green Library zur Vermittlung von Produktions- und Erntemethoden. Ziel des Projektes ist es, die Nahrungsmittelunsicherheit in den Slums rund um die städtische Müllkippe von Oaxaca zu reduzieren.

 Die Veranstaltung

Um einen Einblick in die Thematik zu bekommen, wird ein kurzer, von SiKanda gedrehter Film vorgeführt, der das Leben der Familien in Oaxaca zeigt. Danach werden Mitarbeiter_innen der mexikanischen NGO und von TERRA TECH von ihren Erfahrungen in Oaxaca berichten und die Probleme, Veränderungen und Möglichkeiten erläutern. Gerne stehen diese im Anschluss auch für Fragen zur Verfügung.

Transmigrant*innen in Mexiko – Bericht über einen Freiwilligendienst

Vortrag und Diskussion mit

Laura Leszinski (Studentin des B.A. Sozialwissenschaften)

Tierra Blanca, Veracruz, Mexiko. Die Albergue Decanal Guadalupano hat sich dem Schutz von Transmigrant*innen verschrieben, die Mexiko ohne für das Land gültige Papiere durchreisen. Viele der in Tierra Blanca ankommenden Reisenden aus verschiedenen zentralamerikanischen Ländern nutzen als Reisemittel die Dächer von Güterwaggons, der berüchtigten „bestia“. In einem persönlichen Erfahrungsbericht berichtet Laura Leszinski über einen kleinen Ausschnitt ihrer Erlebnisse in der Herberge, zu dessen Team sie sechs Monate lang gehörte. Dabei soll auch die Rolle als europäische, weiße Freiwillige kritisch hinterfragt werden.

Laura Leszinski studiert Sozialwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg.