Schlagwort-Archive: Migration

Migrationsgeschichte von Vietnames*innen in Deutschland

Veranstaltungsreihe Vietnam

Vortrag und Diskussion mit Tamara Hentschel
(Geschäftsführerin Reistrommel e.V.)

Nach Ende des Vietnamkriegs kamen mehrere Zehntausend Vietnames*innen nach Deutschland. In der BRD suchten die sog. Boatpeople Zuflucht und eine sichere Zukunft. In der
ehemaligen DDR wurden die Vertragsarbeiter*innen angeworben. Sie sollten eine begrenzte Zeit im „Bruderstaat“ bleiben und mit der dort erworbenen beruflichen Qualifikation zum Aufbau der Sozialistischen Republik Vietnam beitragen.
Tamara Hentschel wird in ihrem Vortrag die Hintergründe und die Aufenthaltsbedingungen der
Vertragsarbeiter*innen genauer beleuchten. Auch wird sie die Situation nach der deutschen Wiedervereinigung darstellten.
Der deutsch-vietnamesische Verein Reistrommel e.V. in Berlin berät und unterstützt seit
25 Jahren vietnamesische Migrant*innen mit seiner interkulturellen Arbeit.

Tamara Hentschel hat Reistrommel e.V. mitgegründet und ist dessen Geschäftsführerin in Berlin.

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Fluchtursache Welthandel: Vortrag Dr. Boniface Mabanza Bambu

Vortrag und Diskussion mit Dr. Boniface Mabanza Bambu

Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika

Seit Beginn der sogenannten „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015 wird in Deutschland und in der EU viel über Fluchtursachenbekämpfung diskutiert. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass viele der getroffenen Maßnahmen darauf abzielen, den „Migrationsdruck“ u.a. durch die Vor- und Auslagerung europäischer Grenzregimes in die Herkunftsländer der Geflüchteten zu verlagern. Doch reale Fluchtursachenbekämpfung muss vor der Haustür beginnen. Sie verlangt eine ernst zu nehmende Auseinandersetzung mit Themen wie Welthandel, Finanzströmen und Rohstoffpolitik. Ungerechte Handelsstrukturen tragen dazu bei, Lebensgrundlagen zu zerstören und somit wirken sie wie Kriege, die Geflüchtete produzieren. Dieser Vortrag will diese Zusammenhänge aufgreifen.

Dr. Boniface Mabanza Bambu, geboren in der Demokratischen Republik Kongo, Studium der Philosophie, Literaturwissenschaften und Theologie in Kinshasa, Promotion an der Universität Münster zum Thema „Gerechtigkeit kann es nur für alle geben. Globalisierungskritik aus afrikanischer Perspektive“, Ausbildung im Konfliktmanagement bei der Akademie für Konflikttransformation in Bonn. Neben einer Tätigkeit als Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in der Werkstatt Ökonomie/Heidelberg mit dem Schwerpunktthema Handelspolitik arbeitet er auch als Trainer für entwicklungspolitische Themen mit verschiedenen Institutionen.

Der Vortrag ist die Finissage der Ausstellung „konsumsplitter“
12.10.- 9.11.18
täglich 8-18 Uhr
Lutherische Pfarrkirche

Veranstalter:
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen (EPN); Weltladen Marburg

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Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Globale Mittelhessen vom 20.01. bis 02.02.

Am Freitagabend, den 20. Januar, eröffnet das Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen 2017 mit dem Film „Les Sauteurs – Those Who Jump“ in der Waggonhalle Marburg.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in 10 Orten: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Heuchelheim, Saasen, Weilburg, Niederwetter und Herborn. Abgesehen vom Auftakt in der Waggonhalle finden alle Marburger Veranstaltungen im Kino Capitol in der Biegenstr. 8 statt.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.

Buchvorstellung mit Merle Kröger „Havarie“

In einer windigen Nacht steigen zwölf Männer in ein Schlauchboot, versuchen Spaniens Küste zu erreichen. Unter dem dunklen Himmel zieht ein gewaltiges Kreuzfahrtschiff dahin. Ein irischer Frachter verlässt den algerischen Hafen mit leeren Containern an Bord. Und in Cartagena ankert der einsatzbereite Kreuzer der Seenotrettung. Im Hafen von Oran liegt der alte Frachter Siobhan aus Dublin zum Auslaufen bereit. Der ukrainische Ingenieur überwacht das Zollprozedere. Lalita Masarangi, Security Officer auf dem Kreuzfahrtschiff Spirit of Europe, hat nicht viel Spielraum für Privatleben. Trotzdem forscht sie nach, als der Bandleader verschwindet. Sie kann das nicht einfach auf sich beruhen lassen. Plötzlich unterbricht der Luxusliner seine Fahrt und meldet der spani­schen Küstenwache ein manövrierunfähiges Schlauchboot mit Flüchtlingen. Laut Seerecht muss die Spirit of Europe bei dem havarierten Zodiac bleiben, bis der Seenotrettungskreuzer eintrifft. Passagiere drängen sich an der Reling, machen Handyfotos, filmen. Fünfzehn Decks tiefer in der Wäscherei spielt sich ein Drama ab, von dem die zahlenden Gäste an Bord nichts bemerken. Und Lalita sucht noch immer nach dem philippinischen Musiker…
Das Mittelmeer: Ferienparadies, Wiege der Kultur, Burggraben der Festung Europa. Merle Krögers Roman ist ein messerscharfes Porträt heutiger Lebensweisen und ein seetüchtiger Politthriller.

MerleKroegerweb

Merle Kröger, geb.1967 in Plön, lebt als Drehbuch- und Romanautorin in Berlin. Mit dem Filmemacher Philip Scheffner leitet sie die Produktionsfirma pong, wo u.a. die Dokumentarfilme „The Halfmoon Files“ (2007) und „Der Tag des Spatzen“ (2010) entstanden. Außerdem ist sie Dozentin der Professional Media Master Class für Dokumentarfilm in Halle. Merle Kröger ist Autorin und Produzentin des international ausgezeichneten Kinofilms „Revision“ (2012). In ihren Romanen verbindet sie historische Recherche, persönliche Geschichte und politische Analyse mit Elementen des Krimigenres: „Cut!“ erschien 2003 bei Ariadne, wurde 2007 ins Englische übersetzt und in Indien verlegt. „Kyai!“ stand 2007 auf der KrimiWelt-Bestenliste. Aus der Recherche zum Film „Revision“ entstand ihr dritter Roman „Grenzfall“, der 2012 die KrimiZEIT-Bestenliste anführte und den Deutschen Krimi Preis 2013 sowie den Stuttgarter Krimipreis gewann. Havarie ist ihr vierter Roman.

Transmigrant*innen in Mexiko – Bericht über einen Freiwilligendienst

Vortrag und Diskussion mit

Laura Leszinski (Studentin des B.A. Sozialwissenschaften)

Tierra Blanca, Veracruz, Mexiko. Die Albergue Decanal Guadalupano hat sich dem Schutz von Transmigrant*innen verschrieben, die Mexiko ohne für das Land gültige Papiere durchreisen. Viele der in Tierra Blanca ankommenden Reisenden aus verschiedenen zentralamerikanischen Ländern nutzen als Reisemittel die Dächer von Güterwaggons, der berüchtigten „bestia“. In einem persönlichen Erfahrungsbericht berichtet Laura Leszinski über einen kleinen Ausschnitt ihrer Erlebnisse in der Herberge, zu dessen Team sie sechs Monate lang gehörte. Dabei soll auch die Rolle als europäische, weiße Freiwillige kritisch hinterfragt werden.

Laura Leszinski studiert Sozialwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg.