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Europapremiere: Namibischer Film „The White Line“

Europapremiere des namibischen Films The White Line von Desiree Kahikopo

Namibia 1963. Sylvia Kamutjemo arbeitet als Hausangestellte. Sie ist schwanger, aber getrennt von der Liebe ihres Lebens durch die unsichtbare weiße Linie, die auch das ganze Land während der Apartheid teilt. Pieter de Wet, Polizeibeamter, sieht sich im Widerspruch zwischen Pflichtgefühl in seinem Job und der Liebe zu Sylvia. Die beiden sind gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen, die auch Auswirkungen für ihr ungeborenes Kind haben werden. Viele Jahre später macht sich ihr Sohn auf die Suche nach seinem Vater, den er nie gekannt hat. Er hat die Hoffnung, damit seiner Mutter eine Chance zu geben, Frieden zu schließen mit ihrem zerstörten Leben und der Vergangenheit.

Die Filmemacherin Desiree Kahikopo wird bei der Premiere anwesend sein und im Anschluss an den Film mit den Zuschauer*innen diskutieren.

Veranstalter: ICWC, Geschichtswerkstatt, Curupira, MakuFEE, Cineplex, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen, Weltladen Marburg

Namibia: Buchvorstellung mit Bernhard Jaumann „Der lange Schatten“ 

Diesmal handelt es sich um einen Namibia-Deutschland-Krimi. Thematisiert wird, daß sich Deutschland bis heute nicht offiziell zu dem Völkermord an den Herero, Nama, Damara und Ovambo in seiner ehemaligen Kolonie bekennt. Beteiligt an diesem Verbrechen waren u.a. auch die „Marburger Jäger“. Nicht zuletzt auch wegen deren umstrittenen Denkmal im Marburger Stadtteil Bortshausen kam es im letzten Jahr zu einem erneuten Besuch einer Delegation aus Namibia in Marburg und zu einer Informationsveranstaltung im Marburger Weltladen. Zu dieser Thematik hat der sechs Jahre lang in Namibia lebende Autor einen aktuellen und packenden Politthriller veröffentlicht.

Wann wird man je verstehen? In diesem klarsichtigen Kriminalroman stellt der preisgekrönte Krimiautor Bernhard Jaumann die Fragen von Schuld und Wiedergutmachung. Namibia und Deutschland: In Freiburg wird das Grab des Rasseforschers Eugen Fischer geschändet. In Windhoek wird die Frau des deutschen Botschafters entführt – zusammen mit einem schwarzen Kind, das sie adoptieren will. Und in Berlin wird ein Polizist umgebracht, just als eine Delegation ankommt, die zwanzig in der deutschen Kolonialzeit geraubte Hereroschädel nach Namibia zurückholen will. Werden hier Rechnungen beglichen, die seit mehr als hundert Jahren offenstehen?
Während die Ex-Polizistin Clemencia Garises in Namibia nach den Entführten sucht, ahnt der Journalist Claus Tiedtke in Berlin, dass ein Attentat droht. Trotz ihrer privaten Spannungen sind die beiden bei den Ermittlungen aufeinander angewiesen. Die großen Fragen der Geschichte können sie nicht lösen, doch verhindern sie letztlich, dass ein makabres Tauschgeschäft stattfindet.
Der dritte Fall für Clemencia Garises schlägt den Bogen von deutschen Kolonialverbrechen bis zur aktuellen Diskussion um die Adoption afrikanischer Waisenkinder.

Bernhard Jaumann, geboren 1957 in Augsburg, Studium in München. Anschließend arbeitete er, unterbrochen von längeren Auslandsaufenthalten in Italien, Australien, Mexiko-Stadt und Windhoek (Namibia) als Gymnasiallehrer in Bad Aibling. Während er gemeinsam mit seiner Ehefrau sechs Jahre in Namibia lebte, hat er mit „Die Stunde des Schakals“ (2010), „Steinland“ (2012) und jetzt mit „Der lange Schatten“ drei in Südwestafrika angesiedelte Kriminalromane verfasst. Jaumann ist Mitglied der Krimi-Schriftsteller-Vereinigung Syndikat und hat viele Auszeichnungen erhalten: u.a. den Friedrich-Glauser-Preis und den Deutschen Krimipreis.