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Nationalismus in der Mehrheitsbevölkerung Südafrikas nach Ende der Apartheid

                       Quelle: Wikimedia

Veranstaltungsreihe 20 Jahre freies Südafrika: Gute Hoffnung am Kap?

Vortrag und Diskussion mit

Dr. Ben Khumalo-Seegelken (Universität Oldenburg)

Südafrika ist seit über zwei Jahrzehnten dabei sich in eine Gesellschaft umzuwandeln, die auf Vielfalt und Verbindendes setzt und über Trennendes hinweg zusammenwachsen will. Dennoch müssen sich die Menschen nach wie vor mit Einstellungen und Lebensgewohnheiten auseinandersetzen, die scheinbar neue Gegensätze heraufbeschwören oder auch alte wiederbeleben. Wie kommt es dazu und woran liegt es? Wie vertragen sich neues Selbstverständnis und altes Verhalten mit dem Bemühen um ein versöhnendes Zusammenleben? Am Beispiel der Bevölkerung Südafrikas geht der Vortrag diesen Fragen nach und will zum Meinungsaustausch darüber anregen.

Geboren 1950 in Vryheid/Südafrika ist Ben Khumalo im Widerstand gegen die Apartheid 1974 in den Untergrund gegangen und hat anschließend das Land verlassen, erhielt 1979 in Westdeutschland politisches Asyl und ließ sich 1986 einbürgern. Ben Khumalo hatte in Südafrika Wirtschaftswissenschaften und Privatrecht und nach seiner Flucht Evangelische Theologie und Sozialpädagogik in Deutschland studiert. Er promovierte in Tübingen in Theologie und Erziehungswissenschaften und wurde 1986 zum Pfarrer ordiniert. Aktuell ist Dr. Ben Khumalo-Seegelken an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg in den Fachbereichen Bildungs- und Sozialwissenschaften sowie Evangelische Theologie und Religionspädagogik als Lehrbeauftragter tätig.

Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

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Buchvorstellung und Diskussion mit Dominik Müller: „Indien – Die größte Demokratie der Welt?“

„Indien – Die größte Demokratie der Welt? – Marktmacht – Hindunationalismus – Widerstand“

In Reportagen, Interviews und Essays führt uns der Autor Dominik Müller sowohl in abgelegene Dörfer des indischen Subkontinents als auch in die klimatisierten Büros großer Industrieverbände. Er lässt Kleinbauern, Straßenhändler, Geschäftsleute und Hindunationalisten ebenso zu Wort kommen wie Aktivisten gegen das EU-Indien-Freihandelsabkommen, Streikende, Menschenrechtler, Anti-Akw-Kämpfer oder Whistleblower aus dem nuklearwirtschaftlichen Establishment.

Die BJP, die größte Oppositionspartei in Indien, hat mit Narendra Modi erstmals seit drei Jahrzehnten Wahlen zum Unterhaus mit absoluter Mehrheit gewonnen. Nicht wenige nennen ihn auch „Killer Modi“, denn sie machen ihn verantwortlich für das seit der indischen Unabhängigkeit grausamste Massaker an der muslimischen Minderheit 2002 im Bundesstaat Gujarat.

Dort herrscht Modi mit absoluter Mehrheit ununterbrochen seit drei Legislaturperioden als Chefminister und erzielte zweistellige Wachstumsquoten. In Wirtschaftskreisen gilt Gujarat als Vorzeigemodell, denn zweistellige Wachstumsraten und großzügige Bedingungen für Investoren üben eine mächtige Anziehungskraft aus. Die US-Bank Goldman Sachs und andere internationale Investoren versprechen sich durch Narendra Modi gute Gewinnaussichten für ihre Anleger.

Der Publizist Dominik Müller berichtet über die „größte rechtsradikale Bewegung“ der Welt, die Ideologie und Organisationsstruktur der Hindunationalisten und ihre internationalen Verflechtungen. Er ordnet dieses politische Phänomen in einen sozio-ökonomischen und historischen Kontext ein, der nicht an Indiens Grenzen halt macht.

Eintritt frei

In Zusammenarbeit mit:

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