Schlagwort-Archive: Nordafrika

Frauenbewegungen in Nordafrika: Wir wollen alles – oder doch nur die Hälfte?

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Vortrag und Diskussion mit Dr. Ingrid El Masry
(feministische Transformationsforscherin)

Die Staaten Nordafrikas sind hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und politischen Strukturen sehr heterogen. Zugleich sind sie vielleicht mehr denn je mit ähnlichen entwicklungspolitischen Herausforderungen konfrontiert, die sich auf die Formel eines starken, teils von außen erzwungenen Modernisierungsdrucks bringen lassen.
Im Vortrag wird es darum gehen, die rechtliche, politische und sozioökonomische Lage der Frauen und die politischen Motivationen ihrer jeweiligen Bewegungen exemplarisch zu beleuchten und zu diskutieren.

Dr. Ingrid El Masry ist eine feministische Transformationsforscherin mit dem Schwerpunkt
Nordafrika am Institut für Politikwissenschaft der Philipps-Universität Marburg.

Das komplette Programm der Veranstaltungsreihe Nordafrika zum Download

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Festung Europa? Auswirkungen und Widerstand in Nordafrika

Bild: Grenzzaun in Melilla, wikimedia commons

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Vortrag und Diskussion mit Christian Jakob (Journalist und Buchautor)

Was bedeuten die Pläne und Maßnahmen zur Schaffung einer „Festung Europa“ gegen Flucht und Migration für die Länder Nordafrikas? Welche konkreten Auswirkungen haben die damit verbundenen Maßnahmen auf die gesellschaftliche, politische und ökonomische Situation in Nordafrika? Und welchen Widerstand gibt es dort auch dagegen?

Christian Jakob ist Journalist und hat 2017 mit Simone Schlindwein das Buch „Diktatoren als Türsteher Europas – Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert“ veröffentlicht.

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Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Workshop und Planspiel: Marokko – Der Solarkönig

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Workshop und Planspiel mit Marine Pouget (Germanwatch e.V.)

Nur mit Voranmeldung: veranstaltungen@marburger-weltladen.de

Marokko ist heutzutage ein unbestreitbarer Energie-Vorreiter auf dem afrikanischen Kontinent, aber auch im globalen Vergleich. Das Königreich baut seit zehn Jahren beeindruckende Photovoltaik-, Wind- und konzentrierte Solarenergieprojekte auf. Dafür gibt es zwei Hauptgründe:
Marokko ist ein „energiearmes“ Land, ohne konventionelle Energie-Ressourcen wie zum Beispiel Öl, Gas oder Kohle. Marokko importiert also 95% seines Primärenergieangebots und die Energiesicherheit des Landes ist daher sehr niedrig, vor allem in einem ständig unstabilen Umfeld (durch Konflikte in der MENA Region oder in afrikanischen Nachbarländern). Erneuerbare Energien stellen für Marokko aber ein riesiges Potenzial dar, denn Wind und Sonne sind aufgrund der geographischen Bedingungen im Überfluss vorhanden und müssen nicht importiert werden.
Der zweite Grund liegt im marokkanischen politischen Willen, den Klimaschutz zu erhöhen und somit eine wichtige Rolle in der internationalen Klimapolitik zu spielen. Zurzeit werden 90% des nationalen Primärenergieangebots durch fossile Energieträger bereitgestellt, aber das Königreich hat nun vor, diesen Anteil stark zu reduzieren und deswegen ambitionierte Ziele im Stromsektor festgelegt: schon heute werden 27% der installierten Stromkapazität durch erneuerbare Energien bereitgestellt (2017). Dieser Anteil soll bis 2020 auf 42% steigen und im Jahr 2030 bei 52% liegen. Dazu arbeitet Marokko an energieeffizienten Maßnahmen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Energieerzeugung durch erneuerbaren Energien im Land.
Allerdings bleiben die Energie-Projekte in Marokko bislang sehr zentralisiert und es werden hauptsächlich Großvorhaben von wenigen Akteuren durchgeführt. Daher werden wir uns im Rahmen dieses Workshops mit den folgenden Fragen beschäftigen: Was sind die Auswirkungen von diesen Projekten für die Marokkaner*innen? Tragen diese Projekte etwas zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der Verletzlichen bei, insbesondere in isolierten ländlichen Gebieten?

Vorreiter-Länder wie Marokko sind interessante Beispiele für Deutschland, wo eine Energiewende mit einem Kohleausstieg weiter gefördert werden soll. In diesem Workshop werden wir anhand von Beispielen aus Marokko lernen und versuchen zu verstehen, wie die lokalen Bedingungen für eine faire Energiewende aussehen können. Chancen, aber auch Herausforderungen werden besprochen und in einem interaktiven Planspiel diskutiert.

Marine Pouget ist Referentin bei Germanwatch (seit 2017) für Klimapolitik und Zivilgesellschaft in der MENA-Region. Ihre Themenschwerpunkte sind die African Renewable Energy Initiative (AREI), Erneuerbare Energien und dezentrale Energiewende in der MENA-Region und zivilgesellschaftliche Ermächtigung. Koordiniert und über Publikationen bekanntgemacht  wird  von Marine Pouget das derzeitige Projekt „Multi-Akteurs-Partnerschaft für die Energiewende in Afrika Richtung 100% Erneuerbare Energien“ in Marokko und Kenia. Pouget absolvierte ihr Masterstudium  in Conflict& Development Studies und Sciences Politiques in Lille und Münster. 

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Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

 

Dokumentarfilm: Aus der Asche – Libyens schwieriger Neuanfang

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Film und Filmgespräch mit

Juri Mazumdar (Regisseur) und
Abdulsalam Hamtoun (Hauptprotagonist und Politologe)

Mit Libyen verband die westliche Welt über Jahrzehnte hinweg nur Gaddafi. Seit der Revolution und dem Nato-Einsatz 2011 erreichen uns nun vor allem Bilder von Bürgerkrieg und Chaos. Ist die Hoffnung auf einen demokratischen Neuanfang aussichtslos? Das will der libysche Politologe Abdulsalam Hamtoun herausfinden, der von Anfang an gegen eine Einmischung der Nato war. Er verlässt die Konferenzräume, in denen er an der Verfassung mitarbeitet, und sucht inmitten verhärteter Fronten das direkte Gespräch mit seinen Landsleuten. Die Zuschauer*innen werden auf eine Reise durch seine Heimat mitgenommen, die seltene Einblicke in das Land eröffnet.

Juri Mazumdar ist Produzent und Regisseur für Dokumentarfilm München. Er absolvierte ein dreijähriges Studium an der ZeLIG School for Documentary in Bozen, Italien, im Fach Regie mit dem Abschlussfilm KALYUG (75 min.), der anschließend auf zahlreichen internationalen Filmfesten gezeigt wurde. Nach einigen Jahren, die Juri im Bereich Schnitt und Kamera arbeitete, gründete er mit seinem Partner Aleksandar Jelic die in München ansässige Produktionsfirma Juri & Aki Films, mit der er Dokumentar- und Werbefilme produziert.

Abdulsalam Hamtoun, libyscher Politologe und Publizist, wurde 1961 in Germa in der libyschen Sahara geboren. Er hat in Wien Politikwissenschaft studiert und lebt seit 2000 in München. Seit 2014 ist er Mitglied des Constitution Drafting Assembly (CDA), der Verfassungsgebenden Versammlung Libyens. Er sowie die anderen 57 Abgeordneten wurden direkt vom libyschen Volk in das Komitee gewählt um eine neue Verfassung für Libyen auszuarbeiten.

 

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Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

 

Algerien zwischen Transition und Restauration

Bild: wikimedia commons, Abdoudjhel15, CC-BY-SA-4.0

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Vortrag und Diskussion mit Dr. Rachid Ouaissa

(Centrum für Nah- und Mitteloststudien, Uni Marburg)

Seit Ende Februar 2019 protestieren Millionen von Algerier*innen aller Generationen und aus allen Regionen des Landes gegen die seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1962 etablierte Diktatur. Die Proteste begannen zunächst in Fußballstadien. Nun hat die Mobilisierung alle 48 Bezirke des Landes sowie die Diaspora in Frankreich, Kanada, Österreich, Belgien und Deutschland erreicht. Drei Hauptakteure kann man identifizieren: die Jugend, Frauen und die Mittelschicht. In 20 Jahren hat Präsident Bouteflika ein System aufgebaut, basierend auf Neoliberalismus, dem Militär, Tribalismus und einer nicht marktorientierten Business-Mafia. Die Proteste haben zwar die Fassaden des algerischen Regimes zur Fall gebracht, jedoch sind die tiefen und internen Strukturen des Machtapparats intakt.

In diesem Vortrag werden die Schwierigkeiten der Transition in einem rentenabhängigen Staat wie Algerien behandelt. Dabei werden die Natur des algerischen Regimes und die Möglichkeiten von Transition diskutiert.

Dr. Rachid Ouaissa ist Professor an der Philipps-Universität Marburg am Centrum für Nah- und Mitteloststudien.

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