Schlagwort-Archive: Nordafrika

Dokumentarfilm: Aus der Asche – Libyens schwieriger Neuanfang

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Film und Filmgespräch mit

Juri Mazumdar (Regisseur) und
Abdulsalam Hamtoun (Hauptprotagonist und Politologe)

Mit Libyen verband die westliche Welt über Jahrzehnte hinweg nur Gaddafi. Seit der Revolution und dem Nato-Einsatz 2011 erreichen uns nun vor allem Bilder von Bürgerkrieg und Chaos. Ist die Hoffnung auf einen demokratischen Neuanfang aussichtslos?
Das will der libysche Politologe Abdulsalam Hamtoun herausfinden und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch seine Heimat, die seltene Einblicke in das Land und seine kulturelle Vielfalt eröffnet.

Das komplette Programm der Veranstaltungsreihe Nordafrika zum Download


 

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

 

Algerien zwischen Transition und Restauration

Bild: wikimedia commons, Abdoudjhel15, CC-BY-SA-4.0

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Vortrag und Diskussion mit Dr. Rachid Ouaissa

(Centrum für Nah- und Mitteloststudien, Uni Marburg)

Seit Ende Februar 2019 protestieren Millionen von Algerier*innen aller Generationen und aus allen Regionen des Landes gegen die seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1962 etablierte Diktatur. Die Proteste begannen zunächst in Fußballstadien. Nun hat die Mobilisierung alle 48 Bezirke des Landes sowie die Diaspora in Frankreich, Kanada, Österreich, Belgien und Deutschland erreicht. Drei Hauptakteure kann man identifizieren: die Jugend, Frauen und die Mittelschicht. In 20 Jahren hat Präsident Bouteflika ein System aufgebaut, basierend auf Neoliberalismus, dem Militär, Tribalismus und einer nicht marktorientierten Business-Mafia. Die Proteste haben zwar die Fassaden des algerischen Regimes zur Fall gebracht, jedoch sind die tiefen und internen Strukturen des Machtapparats intakt.

In diesem Vortrag werden die Schwierigkeiten der Transition in einem rentenabhängigen Staat wie Algerien behandelt. Dabei werden die Natur des algerischen Regimes und die Möglichkeiten von Transition diskutiert.

Dr. Rachid Ouaissa ist Professor an der Philipps-Universität Marburg am Centrum für Nah- und Mitteloststudien.

Das komplette Programm der Veranstaltungsreihe Nordafrika zum Download


 

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

 

Historische Marksteine Nordafrikas – Eine Spurensuche

Veranstaltungsreihe Nordafrika

Vortrag und Diskussion mit Balduin Winter (Publizist)

Hier begann die menschliche Evolution, lebte der erste moderne homo sapiens, entstand die erste große Kultur. Aber Nordafrika ist auch Jahrtausende lang Durchgangs- und Eroberungsraum, Objekt fremder Mächte, die der Region ihre politischen, ökonomischen, religiösen und kulturellen Stempel aufdrücken. Nun wächst die Aufmerksamkeit für die eigene Geschichte, die auch eine des Widerstandes ist. Die Orientierung auf „den Westen“ ist zwiespältig, es gibt neue Debatten über Nation, Identität, einen „afrikanischen Weg“.

Balduin Winter ist Publizist in Marburg, arbeitet zu globalpolitischen Brennpunkten; bereiste des Öfteren den Maghreb, die Zentralsahara und Ägypten.

 

Neue Veranstaltungsreihe „Nordafrika“

Seit dem arabischen Frühling, der 2011 in Tunesien seinen Ausgang nahm, haben vielfältige Aufbrüche und Veränderungen, aber auch Gewalt und Rückschläge Nordafrika erfasst. Allerdings stellen sich die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich dar. Libyen ist mittlerweile als Staat zerfallen und wird von der Gewalt unterschiedlicher Milizen und Warlords dominiert. In Tunesien hat sich nach der Revolution ein demokratisch legitimiertes System etablieren können. In Algerien
wiederum hat sich das vom Militär dominierte Regime zunächst halten können, seit diesem Jahr gibt es aber eine breit getragene Demokratie-Bewegung. In Ägypten wurde die demokratische Revolution durch einen Militärputsch 2013 wieder beendet und die alten Kräfte konnten sich gestützt auf das Militär unter General El-Sisi wieder etablieren – brutaler und autoritärer als zuvor. In Marokko hat sich vermeintlich am wenigsten verändert, auch die Situation in der von Marokko besetzten West-Sahara ist unverändert. Angesichts der sehr unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Ländern stellen wir im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe die Frage, welche hinter den Ereignissen liegenden vergleichbaren Entwicklungen und Strukturen in der Region zu erkennen sind. Kulturelle und sozioökonomische Veränderungen in der Rolle der Frauen werden beispielsweise gerade in einer länderübergreifenden Perspektive deutlicher.
Welche sozialen Kräfte prägen und tragen den demokratischen Aufbruch? Auch die Rolle Europas in der Region soll kritisch hinterfragt werden. Wie bedeutend sind die früheren Kolonialmächte noch für die Entwicklung in der Region? Welche kolonial geprägten Strukturen
bestehen fort – gerade auch durch die nie gebrochene ökonomische Dominanz?

Download des Programmflyers