Schlagwort-Archive: Postkolonialismus

Schulbildung im Senegal

Vortrag und Diskussion mit Amary Fall (Kaolack/ Senegal)

Amary Fall war senegalesischer Lehrer und Verantwortlicher in der Bezirksverwaltung von Kaolack, der zweitgrößten Stadt des Senegal. Die Situation im Senegal wird in unseren Medien selten thematisiert. Der Vortrag ermöglicht einen direkten Einblick in das Bildungswesen des westafrikanischen Landes.

Amary Fall geht im Sinne des postkolonialen Diskurses der Frage nach, welche historischen Auswirkungen der französischen Kolonialzeit bis heute im Bildungswesen des Senegals aufzuspüren sind.

Es wird auch den aktuellen Veränderungen und positiven Ansätzen der Bildungslandschaft im Senegal Raum gegeben. Hierbei wird Amary Fall auf die Alphabetisierung und die Schulbesuchsquote eingehen und auch Aspekte hinter den Statistiken ansprechen.

Als Beispiel einer positiven Entwicklung für Bildung im ländlichen Raum stellt Amary Fall das Collège in Keur Baka, einem kleinen Ort südlich von Kaolack, vor, für dessen Aufbau und Entwicklung er als Inspecteur de l’Académie mitverantwortlich war. In diese weiterführende Schule mit circa 500 Schülerinnen und Schülern kommen Kinder aus 26 Dörfern. Einige haben einen Schulweg von bis zu sieben Kilometern, den sie morgens und nachmittags zu Fuß zurücklegen müssen. Mit Unterstützung des Senegalverein Marburg war es im Schuljahr 2017/18 erstmals möglich, eine Schulkantine einzurichten, in der derzeit circa einhundert Kinder an drei Tagen in der Woche ein warmes Mittagessen erhalten. Die Bewirtschaftung der Schulkantine erfolgt durch eine Frau der Dorfgemeinschaft; ein Teil der Lebensmittel wird von den Bauern der umliegenden Dörfer geliefert.

Interaktiver postkolonialer Stadtrundgang in Marburg

Bildquelle: Stadtarchiv Marburg, Adressbuch 1874

Veranstaltungsreihe Postkolonialismus

Interaktiver postkolonialer Stadtrundgang in Marburg

Rundgang
Ausgangspunkt und Treffpunkt:
Jägerdenkmal im Schülerpark, Marburg
(Bildungsgruppe epâ! des Marburger Weltladens)


Eine interdisziplinäre Gruppe, koordiniert über den Bildungsbereich des Weltladen Marburg,
möchte ihre ersten Recherche-Ergebnisse interessierten Bürger*innen vorstellen. Wir gehen
der Frage nach, inwieweit der Kolonialismus, – auch in Marburg – bis heute im Alltag präsent
ist und laden ein zum Innehalten, Interagieren, Ausprobieren, Auseinandersetzen.
Ausgangspunkt und Treffpunkt wird das Jägerdenkmal im Schülerpark Marburg sein.
______________________________

Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds, Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Postkoloniale Kritik am Entwicklungsbegriff

Bildquelle: Universität Kassel

Veranstaltungsreihe Postkolonialismus

Postkoloniale Kritik am Entwicklungsbegriff

Vortrag und Diskussion mit
Prof. Dr. Aram Ziai
(Politikwissenschenschaftler, Uni Kassel)

Der Begriff der Entwicklung wurde im Diskurs über den Globalen Süden dominant
nach dem 2.Weltkrieg, also in einer Zeit der formalen Dekolonialisierung.
Gleichzeitig steht er und die damit verbundene Praxis von Entwicklungspolitik
für die Aufrechterhaltung europäischer und nordamerikanischer Dominanz.
Denn Entwicklung wird als linearer Prozess verstanden, bei dem die industrialisierten
Länder einerseits Weg und Ziel vorgeben und andererseits immer vorne bleiben. Entwicklungsländer werden dabei über ihre vermeintlichen Defizite definiert. Die Definitionsmacht darüber, was Entwicklung beinhaltet, bleibt im Norden.
Auch postkoloniale Theoretiker*innen haben sich aufgemacht, diese dominanten Vorstellungen
über Entwicklung und ihre angebliche Notwendigkeit grundlegend zu hinterfragen.

Prof. Dr. Aram Ziai ist Politikwissenschaftler und Heisenberg Professor der Deutschen Forschungsgemeinschaft für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der
Universität Kassel.
_______________________________

Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds, Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Eine postkoloniale feministische Utopie

Bild: Zeichnung von Maria Sauhetti

Veranstaltungsreihe Postkolonialismus

Eine postkoloniale feministische Utopie

Vortrag und Diskussion mit
Denise Bergold-Caldwell
(Dipl. Pädagogin, Uni Marburg)

Utopien sind nicht – wie häufig betrachtet – unerreichbare Zustände und deswegen utopisch,
vielmehr können sie Visionen einer besseren Zukunft darstellen. Um diese Vision jedoch zu
erreichen, bedarf es konkreter Analysen der Zustände, die der gewünschten Zukunft im
Wege stehen. Im Vortrag wird es auf der einen Seite darum gehen, Kolonialismus und Geschlecht in unterschiedlichen Dimensionen historisch zu analysieren und es wird außerdem
darum gehen, Kontinuitäten heute festzuhalten.
Aber auch dekoloniale Praxen werden vorgestellt, um sich so einer Vision anzunähern, wie
wir bspw. feministische Freiheit betrachten können und worauf es zu achten gilt.

Denise Bergold-Caldwell ist Diplom Pädagogin und arbeitet an der Universität Marburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin.
_______________________________

Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds, Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Wissensproduktion in kolonialer Verstrickung

Veranstaltungsreihe Postkolonialismus

Wissensproduktion in kolonialer Verstrickung

Vortrag und Diskussion mit
Katrin Metzger, Jan Bartsch und Hanna Prautzsch (Studierende der Kultur- und Sozialanthropologie)

Alltäglich begegnen uns koloniale Stereotype über das ‚Fremde‘. Doch auch die Wissenschaft
hat in ihren Verstrickungen in koloniale Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu diesen
Vorurteilen beigetragen. Die Kultur- und Sozialanthropologie und ihre Vorläufer spielten dabei
eine besonders große Rolle, wie ein Blick in die Marburger Fachgeschichte zeigt. An diesem
Beispiel sollen Schlaglichter auf die Verbindungen der Disziplin mit dem Kolonialgedanken
und ihren Folgen geworfen werden. Wie kann eine Aufarbeitung stattfinden? Wie kann heute
über Kultur gesprochen werden, ohne sich kolonial geprägter Muster zu bedienen?

Drei Studierende des Masters Kultur- und Sozialanthropologie Katrin Metzger, Jan Bartsch und Hanna Prautzsch haben dazu ein Jahr lang ihr Fachgebiet erforscht.

_______________________________

Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Katholischen Fonds, Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.