Schlagwort-Archive: Soziale Bewegungen

Online-Seminar „Ernährungssouveränität“

Online-Seminar mit Lena Luig (INKOTA)

Die Zahl der Hungernden ist zum fünften Mal in Folge gestiegen und liegt inzwischen bei 690 Millionen Menschen weltweit. Und das, obwohl insgesamt so viele Nahrungsmittel produziert werden wie nie zuvor. Gleichzeitig zeigen sich die „Nebenwirkungen“ einer auf Ertragsmaximierung ausgerichteten industriellen Landwirtschaft immer deutlicher – die Klimakrise spitzt sich zu, die Artenvielfalt schwindet zunehmend und immer mehr Menschen leiden an Pestizidvergiftungen. Im Online-Seminar erläutert Lena Luig, warum wir neben der Ernährungssicherung ein ganzheitliches Konzept wie das Prinzip der Ernährungssouveränität brauchen, das die Erzeuger*innen sowie die Konsument*innen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt, anstatt vorrangig die Interessen börsennotierter Konzerne zu bedienen. Außerdem wollen wir mit euch diskutieren, wie der Faire Handel mit dem Konzept der Ernährungssouveränität zusammenpasst.

Lena Luig arbeitet seit 2017 als Referentin für globale Landwirtschaft und Welternährung bei INKOTA. Aktuell arbeitet sie vorrangig zu den Folgen des Einsatzes (hoch)gefährlicher Pestizide für Menschen im globalen Süden und koordiniert die Kampagne „Giftexporte stoppen“ (siehe www.inkota.de/giftexporte-stoppen). Sie hat Lateinamerikanistik studiert und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den negativen Auswirkungen der brasilianischen Agrarindustrie.

 

14. Semana Latina: Die aktuelle Situation im peruanischen Amazonas

Vortrag von Elke Falley-Rothkopf (Infostelle Peru)

 

Nach Brasilien verfügt Peru über den größten Anteil an den tropischen Regenwäldern Amazoniens und die Entwaldungsrate war lange Zeit nicht so hoch wie im Nachbarland Brasilien. Aber Rohstoffkonzerne und agroindustrielle Unternehmen treiben auch in Peru ihre Operationen voran, wobei für die Bevölkerung Amazoniens insbesondere die Umweltlasten anfallen und die Mehrheit in sehr schwierigen Bedingungen lebt.
Für die peruanische Zentralregierung ist es schwer, Konzepte zu entwickeln und durchzusetzen, die die Interessen der lokalen und insbesondere der indigenen Bevölkerungsgruppen berücksichtigen bzw. als Schwerpunkt haben. Das Infrastrukturprojekt Hidrovía, die Vertiefung von vier Hauptflüssen des peruanischen Tieflands, droht, weitreichende und noch nicht in jeder Dimension einschätzbare Gefahren für die empfindlichen Lebensgemeinschaften in Amazonien nach sich zu ziehen. Die weltweite Corona-Pandemie hat noch einmal neue Probleme nach Amazonien gebracht und andere verschärft. Der Vortrag möchte einen Einblick in die aktuelle Situation vermitteln und an Beispielen insbesondere auch Perspektiven indigener Organisationen, RepräsentantInnen und Gemeinschaften aufzeigen, mit denen wir in Kontakt stehen, denn die indigene, ursprüngliche Bevölkerung dieser Region verfügt über besondere Erfahrung im Umgang mit den sensiblen Ökosystemen.

Livestream-Adresse : www.facebook.com/waggonhalle

Reservierungen von Plätzen bei den Veranstaltungen: azietlow@waggonhalle.de

Neue Ausgabe unserer Zeitschrift Weltsicht erschienen: Ernährungssouveränität

Die neue Weltsicht des Weltladen Marburg ist da, bereits die zweite in diesem Jahr!

Die aktuelle Ausgabe greift das Thema Ernährungssouveränität auf, mit dem sich der Verein zuletzt viel beschäftigte. Dabei ist es uns wichtig, nicht nur in das Thema einzuführen, sondern auch vorzustellen, inwieweit uns dies als Verein mit unseren Partnerinnenorganisationen APROLMA in Honduras und FEM in Nicaragua verbindet. Denn Ernährungssouveränität geht uns auch im Globalen Norden sehr viel an.

Eine gedruckte Ausgabe bekommt ihr kostenfrei natürlich im Weltladen. Die digitale Version könnt ihr auf unserer Webseite herunterladen oder gleich hier

Viel Erkenntnis und Freude bei der Lektüre!

Online: Protestformen im Wandel – Auswirkungen von Covid-19 auf Aktivismus weltweit

Bild: Tareq Sydiq

Online-Seminar mit Tareq Sydiq

(Wiss. Mitarbeiter am Zentrum für Konfliktforschung, Philipps-Universität Marburg)

Ob Hong Kong, Arabischer Frühling 2.0, die Proteste in Südamerika oder im Iran, 2019 war ein Jahr globaler Protestbewegungen die insbesondere öffentliche Räume einnahmen. Manche
dieser Protestbewegungen konnten bereits 2019 Erfolge erzielen oder sich bereits konsolidieren; die meisten jedoch verließen sich darauf, 2020 weiter Druck aufzubauen auf Regierungen.
Mit der globalen Pandemie wurde dies fast schlagartig verändert, denn ebendieser öffentliche Raum wurde stark eingeschränkt.

Protestbewegungen sehen sich Druck aus mehreren Richtungen ausgesetzt:
Medial konkurrieren sie mit der Pandemie um Aufmerksamkeit, während ihre öffentlichen
Aktivitäten auf unbestimmte Zeit pausieren müssen.

Die zugrunde liegenden sozialen Probleme werden durch die Pandemie aber weder beendet noch gelöst, sie werden lediglich verlagert. Das äußert sich mal in neuen Protestformen (Töpfe schlagen, Graffitis, Balkonkonzerte), mal in neuen Organisationsformen (Nachbarschaftshilfen oder lokale Verwaltungen). In anderen Fällen flammten Proteste noch während der Pandemie auf und veränderten lediglich bekannte Protestformen.
Das Online-Seminar geht der Frage nach, wie sich die Covid-19 Pandemie auf Protest-bewegungen weltweit ausgewirkt hat und welche Entwicklungen wir darauf aufbauend erwarten können.

Für das Seminar ist eine Anmeldung erforderlich: Anmeldung zum Seminar

 

Tareq Sydiq promoviert an der Philipps-Universität Marburg und arbeitet am Zentrum für Konfliktforschung. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit politischen Prozessen in autoritären Strukturen am Beispiel des Irans sowie globalen Protestbewegungen. Derzeit befindet er sich für einen Forschungsaufenthalt an der Chiba Universität in Japan.

 

 

Bild: Tareq Sydiq

 

In Kooperation mit:

Die Veranstaltungen werden gefördert durch das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Globale Mittelhessen

Das regionale Filmfestival feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen mit einer außergewöhnlich spannenden Filmauswahl. Euch erwarten 37 Filme in 70 Veranstaltungen an 16 Spielorten!
Das aktuelle Festivalprogramm kann auf der Homepage angeschaut und als pdf-Version heruntergeladen werden.

Das Festival zeigt vom 1. bis 16. November Filme aus allen Kontinenten und präsentiert seinem Publikum außergewöhnliche, alternative, widerständige oder aus Ländern des globalen Südens stammende Perspektiven.

Zum Jubiläum gleich zweimal Eröffnung!
Für den Start in Marburg und Gießen sind jeweils zwei wegweisende Filme ausgewählt worden. Filme, mit und über Menschen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sich widerständig organisieren und alternative Lösungen für globale Herausforderungen suchen.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in diesem Jahr an 16 Orten: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Weilburg, Niederwetter, Dillenburg, Lohra-Damm, Oberursel, Braunfels-Neukirchen, Rödgen, Weimar-Nesselbrunn, Herborn, Saasen und Biebertal-Königsberg. Alle Marburger Filme laufen im Kino Capitol in der Biegenstr. 8.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es in Marburg im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.