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Neue Veranstaltungsreihe des Weltladens „Kolumbien“ im Herbst/Winter 2017

Im Oktober startet die neue Veranstaltungsreihe des Weltladens. Sie widmet sich mit verschiedenen Vorträgen und einem Film dem Land Kolumbien.

Das komplette Programm steht hier zum Download bereit.

Die Veranstaltungsreihe ermöglicht spannende Einblicke in die komplexe politische und soziale Dynamik Kolumbiens. Es ist weltweit das Land mit der zweitgrößten Anzahl an internen Vertriebenen, Folge des über 50 Jahre währenden Bürgerkriegs.
Die Regierung hat mit der linken Guerilla FARC im Jahr 2016 nach jahrelangen Verhandlungen ein Friedensabkommen unterzeichnet. Trotzdem stehen hinter diesem Prozess noch große Fragezeichen. Denn die eigentlichen Ursachen des Bürgerkriegs, wie die extrem ungerechte Landverteilung und die Marginalisierung weiter Teile der ländlichen, indigenen oder afro-kolumbianischen Bevölkerung, dürften auch nach dem Friedensschluss bestehen bleiben. Welche Perspektiven eröfnen sich für Kolumbien nach diesem Abkommen? Beinhaltet es Elemente, die das Land sozial und politisch tiefgreifend verändern können? Und welche Rolle spielen die in Kolumbien traditionell starken sozialen Bewegungen im Friedensprozess?
Die rechtsradikalen Paramilitärs sind gar nicht erst in den Friedensprozess einbezogen, aber eng mit Drogenhändlern und Großgrundbesitzern sowie teilweise auch dem Militär verbunden. Sie tragen Verantwortung für einen großen Teil der Vertreibungen sowie die endemische Gewalt gegen die Landbevölkerung, soziale Bewegungen, Gewerkschaften oder
Menschenrechtsaktivisten. Landgrabbing und Vertreibungen haben aber auch mit einem Wirtschaftssystem zu tun, das einseitig auf den Export agrarischer und mineralischer Rohstofe setzt. So ist Kolumbien zu einem der größten Steinkohleproduzenten weltweit geworden. Dieses exportorientierte Wirtschaftsmodell wird auch gestärkt durch den Freihandelsvertrag,
den die EU 2013 mit Kolumbien abgeschlossen hat.

Akteure der Wasserprivatisierung

Veranstaltungsreihe „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“

Vortrag und Diskussion mit

Franklin Frederick, alba suiza

Wasser ist ein enorm wichtiger Rohstoff – jede*r braucht es! Deshalb versucht neoliberale Politik überall auf der Welt Wasserprivatisierung durchzusetzen, sei es in Griechenland, Portugal, Brasilien oder Deutschland. Der World Water Council und die Water Resources Group sind die wichtigsten Triebkräfte für die Privatisierung von Wasser. Doch wer steht dahinter? Wie gehen sie vor? Wie beeinflussen sie die Regierungen und politischen Entscheidungen? Soziale Bewegungen überall auf der Welt versuchen dagegen, das Wasser in die öffentliche Hand zurück zu holen. In Europa wie in Lateinamerika befindet sich der Kampf um Wasser als Menschenrecht und als ein öffentliches Gut in einem entscheidenden Moment.

Der Vortrag findet auf Englisch mit Übersetzung statt.

Der Referent Franklin Frederick ist Umwelt-Aktivist aus Brasilien und Mitglied des Vorstands der Solidaritätsorganisation Alba Suiza. Er erhielt 2009 den Nord-Süd-Preis des Romero-Hauses in Luzern für sein Engagement für das Menschenrecht auf Wasser.

 

In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Konflikte um Bergbauprojekte in Ecuador

Vortrag und Liveschaltung mit

Luis Corral & William Sacher (Minka Urbana aus Ecuador)

Annika Sutter (YASunidos Deutschland)

Andrea Sempertegui (frankfurt postkolonial)

Wussten Sie, dass ein Drittel der weltweiten Investitionen in Bergbauprojekte nach Lateinamerika fließen?

Wussten Sie, dass für mehr als 11% des ecuadorianischen Territoriums Bergbauprojekte genehmigt wurden?

Wussten Sie, dass letztes Jahr viele Menschen aus den bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften im ecuadorianischen Regenwald durch Bergbauprojekte von ihrem Land vertrieben wurden?

Die Veranstaltung thematisiert die Expansion und Auswirkungen von Bergbauprojekten in Ecuador und die verschiedenen Formen des Widerstands vor Ort und der internationalen Solidarität mit diesen Kämpfen. Über Skype wird es im Rahmen der Veranstaltung ein Gespräch mit Luis Corral und William Sacher vom ecuadorianischen Kollektiv „Minka Urbana“ geben, das gegen extraktive Projekte auf ihrem Land mobilisiert. Er wird auch über die sozial-ökologischen Folgen für die lokale Bevölkerung im Amazonasgebiet berichten. Annika Sutter berichtet über den Einsatz von YASunidos Deutschland gegen die Erdölförderung im Yasuni-Nationalpark in Ecuador.

Neue Veranstaltungsreihe des Weltladens „Wasser – Menschenrecht oder Ware“ im Frühjahr 2017

Im April startet die neue Veranstaltungsreihe des Weltladens. Sie widmet sich mit verschiedenen Vorträgen und einem Filmen dem Thema Wasser.

Das komplette Programm steht hier zum Download bereit.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Aber während uns eine ausreichende Wasserversorgung in Deutschland noch selbstverständlich erscheint, wird Wasser global immer mehr zu einer knappen Ressource. Verantwortlich dafür sind der Klimawandel, die Verschmutzung von Süßwasserreserven, die Übernutzung durch industrielle Landwirtschaft
oder das Abholzen von Wäldern. Dies führt schon heute vor allem in vielen Ländern des Globalen Südens zu einem permanenten Wassermangel – sowohl für den menschlichen Bedarf als auch für die Landwirtschaft. Vielerorts ist die Produktion von Lebensmitteln dadurch zunehmend gefährdet. Damit entsteht ein wachsendes Potential für Krisen und gewalttätige Verteilungskämpfe sowie ein immer stärker werdender Druck zur Migration. So bedroht beispielsweise die schwere Hungersnot in Teilen Afrikas, mitverursacht durch Klimawandel und Dürre, laut UN aktuell 20 Millionen Menschen. Die Vollversammlung der UN hat 2010 den Zugang zu sauberem Wasser und eine sanitäre Grundversorgung als Menschenrecht anerkannt. Dies stellte einen großen Erfolg für zivilgesellschaftliche Organisationen weltweit dar, die für den gleichberechtigten Zugang zu Wasser kämpfen. Auch in den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN (Sustainable Development Goals) ist die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle enthalten. Gleichzeitig gibt es aber auch Bestrebungen, die Ressource Wasser zu privatisieren, denn gerade durch die
wachsende Knappheit wird Wasser als Ware und Investitionsobjekt interessant. Die Veranstaltungsreihe thematisiert darüber hinaus auch soziale Bewegungen und fragt nach konkreten entwicklungspolitischen Projekten und Lösungsansätzen im Globalen Süden. Diese streben nach nachhaltigen, sicheren und gleichberechtigten Zugängen zu Wasser für alle.

Globale Mittelhessen vom 20.01. bis 02.02.

Am Freitagabend, den 20. Januar, eröffnet das Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen 2017 mit dem Film „Les Sauteurs – Those Who Jump“ in der Waggonhalle Marburg.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in 10 Orten: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Heuchelheim, Saasen, Weilburg, Niederwetter und Herborn. Abgesehen vom Auftakt in der Waggonhalle finden alle Marburger Veranstaltungen im Kino Capitol in der Biegenstr. 8 statt.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.