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Online-Seminar: Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie. Warum wir ein Lieferkettengesetz brauchen – gerade auch in Corona-Zeiten

Online-Seminar mit Christiane Schnura, Kampagne für Saubere Kleidung

Moderation: Iris Degen

Die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten der globalen Textilindustrie in Ländern wie Pakistan, Bangladesh oder Indien sind schlecht. Aber was heißt das genau? Wer ist dafür verantwortlich? Und was hat das mit dem Versprechen an die Konsument*innen von immer schneller, immer billiger zu tun? Und wie verschärft ganz aktuell die Corona-Krise die Situation für die Beschäftigten?

Die Clean Clothes Campaign kämpft als globales Netzwerk seit den 90er Jahren für die Rechte der Arbeiter*innen in den Lieferketten der internationalen Modeindustrie. Sie will eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen für die Beschäftigten in der Textil-, Sport-, Schuh- & Lederindustrie weltweit vorantreiben.

Seit ein paar Jahren steht in Deutschland die Forderung nach einem Lieferkettengesetz, das große Konzerne dazu verpflichtet, die Einhaltung von Menschenrechten, Umwelt- und Sozialstandards in ihren globalen Lieferketten zu gewährleisten, im Mittelpunkt einer großen bundesweiten Kampagne. An ihr sind auch die Kampagne für Saubere Kleidung und der Weltladen Dachverband beteiligt.

Was können wir also tun? Wie können wir aktiv werden?

Christiane Schnura ist seit 2001 Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung und Leiterin verschiedener internationaler und nationaler Projekte im Bereich Arbeitsrechte in der weltweiten Bekleidungsindustrie.

Anmeldung für das Online-Seminar

 

 

 

 

FÄLLT AUS! Lieferkettengesetz! Vortrag von Sebastian Philipp (Micha-Lokalgruppe Marburg)

VORTRAG FÄLLT AUS!!

Leider müssen wir den Vortrag von Sebastian Philipp von der Micha-Initiative Marburg zur Kampagne für ein Lieferkettengesetz am kommenden Mittwoch absagen. Bei unseren Veranstaltungen im Weltladen wird es meist sehr voll. Das freut uns ansonsten zwar sehr, wäre in der gegenwärtigen Situation aber nicht zu verantworten.

Wer nun zu Hause sitzt und sich trotzdem über die Kampagne und das Thema informieren möchte, kann das z.B. unter www.lieferkettengesetz.de tun.

Wir werden natürlich rechtzeitig über einen Ersatztermin informieren.

Initiative für ein Lieferkettengesetz

Im April jährt sich der Einsturz des Fabrikgebäudes „Rana Plaza“ in Sabhar, Bangladesch, bei dem 1135 Menschen ums Leben kamen, zum siebten Mal. Da in diesem Gebäude auch Kleidung für den europäischen Markt produziert wurde, trat dieser Vorfall eine Diskussion über die Verantwortung von Unternehmen entlang ihrer Lieferkette los. Seither kam es zu weiteren, ähnlichen Vorfällen. Im vergangenen Jahr bildete sich nun ein weites Bündnis mit der Forderung an die Bundesregierung, ein effektives Lieferkettengesetz zu beschließen. Eine der Forderungen des Bündnisses, in der Gruppierungen wie Brot für die Welt, Greenpeace, Oxfam, der Weltladen-Dachverband und Micha Deutschland vertreten sind, ist es, dass Unternehmen dazu verpflichtet werden, in der gesamten Wertschöpfungskette Sorgfalt walten zu lassen.

Über den Hintergrund, die Forderungen und die nächsten Schritte der Lieferkettengesetzinitiative wird an diesem Abend Sebastian Philipp von der Micha-Lokalgruppe Marburg in einem Vortrag informieren.

Nach dem Vortrag wird es Raum für Diskussion und Rückfragen geben.

Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Kampagnenarbeit wird gebeten.

Bioökonomie und Umweltgerechtigkeit

Bild: ©Anne Titor

Vortrag und Diskussion mit

Rosa Lehmann und Anne Tittor (Bioinequalities, Uni Jena)

Bioökonomie und Umweltgerechtigkeit

Angesichts des Klimawandels und der spürbaren Endlichkeit natürlicher Ressourcen, vor allem fossiler Rohstoffe, ist eine Energiewende notwendig und in aller Munde. Auch Politiker*innen haben das inzwischen erkannt und treiben den Umstieg auf Windenergie, Agrarkraftstoffe und emissionsärmere Verkehrsmittel voran.

Eine kritische Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien ist jedoch wichtig: So stellt sich zum Beispiel die Frage, woher die Biomasse und die für die entsprechende Technologie benötigten Rohstoffe für die Wirtschaft des globalen Nordens kommen. Diese Verteilungsfrage und die notwendige Diskussion um Suffizienz in den reicheren Gesellschaften blenden die Debatten um erneuerbare Energien als auch die Bioökonomiestrategien in vielen Ländern aus.

Der Vortrag problematisiert am Beispiel der deutschen, europäischen und argentinischen Bioökonomie-Strategie deren Zielsetzung und Auswirkungen vor dem Hintergrund einer notwendigen Transformation der Rohstoffbasis einerseits, und der ebenso gebotenen Umweltgerechtigkeit andererseits.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Die große Gier“ zu Ressourcengerechtigkeit in der Lutherischen Pfarrkirche (11. bis 25.11.19) statt.

Globale Mittelhessen

Das regionale Filmfestival feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen mit einer außergewöhnlich spannenden Filmauswahl. Euch erwarten 37 Filme in 70 Veranstaltungen an 16 Spielorten!
Das aktuelle Festivalprogramm kann auf der Homepage angeschaut und als pdf-Version heruntergeladen werden.

Das Festival zeigt vom 1. bis 16. November Filme aus allen Kontinenten und präsentiert seinem Publikum außergewöhnliche, alternative, widerständige oder aus Ländern des globalen Südens stammende Perspektiven.

Zum Jubiläum gleich zweimal Eröffnung!
Für den Start in Marburg und Gießen sind jeweils zwei wegweisende Filme ausgewählt worden. Filme, mit und über Menschen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sich widerständig organisieren und alternative Lösungen für globale Herausforderungen suchen.

Dazu lädt der Weltladen Marburg als Mitveranstalter der Globale herzlich ein!

Das Festival läuft in diesem Jahr an 16 Orten: Marburg, Gießen, Wetzlar, Gladenbach, Bad Nauheim, Weilburg, Niederwetter, Dillenburg, Lohra-Damm, Oberursel, Braunfels-Neukirchen, Rödgen, Weimar-Nesselbrunn, Herborn, Saasen und Biebertal-Königsberg. Alle Marburger Filme laufen im Kino Capitol in der Biegenstr. 8.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und sonstige Informationen sind zu finden auf www.globalemittelhessen.de. Programmhefte gibt es in Marburg im Weltladen, im Kino Capitol und an vielen anderen Stellen in der Stadt.

Welthandelspolitik im Interesse der Mächtigen (Freihandel) oder globale soziale Rechte (Binding Treaty)

Welthandelspolitik im Interesse der Mächtigen (Freihandel) oder globale soziale Rechte (Binding Treaty)

Welche Chancen gibt es für eine Handelspolitik im Interesse der Vielen?

Mit Alexis Passadakis (Attac)

In den vergangenen Jahrzehnten sicherte die Politik die Interessen der Mächtigen und der Konzerne durch sogenannte Freihandelsabkommen ab. Benachteiligte Ökonomien, überwiegend im globalen Süden, wurden durch politischen Druck zur Öffnung ihrer Märkte für konkurrenzstärkere Industrieprodukte und Dienstleistungen aus dem Norden bewegt, während der Zugang zu Agrarmärkten des globalen Nordens durch Zölle und Agrarsubventionen für viele Produzent*innen im Süden immer noch erschwert wird. Eine weitere Dimension dieser Abkommen liegt in der Absicherung privatwirtschaftlicher Interessen gegenüber Regierungen durch exklusive Schiedsgerichte für transnationale Konzerne, die es diesen erlauben gegen Staaten zu Klagen und auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen. Das einige Politiker*innen wie Donald Trump, internationale Handelspolitik inzwischen stärker an nationalen Interessen ausrichten, ändert nichts an der Benachteiligung und Verarmung vieler Menschen sowie der ökologischen Zerstörung des Planeten durch die internationale Handelspolitik. Der Kampf für eine ökologische und solidarische Weltwirtschaftsordnung ist heute wichtiger denn je.
In den Vereinten Nationen wird seit 2014 auf Initiative von Ecuador und Südafrika ein verbindliches Abkommen (Binding Treaty) für Wirtschaft und Menschenrechte verhandelt. Es sieht vor, dass Konzerne sich nicht länger ihrer menschenrechtlichen Verantwortung entziehen können und sich für Verstöße verantworten müssen. Und zwar auch dann, wenn sie im Ausland tätig sind oder es sich um Tochterunternehmen oder abhängige Zulieferfirmen handelt. Deutschland und die EU verhalten sich skeptisch oder gar ablehnend und nahmen an den ersten Sitzungen nicht bzw. nur als passive Beobachter teil. Wäre ein solches Abkommen in der Lage die Situation benachteiligter Menschen entscheidend zu verbessern? Wie stehen die Chancen für seine Durchsetzung und welche anderen Wege und Strategien zur Durchsetzung einer solidarischen Weltwirtschaftsordnung gibt es? Auf diese und weitere Fragen wird Alexis Passadakis in seinem Vortrag eingehen.

Alexis Passadakis ist politischer Aktivist und Politikwissenschaftler. Er arbeitet unter anderem zu den Themen Europa, Weltwirtschaft und Postwachstum.

Veranstalter: attac, Marburger Bündnis gegen TTIP, Weltladen Marburg, GEW, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen