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Welthandelspolitik im Interesse der Mächtigen (Freihandel) oder globale soziale Rechte (Binding Treaty)

Welthandelspolitik im Interesse der Mächtigen (Freihandel) oder globale soziale Rechte (Binding Treaty)

Welche Chancen gibt es für eine Handelspolitik im Interesse der Vielen?

Mit Alexis Passadakis (Attac)

In den vergangenen Jahrzehnten sicherte die Politik die Interessen der Mächtigen und der Konzerne durch sogenannte Freihandelsabkommen ab. Benachteiligte Ökonomien, überwiegend im globalen Süden, wurden durch politischen Druck zur Öffnung ihrer Märkte für konkurrenzstärkere Industrieprodukte und Dienstleistungen aus dem Norden bewegt, während der Zugang zu Agrarmärkten des globalen Nordens durch Zölle und Agrarsubventionen für viele Produzent*innen im Süden immer noch erschwert wird. Eine weitere Dimension dieser Abkommen liegt in der Absicherung privatwirtschaftlicher Interessen gegenüber Regierungen durch exklusive Schiedsgerichte für transnationale Konzerne, die es diesen erlauben gegen Staaten zu Klagen und auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen. Das einige Politiker*innen wie Donald Trump, internationale Handelspolitik inzwischen stärker an nationalen Interessen ausrichten, ändert nichts an der Benachteiligung und Verarmung vieler Menschen sowie der ökologischen Zerstörung des Planeten durch die internationale Handelspolitik. Der Kampf für eine ökologische und solidarische Weltwirtschaftsordnung ist heute wichtiger denn je.
In den Vereinten Nationen wird seit 2014 auf Initiative von Ecuador und Südafrika ein verbindliches Abkommen (Binding Treaty) für Wirtschaft und Menschenrechte verhandelt. Es sieht vor, dass Konzerne sich nicht länger ihrer menschenrechtlichen Verantwortung entziehen können und sich für Verstöße verantworten müssen. Und zwar auch dann, wenn sie im Ausland tätig sind oder es sich um Tochterunternehmen oder abhängige Zulieferfirmen handelt. Deutschland und die EU verhalten sich skeptisch oder gar ablehnend und nahmen an den ersten Sitzungen nicht bzw. nur als passive Beobachter teil. Wäre ein solches Abkommen in der Lage die Situation benachteiligter Menschen entscheidend zu verbessern? Wie stehen die Chancen für seine Durchsetzung und welche anderen Wege und Strategien zur Durchsetzung einer solidarischen Weltwirtschaftsordnung gibt es? Auf diese und weitere Fragen wird Alexis Passadakis in seinem Vortrag eingehen.

Alexis Passadakis ist politischer Aktivist und Politikwissenschaftler. Er arbeitet unter anderem zu den Themen Europa, Weltwirtschaft und Postwachstum.

Veranstalter: attac, Marburger Bündnis gegen TTIP, Weltladen Marburg, GEW, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen

Wir haben es satt! Wege in eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Vortrag mit Dr. Philipp Weckenbrock (Uni Gießen)

Gutes Essen, eine klimagerechte Landwirtschaft und der Erhalt der Bauernhöfe – das steht gerade auf dem Spiel. Aktuell gilt: Wer viel Land besitzt, bekommt viel Geld. Schluss mit den
Steuermilliarden an die Agrarindustrie! Der Umbau zu einer bäuerlichen und ökologischeren
Landwirtschaft kann nicht mehr warten. Das Dürrejahr 2018 hat gezeigt: So geht es nicht
weiter! Wir reihen uns ein in die globale Bewegung für Klimagerechtigkeit und fordern
konsequenten Klimaschutz. Denn wir brauchen noch mehr bäuerliche Betriebe, die regionale und saisonale Lebensmittel erzeugen und mit lebendigen Böden helfen, das Klima zu schützen.
In vielen europäischen Schlachthöfen und Treibhausplantagen herrschen unwürdige
Bedingungen für Tiere und Arbeitende, damit Discounter und die Exportindustrie mit
Dumpingpreisen immer größere Profite machen können. Im globalen Süden zwingt die EU vielen Staaten Freihandelsverträge auf und ruiniert mit Billigexporten dann Millionen Kleinbäuer*innen.
Für uns ist klar: In einem solidarischen Europa sind gerechter Handel, Menschen- und
Bauernrechte nicht verhandelbar!
In dem Vortrag wird Dr. Philipp Weckenbrock unter anderem auf die folgenden Fragen eingehen: Welche Probleme verursacht die industrielle Landwirtschaft? Was sind Konzepte für eine zukunftsfähige Landwirtschaft? Wie können wir Veränderungen erreichen?

Dr. Philipp Weckenbrock ist Mitarbeiter am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung im
Bereich Ökolandbau der Uni Gießen. Er engagiert sich bei den Agronauten, die sich für
weitreichende Veränderungen im Bereich der Landwirtschaft einsetzen.

Veranstalter: attac, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen, Buchhandlung Roter Stern, Greenpeace, Gartenwerkstadt, SoLaWi, Weltladen Marburg


Bus zur Demo nach Berlin
Abfahrt: Sa. 19.1. 4 Uhr, Krummbogen
Ankunft: Sa. 19.1. ca. 23 Uhr
Preis: Selbsteinschätzung (Richtwert 32€)
Anmeldung: jannik.schestag@googlemail.com
Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de

Film: WHEN TWO WORLDS COLLIDE

Im Rahmen des 13. Festival Latinoamericano

In Zusammenarbeit mit der Globale Mittelhessen

WHEN TWO WORLDS COLLIDE

Peru/USA/UK 2016 – 103 min, Spanisch mit engl.UT
Regie: Heidi Brandenburg und Mathew Orzel

Perus ehemaliger Präsident Alan García plante, Investoren den Zugang zu bisher unberührten Naturschutzgebieten in der Amazonas-Region zu ermöglichen, um dort Öl, Gas und Mineralien gewinnen zu können. Angeblich, um die in der Krise steckende Wirtschaft des Landes zu stärken. WHEN TWO WORLDS COLLIDE dokumentiert eindrücklich, wie sich die indigene und kleinbäuerliche Bevölkerung mit den ihnen eigenen Mitteln gegen einen übermächtigen Gegner zur Wehr setzte. Gezeigt werden aber auch die Last der Verantwortung und die persönlichen Konsequenzen, die der Widerstand für einen der Aktivisten des Widerstands, Alberto Pizango, hat.

Der Film gewann den Preis für den besten Nachwuchs-Dokumentarfilm auf dem Sundance-Festival.

Trailer

 

 

 

Lesung Wolfram Fleischhauer: „Das Meer“

Buchvorstellung & Diskussion mit

Wolfram Fleischhauer zu „Das Meer“

In dem Ökologie-Politthriller wird die Zerstörung der Weltmeere duch Überfischung thematisiert.  Skrupellose industrielle Interessen EU- und weltweit auf der einen Seite und andererseits der Versuch vieler Menschen die Zerstörung der Lebensgrundlagen durch Übernutzung zu verhindern: Umweltaktivisten, NGOs, Fischereibeobachter, Wissenschaftler, Toxikologen, Experten in unterschiedlichsten Institutionen, der stets um Aufklärung bemühte und akribisch recherchierende Autor Wolfram Fleischhauer und nicht zuletzt wir als Verbraucher und/oder politisch Interessierte und Aktive…

Eintritt nur an der Abendkasse: 5,- €

Veranstalter: attac Marburg, Weltladen Marburg, Buchhandlung Roter Stern, Kulturelle Aktion Aktion Marburg – Strömungen, verdi, GEW

 

Creative Arts for Change – Perspektiven eines Theateraktivisten aus Uganda

Williams Otako Mpaata ist ein ugandischer Theateraktivist, Schauspieler und Creative Director des Social Enterprise „FourSum Uganda“. Er arbeitet mit verschiedenen kreativen gewaltfreien Ausdrucksformen, um Menschen in ganz Uganda zu ermutigen, sich in der Gesellschaft zu engagieren und sich gegen Ungerechtigkeiten starkzumachen. Dabei verwendet er vor allem den Ansatz des „Community Theatre“, einer Form des Theaters mit der ein Dialog mit einer kompletten Gemeinschaft (z.B. Schulen, Dörfer, Kirchen,..) gesucht wird und alle Mitglieder partizipieren können. Themen, mit denen er sich beschäftigt sind unter anderem Menschenrechte, die Bekämpfung von Kinderhandel und Umweltschutz.

Mit der Kampagne #Endchildtrafficking engagiert er sich seit 2016 gegen verschiedene Formen von Kinderhandel in Uganda und verfolgt dabei den Ansatz, Kinder durch Theater zu stärken und sie und ihre Gemeinschaften über die negativen Folgen von Kinderarbeit aufzuklären. Neben seiner Theatertätigkeit arbeitet der Referent oft mit anderen Künstlerkollektiven zusammen, um durch verschiedene kreative Ausdrucksformen auf Themen wie sexualisierte Gewalt, soziale Ungerechtigkeit oder Umweltverschmutzung hinzuweisen.

Der Vortrag wird interaktiv gestaltet und es wird viel Raum zum Austausch geben. Die Vortragssprache ist Englisch. Übersetzungen ins Deutsche sind möglich.