Schlagwort-Archive: Waffenhandel

Die Wiederkehr der Waffen: Drogenschmuggel und Konflikte im Sahel

Veranstaltungsreihe Waffenhandel

Vortrag und Diskussion mit
Bettina Rühl (Journalistin, Afrikakorrespondentin)

Mali ist inzwischen das wichtigste Einsatzland der Bundeswehr. Die UN-Mission MINUSMA in Mali, an der sich die Bundeswehr beteiligt, ist die gefährlichste der Welt. Inzwischen sind rund 11.000 UN-Militärs und etwa 1.500 Polizisten vor Ort, um den Krisenstaat zu stabilisieren. Unabhängig davon kämpft Frankreich im Rahmen seiner Militäroperation „Barkhane“ Mali und anderen westafrikanischen Staaten  gegen islamistische Terrorgruppen. Trotz dieser geballten internationalen Militärpräsenz hat sich die Sicherheitslage seit 2013 in Mali und den Nachbarländern verschlechtert und nicht verbessert.

Der malische Staat hat die Kontrolle über den Norden des Landes verloren. Rebellen, kriminelle Banden und islamistische Milizen kämpfen um Macht und Schmuggelrouten. Sie transportieren unter anderem Kokain, Haschisch und das Schmerzmittel Tramadol durch die Sahara, auch Richtung Europa. Das Kokain wird an Bord von Schiffen und Flugzeugen von Lateinamerika nach Westafrika geschafft.

Am Drogenschmuggel beteiligen sich alle bewaffneten Gruppen – sogar diejenigen, die mit der Regierung offiziell einen Friedensvertrag geschlossen haben. Faktisch haben sie aber an einem Frieden kaum Interesse, weil der ihre Geschäfte stören würde. Waffen gibt es in der Region genug. Viele stammen aus Libyen, das nach dem von der NATO unterstützten Sturz Gaddafis als Staat untergegangen ist. Aus Mali und Niger stammende Söldner bedienten sich anschließend aus den libyschen Waffenlagern. Auch aus den Beständen der Armeen gelangen Waffen auf den Markt.

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

       

   

Waffenhandel gestern und heute

Veranstaltungsreihe Waffenhandel

Vortrag und Diskussion mit
Dr. Maximiliane Jäger-Gogoll (Literaturwissenschaftlerin)
und PD Dr. Johannes M. Becker (Friedens- und Konfliktforscher)

In seinem Roman ‚Sir Basil Zaharoff – der König der Waffen’ von 1951 beschreibt Robert Neumann den Waffenhandel zur Zeit vor und während des ersten Weltkriegs anhand des Protagonisten Sir Bashil Zaharoff, dem ‚König der Waffen’ und ‚Händler des Todes’. Waffengeschäfte gehören heute nicht der Vergangenheit an – Aufrüstung und vermeintlich Bedrohungsszenarien sind allgegenwärtig. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Waffenexporteur – das Geschäft läuft gut. Dr. Anne Maximiliane Jäger-Gogoll und PD Dr. Johannes M. Becker lesen aus dem Roman und referieren zu aktuellen Rüstungspolitik.

 

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

        

   

Die Waffen meiner Bank

Veranstaltungsreihe Waffenhandel

Vortrag und Diskussion mit
Kathrin Petz (urgewald e.V.)

In nahezu allen aktuellen Konflikt- und Kriegsgebieten sind deutsche Waffen zu finden – und fast alle gängigen Banken und Investoren finanzieren die verantwortlichen Rüstungsunternehmen oder halten deren Aktien. Ist also unser Geld am hemmungslosen Aufrüsten von kriegstreibenden Staaten beteiligt? Darum und wo die angeblich verantwortungsvollen deutschen Rüstungsexportregeln versagen soll es in den Vortrag und der anschließenden Diskussion gehen.

Kathrin Petz ist gebürtige Marburgerin, hat in Lüneburg Umweltwissenschaften studiert und ist seit 2012 Campaignerin bei urgewald e.V. Dort ist sie verantwortlich für den Bereich Banken und Rüstung.

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

   

 

Wie Deutschland am internationalen Waffenhandel verdient

Veranstaltungsreihe Waffenhandel

Vortrag und Diskussion mit
Jürgen Grässlin (Autor)

Moderation: Dr. Johannes M. Becker (Friedens- und Konfliktforscher)

Zurzeit fliehen Millionen Menschen vor Krieg und Bürgerkrieg, vor Verfolgung und Armut. Deutschland spielt nicht nur eine Rolle als Aufnahmestaat von Flüchtlingen. Die deutsche Bundesregierung verantwortet zugleich den Export von Kriegswaffen und schafft damit Flucht-gründe. Seit Jahren rangiert Deutschland in der Spitzengruppe der Staaten, die „Kleinwaffen“ wie Pistolen, Maschinen-pistolen und Gewehre exportieren. Die Skandale um die Firmen Heckler & Koch, Sig Sauer und Carl Walther finden beim Handel mit Kleinwaffen kein Ende. Jürgen Grässlin stellt Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen – mit immensem Erfolg. In seinem Vortrag beantwortet er die Frage: Wie kommen deutsche Waffen in so großem Umfang immer wieder in die Hände verbrecherischer Regime, brutaler Paramilitärs und rivalisierender Bürgerkriegsparteien?

Jürgen Grässlin ist u.a. Sprecher der Kampagne »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!« und Autor zahlreicher kritischer Sachbücher über Rüstungsexporte sowie Militär- und Wirtschaftspolitik. Zuletzt verfasste er das »Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient« mit weit mehr als 230 Lesungen und das »Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffen-industrie und Behörden«. Er wurde mit bislang zehn Preisen für Frieden, Zivilcourage, Medienarbeit und Menschenrechte ausgezeichnet, darunter mit dem »GRIMME-Medienpreis« und dem »Marler Medienpreis Menschenrechte« von Amnesty International.

 

Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

       

    

Veranstaltungsreihe Waffenhandel des Weltladen Marburg

Neue Veranstaltungsreihe „Waffenhandel“

Weltweit werden permanent für den legalen wie illegalen Kauf von Waffen unfassbare Summen ausgegeben. Diese Ausgaben übersteigen bei Weitem diejenigen, die für die Lösung globaler entwicklungspolitischer Probleme wie Hunger, Armut oder Klimawandel nötig und ausreichend wären. Schon allein wegen dieser Ressourcenverschwendung stellt der globale Waffenhandel ein zentrales Hindernis für die Lösung existentieller globaler Probleme dar. Und das ist nicht nur ein theoretischer Zusammenhang: Der größte Waffenimporteur der Welt ist mit Indien ein Land, das zugleich auch die höchste Zahl an Hungernden weltweit aufweist. Einer der wichtigsten Waffenexporteure ist nach wie vor Deutschland. Es verstößt dabei ständig gegen den eigenen Grundsatz, keine Waffen in Spannungsgebiete zu liefern. Banken sind ein weiterer Faktor beim internationalen Waffenhandel. Sie sind einerseits zentral für die Finanzierung von Rüstungsproduktion und -handel. Ebenso wichtig ist aber auch ihre Rolle für die Geldwäsche von Gewinnen aus dem illegalen Waffenhandel. Denn Waffen verbleiben häufig nicht an dem Ort und bei den Empfängern, denen sie offiziell geliefert werden. Vielmehr blühen halblegale und illegale Märkte. Zusätzlich überschneiden sich die Strukturen des Waffenhandels häufig mit denen anderer illegaler Märkte. Ohne diese Strukturen von illegalem Waffenhandel könnten Kriege niederer Intensität von Warlords oder bewaffneten Gruppen oder sogenannte Drogenkriege gar nicht geführt werden. Das Erreichen zentraler entwicklungspolitischer Ziele wie die Stärkung von Demokratie, Menschenrechten und Partizipation wird dadurch erheblich erschwert.
Die Reihe fragt aber auch nach Alternativen zu Rüstung und Waffenhandel und stellt Ansätze wie Konversionsprojekte oder zivile Friedensarbeit zur Diskussion.

Das komplette Programm zum Download