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Indische Flüsse – unheilbar verschmutzt, heilig und rein

Bild: Rituelles Baden in Devprayag

Veranstaltungsreihe „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“

Vortrag und Diskussion mit

Gerrit Lange, Universität Marburg

Seit dem 20. März 2017 gelten die indischen Flüsse Ganges und Yamunā von nun an rechtlich als „living human entities“, als menschliche Lebewesen. Beide Beschlüsse sollen nicht nur religiösen Gefühlen, sondern auch ökologischen Bestrebungen Rechnung tragen. Gangā und der Yamunā sind für Hindus die heiligsten, rituell gar reinsten Flüsse, sind allerdings auch in höchstem Maße verschmutzt. Zu hoffen ist, dass diese rechtlich bekräftigten Begriffe reale Konsequenzen haben und nicht nur die Häupter rechter und hindunationalistischer Parteien zieren. Deren vorderstes Interesse ist, wie gigantomanische und intransparente Staudammprojekte in Uttarakhand zeigen, oft nicht die Vertretung anwohnender Wesen.
Als Religionswissenschaftler möchte Gerrit Lange zeigen, wie komplex religiöse, politische und ökologische Ziele und Ansichten ineinandergreifen und inwiefern die Flüsse selbst, seien sie nun empfindsame Wesen oder nicht, in diesem Gefüge mitspielen.

Der Referent Gerrit Lange promoviert an der Universität Marburg im Fachgebiet Religionswissenschaft, wo er bislang unter anderem in der Sammlung tätig war. In seiner Feldforschung im indischen Teil des westlichen Himalayas beschäftigt er sich mit den Nāgs, mit kobragestaltigen Gottheiten, die in Quellen, Bächen und Bergseen weilen und diese hüten.

 

 

In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Schmutzige Brühe, harte Geschäfte, blaues Gold

Veranstaltungsreihe „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“

Vortrag und Diskussion mit

Prof. Dr. Petra Dobner, Universität Halle-Wittenberg

Theoretisch reicht das grundsätzlich verfügbare Dargebot an Frischwasser in der Welt für alle Menschen und alle Bedarfe aus. Aber eben nur theoretisch: Nicht immer ist das Wasser da, wo es gebraucht wird, und oftmals ist es dann nicht da, wenn es gebraucht würde. Neben örtlichen und saisonalen Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage von Wasser stellen Verschmutzung, Versalzung, Verluste von Trinkwasser in schadhaften Leitungssystemen bzw. das Fehlen von technischer Infrastruktur sowie Konkurrenzkämpfe zwischen verschiedenen Nutzungsinteressen zentrale Probleme dar.
Zahlreiche ökologische, vor allem aber politische und ökonomische Hürden wären zu überwinden, um das Weltentwicklungsziel zu erreichen, in den nächsten anderthalb Jahrzehnten alle Menschen weltweit mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Der Vortrag zeigt ausschnitthaft wasserbezogene Konflikte und Herausforderungen auf – und lädt dazu ein, über Lösungen und eigene Beiträge nachzudenken und zu diskutieren.

Die Referentin Prof. Dr. Petra Dobner wurde im Jahr 2008 habilitiert, Ihre Arbeit trug den Titel „Wasserpolitik“. Heute ist sie Professorin für Systemanalyse und Vergleichende Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist bzw. war Mitglied verschiedener Arbeitsgruppen deutscher Wissenschaftsakademien zu wasserbezogenen Fragestellungen.

 

In Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.
Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.
Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.