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Fluchtursache Welthandel: Vortrag Dr. Boniface Mabanza Bambu

Vortrag und Diskussion mit Dr. Boniface Mabanza Bambu

Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika

Seit Beginn der sogenannten „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015 wird in Deutschland und in der EU viel über Fluchtursachenbekämpfung diskutiert. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass viele der getroffenen Maßnahmen darauf abzielen, den „Migrationsdruck“ u.a. durch die Vor- und Auslagerung europäischer Grenzregimes in die Herkunftsländer der Geflüchteten zu verlagern. Doch reale Fluchtursachenbekämpfung muss vor der Haustür beginnen. Sie verlangt eine ernst zu nehmende Auseinandersetzung mit Themen wie Welthandel, Finanzströmen und Rohstoffpolitik. Ungerechte Handelsstrukturen tragen dazu bei, Lebensgrundlagen zu zerstören und somit wirken sie wie Kriege, die Geflüchtete produzieren. Dieser Vortrag will diese Zusammenhänge aufgreifen.

Dr. Boniface Mabanza Bambu, geboren in der Demokratischen Republik Kongo, Studium der Philosophie, Literaturwissenschaften und Theologie in Kinshasa, Promotion an der Universität Münster zum Thema „Gerechtigkeit kann es nur für alle geben. Globalisierungskritik aus afrikanischer Perspektive“, Ausbildung im Konfliktmanagement bei der Akademie für Konflikttransformation in Bonn. Neben einer Tätigkeit als Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in der Werkstatt Ökonomie/Heidelberg mit dem Schwerpunktthema Handelspolitik arbeitet er auch als Trainer für entwicklungspolitische Themen mit verschiedenen Institutionen.

Der Vortrag ist die Finissage der Ausstellung „konsumsplitter“
12.10.- 9.11.18
täglich 8-18 Uhr
Lutherische Pfarrkirche

Veranstalter:
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen (EPN); Weltladen Marburg

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Die Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.

Rum oder Gemüse? Landwirtschaft in Kuba und Nicaragua zwischen Weltmarktorientierung und Ernährungssouveränität

9. Semana Latina

Bildvortrag von Ev Bischoff über eine agrarpolitische Reise nach Kuba und Nicaragua

Die Referentin verbrachte im Januar 2015 zusammen mit einer Gruppe aus dem Umfeld des Wuppertaler „Infobüros Nicaragua“ vier Wochen in Kuba und Nicaragua. Dort gab es zahlreiche Begegnungen mit VertreterInnen von Kooperativen, staatlichen AkteurInnen, MitarbeiterInnen von NGOs und privat wirtschaftenden kleinbäuerlichen LandwirtInnen sowie mit in der erfolgreichen städtischen Landwirtschaftsbewegung im Umkreis von Havanna tätigen Menschen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen folgende Fragen:

  • Wie und wo werden in diesen als arm geltenden Ländern Nahrungsmittel produziert? In beiden gab es 1959 bzw. 1979 eine Revolution mit einschneidenden Agrarreformen.
  • Welche staatlichen und nichtstaatlichen Strategien gibt es zur Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung der Bevölkerung?
  • Welche Ansätze gibt es zur Nahrungssouveränität?
  • Welche Rolle spielen Exportgüter und damit verbundene Deviseneinnahmen, wenn es zugleich eine große und mit hohen Kosten verbundene Abhängigkeit von Lebensmittelimporten gibt?
  • Welche Bedeutung haben Monokulturen oder der Aufkauf von Land durch ausländische Konzerne (Landgrabbing)?
  • Welche Folgen haben Großprojekte wie der geplante Kanal durch Nicaragua?
  • Welche Folgen haben „Feihandels“-Abkommen für die Ernährungssicherheit? Wie wirkt sich der Klimawandel und die damit verbundenen Wetterextreme aus?

Das komplette Programm der Semana Latina 2015 zum Download