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Das Leben und die Arbeit der Kaffeeproduzentinnen im Hochland von Honduras im Zeichen des Klimawandels

10 Jahre Elisabeth Kaffee – 10 Jahre Partnerschaft

Seit dem Elisabethjahr 2007 gibt es den vom Weltladen Marburg initiierten biologisch produzierten und fair gehandelten Elisabeth Kaffee aus Marcala im Hochland von Honduras. Dessen Aroma wissen mittlerweile viele Kund*innen sehr zu schätzen.
Die Besonderheit dieses Partnerschaftsprojektes ist jedoch der direkte, persönliche Austausch mit den Kaffeeproduzentinnen der Landfrauenorganisation APROLMA (Asociación de Productoras Libres de Marcala) in Honduras. Der intensiv vom Marburger Weltladen gehaltene Kontakt ist über die Jahre gewachsen. Gegenseitige Besuche fördern den Austausch und machen den Elisabeth Kaffee zu einem „Kaffee mit Gesicht“.

Zu unserer Jubiläumsveranstaltung  „Das Leben und die Arbeit der Kaffeeproduzentinnen im Hochland von Honduras im Zeichen des Klimawandels“ am 22. September 2017 ab 18 Uhr im Kerner (Lutherischer Kirchhof 2) berichten Marta Dalila Aguilar Banegas und Cruz Dolores Benitez Espinoza von APROLMA über die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation in Honduras und über die Arbeit ihrer Frauenorganisation.

Ein besonderer Schwerpunkt des Abends wird die bereits spürbare Auswirkung des Klimawandels auf den Kaffeeanbau im Hochland von Honduras und damit auch auf die Lebenssituation der Produzentinnen sein. Adrian Pfalzgraf, Klimaanpassungsmanager aus Berlin, trägt ergänzend einen einführenden Impuls zum Thema Klimawandel bei.

Zu Beginn spricht der Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ein Grußwort.

Faire Woche 2017 vom 15.09. bis 29.09.

Die Faire Woche ist die größte Aktionswoche zum Fairen Handel in Deutschland. Sie fand 2001 zum ersten Mal statt und wird seit 2003 jedes Jahr in der zweiten Septemberhälfte durchgeführt. Die Faire Woche 2017 findet vom 15. bis 29. September zum Thema „Wirtschaftliche Perspektiven für die Produzent*innen im Globalen Süden“ statt. Die Faire Woche informiert bei ihren jährlich 2.000 bis 2.500 Veranstaltungen über den Fairen Handel in Deutschland und weltweit.

Der Weltladen Marburg beteiligt sich an der Fairen Woche!

19. September: Der Regenwaldladen zu Besuch im Weltladen

22. September: 10jähriges Jubiläum des Elisabeth-Kaffees, Vortrag „Das Leben und die Arbeit der Kaffeeproduzentinnen im Hochland von Honduras im Zeichen des Klimawandels“ von Marta Dalila Aguilar Banegas und Cruz Dolores Benitez Espinoza von APROLMA, die zum Jubiläum und zur Fairen Woche zu Gast in Marburg sind.

29. September: Kaffeestand der Steuerungsgruppe Fairer Handel am Marktplatz mit Elisabeth Kaffee zum International Coffee Day

 

 

Gedanken unseres Süd-Freiwilligen Manuel Chavarría

Mein Freiwilligendienst in Deutschland: der Faire Handel aus verschiedenen Perspektiven betrachtet

Alles geschieht so schnell…vor fünf Monaten habe ich Abschied von meiner Familie und meinen Freunden in Nicaragua genommen, um mich auf den Weg zu einem Freiwilligendienst in Deutschland zu machen – etwas, was ich immer wollte, im Ausland sein, um neue Traditionen und die Politik anderer Länder kennen zu lernen.

Meine neuen Erfahrungen beginnen an dem Tag, an dem ich Nicaragua verlassen habe. Ich erinnere mich daran, dass ich im Flugzeug von der Dominikanischen Republik nach Frankfurt saß und Apfelsaft bestellen wollte, aber nicht wusste, was Apfelsaft auf Deutsch heißt. Am Ende habe ich nur Wasser und Kaffee getrunken, weil ich das auf Deutsch sagen konnte.

Mein Freiwilligendienst wird über EIRENE in Neuwied organisiert. EIRENE ist ein ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst, der sich gemeinsam mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika, den USA und Europa für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung engagiert. Mein Arbeitsplatz als Freiwilliger ist jedoch der Weltladen in Marburg. Dort angekommen, bemerkte ich, dass im Laden fair gehandelter Bio-Kaffee aus Nicaragua verkauft wird, genauer gesagt von Soppexcca, der Organisation für die ich in Nicaragua gearbeitet habe.

Soppexcca (Sociedad de Pequeños Productores Exportadores de Café) ist ein Kooperativenverband kleiner KaffeeproduzentInnen, der sein Büro in der Stadt Jinotega im Norden des Landes hat. Soppexcca besteht aus 15 Basis-Kooperativen, in denen insgesamt etwa 650 KleinproduzentInnen organisiert sind. Die Kooperativen liegen weit verstreut auf durchschnittlich 1200 Metern Höhe.

Meine Mutter produziert Kaffee und ist Mitglied bei Soppexcca, wo sie sich für Geschlechtergerechtigkeit engagiert. In unserer Gemeinde arbeitet sie im Gesundheitszentrum ehrenamtlich als Beraterin. Wir produzieren Kaffee im Nebenverdienst und sind darüber hinaus auf das Einkommen aus der Lohnarbeit meines Vaters angewiesen. Außerdem bauen wir Gemüse für den Eigenbedarf an. Der Kaffeeanbau hat mich seit meiner Kindheit sehr geprägt. Schon lange interessiere ich mich dafür, wie Kaffee im Gleichgewicht mit dem Ökosystem angebaut werden kann. Zugang zu Land und Grundkapital sind Voraussetzungen für die Produktion.

Soppexcca hat meinen Wunsch, in die Kaffeeproduktion einzusteigen, durch die Finanzierung meines Studiums der Landwirtschaft und weitere spezialisierte Fortbildungen unterstützt. In der Zeit meines Studiums habe ich ehrenamtlich als Berater und Qualitätsprüfer für die Kriterien des Fairen Handels gearbeitet. Die Frage, ob die ProduzentInnen umweltverträgliche Dünger nutzen, war bei meinen Besuchen der Kooperativen ebenso Thema, wie die Schätzung der Erntemenge um mögliche Kreditvergaben von Soppexcca zu kalkulieren.

In Nicaragua habe ich viel Erfahrung damit, was der Faire Handel für die ProduzentInnen auf dem Land bedeutet. In meinem Freiwilligendienst im Weltladen in Marburg, lerne ich nun den Prozess des Verkaufs von Fairen Produkten kennen. Die Wertschätzung, mit der viele Menschen fair gehandelten Kaffee trinken, ist sehr wichtig für mich. Aufgrund der ökonomischen Situation vieler Menschen in Nicaragua, ist es sehr schwer, vor Ort fair gehandelte Produkte zu einem höheren Preis zu verkaufen.

Auch in Deutschland wissen viele Menschen nicht, was Fairer Handel bedeutet und v.a. wie die Lebenssituationen kleiner KaffeeproduzentInnen aussehen. Deshalb halte ich dazu Vorträge bei Fairhandelsmessen, bei anderen Weltläden oder Partnerschaftsgruppen. Ich versuche meine Vorträge teilweise auf Deutsch zu halten, aber die deutsche Sprache ist sehr schwer.

In der kurzen Zeit, die ich nun hier bin, habe ich gelernt, die Schwierigkeiten unseres Landes klarer zu sehen. Auch die Diskussionen in den Seminaren von EIRENE waren sehr spannend. Wir sprachen darüber, was Frieden und internationale Partnerschaft für ein besseres Leben bedeuten können.

Zurzeit will ich gar nicht daran denken, dass ich nächsten Mai in mein Land zurückkehren werde. Hier geht es mir sehr gut, aber meine Familie und meine Freunde warten auf mich und ich muss zurückgehen, um weiter zu studieren und meine berufliche Ausbildung abzuschließen. Das ist mein größter Wunsch.

Manuel Chavarría, Marburg im November 2016

Zwei Kaffeeproduzentinnen von APROLMA berichten über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in Honduras

Elisabeth Kaffee – ein Kaffee mit Gesicht

Zwei Kaffeeproduzentinnen berichten über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in Honduras

Gladix Hernandez und Dilcia Vasquez (APROLMA, Honduras)

Die Mitglieder der Frauenorganisation APROLMA produzieren im Hochland von Honduras die hochwertigen Arabica-Bohnen für den Marburger Elisabeth Kaffee. Damit sind die Kaffeebäuerinnen in der Lage, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und für ihre Rechte als Frauen einzutreten. Die Partnerschaft des Marburger Weltladens mit Kaffeeproduzentinnen aus Marcala/ Honduras besteht seit 2007. Ein Ergebnis dieser Partnerschaft ist der biologisch angebaute und fair gehandelte Elisabeth Kaffee, der durch regelmäßige Besuche sowohl im Süden als auch im Norden zu einem „Kaffee mit Gesicht“ geworden ist.

Daher freuen wir uns sehr darüber,  Gladix Hernandez und Dilcia Vasquez als Vertreterinnen von APROLMA bei uns in Marburg begrüßen zu dürfen. Wir sind gespannt, von ihrer jungen Organisation, ihrem Alltag, dem Kaffeeanbau in Marcala und auch der momentanen politischen und sozialen Lage in Honduras zu hören.

Elisabeth-Kaffee in der GartenWerkStadt

Vom 8. bis 29. Juni werden Gladix Hernandez und Dilcia Vasquez den Weltladen und Marburg als Vertreterinnen von APROLMA besuchen.

Am Sonntag, 12. Juni sind Gladix Hernadez und Dilcia Vasquez in der GartenWerkStadt zu Gast und werden bei Kaffee und Kuchen über ihre Arbeit im Kaffeeanbau und ihr Leben in Honduras berichten. Zudem werden wir gemeinsam Kaffee rösten.

Mit den Kaffeebäuerinnen aus Marcala/ Honduras verbindet den Weltladen seit 2007 eine Partnerschaft mit gegenseitigen Besuchen und natürlich beziehen wir den Kaffee für den Elisabeth Kaffee von ihnen. Wir sind gespannt, von ihrer jungen Organisation APROLMA, ihrem Alltag, dem Kaffeeanbau in Marcala und auch der momentanen politischen und sozialen Lage in Honduras zu hören.